Betancourt und die Sperrfrist

Sperrfristen sind was Feines. Für Journalisten zum Beispiel. Sie bekommen Informationen vorab und können so die bessere Geschichte schreiben. Und für Unternehmen, Forscher, Initiativen und Institutionen natürlich auch. Sie können sich und ihre Informationen ein bisschen wichtiger erscheinen lassen, als sie wirklich sind.

Das Geschäft mit der Sperrfrist muss man allerdings beherrschen. Sonst wird es schnell peinlich, sehr peinlich.

Besonders ungeschickt hat sich die kolumbianische FARC-Geisel Ingrid Betancourt angestellt. Sie hatte schon am Donnerstag zu einer Pressekonferenz am Freitag geladen – falls sie den Friedensnobelpreis bekommen sollte. Und sie hat die Pressemitteilung gleich mitgeliefert. Mit Sperrfrist. An die hat sich nur nicht jeder gehalten.

Das wäre an sich schon peinlich genug. Zu allem Überfluss hat Betancourt den Preis dann nicht einmal bekommen. Der geht an den finnischen Vermittler Martti Ahtisaari.

Über Björn Sievers

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