Die Sache mit den Filtern
7. Juli 2008 von Björn Sievers
Und ich lese schon wieder die These, dass Gatekeeper von gestern sind:
Gesagt hat es diesmal Robin Meyer-Lucht im Interview mit der Netzeitung. Nur glauben mag ich es nach wie vor nicht.
Zur Begründung führt Meyer-Lucht ein Beispiel an: die 25 Pressemitteilungen, die die Berliner Polizei täglich verschickt:
Dazu fällt mir zunächst ein, dass das Internet ja ein Haufen Rechner und Leitungen ist, die von sich aus weder etwas aufsaugen, noch etwas weiterleiten. Aber das nur am Rande.
Worum es eigentlich geht: Die Berliner Polizei stellt ihre Pressemitteilungen tatsächlich ins Netz (und bietet sogar einen Feed an). Damit sind erst einmal alle Texte publiziert. Soweit gebe ich Meyer-Lucht recht. Gefiltert hat allerdings dennoch jemand, und zwar vorab: Die Pressestelle gibt nicht für jeden Einsatz eine Pressemitteilung raus, sie behandelt auch nicht jeden Fall gleich ausführlich. Also: erst gefiltert, dann publiziert.
Und trotzdem macht das Netz natürlich einen Unterschied: Die Mitteilungen der Polizei gehen nicht mehr exklusiv per Fax an Redaktionen. Sie sind stattdessen für jeden in voller länge zu lesen. Jeder Internetnutzer hat somit die Wahl, wie viel er über die Berliner Polizei (und von ihr) lesen möchte.
Doch ich bleibe dabei: Es ist vorher gefiltert worden.
Tags: Medien, Internet, Gatekeeper
