Mysterium Online-Durchsuchung

Möglicherweise reicht mein technischer Sachverstand nicht aus. Vielleicht ist aber auch BKA-Chef Ziercke nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Im Interview mit Spiegel Online sagt er:

„Der Fall der Sauerland-Gruppe (bei der im vergangenen Jahr Chemikalien für Bomben gefunden wurden; Anmerkung des Bloggers) hätte sich aus meiner Sicht für eine Online-Durchsuchung geeignet.“

Nur, um zwei Sätze später auszuführen:

„Die Kommunikation der Tatverdächtigen erfolgte hochkonspirativ, oftmals
durch den gegenseitigen Zugriff auf E-Mails im Entwurfsstadium. Genau
die auf diesem Wege ausgetauschten Informationen hätten uns helfen
können, das bestehende Netzwerk schneller aufzuhellen.“

Welcher Bundestrojaner hätte denn diese Informationen ausspähen sollen? Auf welchen Rechner hätte das BKA das Programm installiert? Die Terrorverdächtigen haben doch wohl vermutlich per Browser auf ein E-Mail-Postpach beim Kostenlos-Anbieter ihrer Wahl zugegriffen. Da hilft kein Trojaner, an die Infos kommt man nur mit dem richtigen Passwort – es sei denn man zapft direkt den Server des Dienstanbieters an.

Vermutlich hat Giesbert recht, ein plausibles Szenario, wie eine solche Durchsuchung sinnvoll funktionieren soll, gibt es nicht nur wird es so schnell nicht geben.

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Über Björn Sievers

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