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Hacker machen das Internet untauglich

14. Februar 2009 von Björn Sievers

In der vergangenen Woche gab es ein wenig Wirbel um zwei Hacker-Angriffe auf Websites. Im ersten Fall hatte jemand auf der Homepage von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einen Link zum Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hinterlassen. Im zweiten Fall verkündete die Website des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, Kevin Kuranyi sei entlassen. In beiden Fällen öffnete eine bekannte Sicherheitslücke im Content-Management-System Typo3 den Hackern die Tür. So weit, so normal. Die Nachlässigkeit von Website-Administratoren ist: menschlich.

Weil die Nachricht von Kuranyis angeblicher Entlassung von der Website in die Welt gelangte und sich als Ente herausstellte, zieht die Süddeutsche Zeitung aus beiden Ereignissen einen generellen Schluss:

“Das Internet taugt als letztinstanzliche Quelle nichts. So wie die freie Enzyklopädie Wikipedia den “Großen Brockhaus” als verlässliches Nachschlagewerk nicht ersetzt und aus Prinzip nicht ersetzen will, so wenig kann man sich auf offiziellen Portalen journalistisch ganz sicher fühlen.”

Dem ist nichts kaum etwas hinzuzufügen, schließlich machte eben erst ein harmloser Fall von Manipulation der des Nachschlagewerk Wikipedia die Runde, weil ein Scherzbold dem neuen Bundeswirtschaftsminister Guttenberg einen elften Vornamen gab – und die lieben Kollegen den ungeprüft in ihre Medien hoben.

Und doch würde ich gern zwei oder drei Dinge ergänzen: Zum Beispiel, dass auch Papier nicht als letztinstanzliche Quelle taugt, wenn darauf ein gefälschtes Fax gedruckt ist (wir erinnern uns an CDU-Spendenaffäre). Und dass eine Telefongespräch oder ein persönliches Treffen nicht als letztinstanzliche Quelle taugt, wenn etwa der Pressesprecher nur die halbe Wahrheit oder nicht einmal die erzählt.

Deshalb schreibt die SZ ja auch:

“Für eine Recherche gilt grundsätzlich das Prinzip, und das hat sich durch den Nachrichtenbeschleuniger Internet nicht verändert, dass eine Meldung von zwei unterschiedlichen Quellen bestätigt sein muss, ehe sie veröffentlicht wird.”

Auch das: stimmt. Nur warum nennt der Text, in dem das alles steht, nur eine einzige Quelle? Josef von Helden, Internet-Sicherheitsexperte der Fachhochschule Hannover, rät gegen Ende des Stücks, Journalisten sollten jede Information, egal von welcher Internetseite, immer querzuchecken. Dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

PS: Ich liebe die SZ. Meistens.

Geschrieben in Das Netz, Die Medien | 0 Kommentare

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