Persönlichkeitsschutz und das Internet

Die „Financial Times Deutschland“ berichtet heute unter der Überschrift „Nebelkerzen aus der Halbwelt“ (leider nicht online) über Gerüchte, die sich um die Beteiligten des Telekom-Schnüffelskandals ranken. Im ersten Drittel des Textes geht es um einen Journalisten, der für die Berliner Firma Control Risks gearbeitet hat, was er nach Angaben der Zeitung auch zugegeben hat. Allerdings bestreitet er, etwas mit der Spitzelaffäre bei der Telekom zu tun zu haben.

So weit, so schlecht. Recherchen stehen gegen die Aussage des Beschuldigten. Die Zeitung schreibt es trotzdem erst mal auf (mit einem Haufen weiterer wilder Gerüchte). Immerhin nennt sie den Namen des Journalisten nicht.

Nun ja, das hätte sie ruhig tun können. Denn mit den Infos im Artikel lässt er sich problemlos recherchieren (also die Version von Recherche, die doch nur eine einfach Anfrage bei einer Suchmaschine der Wahl ist).

Die Autoren Jens Brambusch und Matthias Lambrecht nennen einstige Arbeitgeber und die Berufsbezeichnungen, die sich der Journalist auf seiner Homepage zuschreibt. Das reicht für den Weg Google -> Kress-Köpfe -> Homepage. Kurzer Gegencheck bei ftd.de, denn auch für die Zeitung soll er geschrieben haben. Eindeutiger kann das Ergebnis nicht ausfallen.

Bleibt die Frage, ob das Absicht ist? Oder sind die Kollegen Autoren so unbedarft in Internetdingen?

Über Björn Sievers

Director @ Edelman | PR for telco and internet companies | lecturer from time to time | (lazy) part-time blogger | cyclist (not lazy at all)
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Eine Antwort auf Persönlichkeitsschutz und das Internet

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