Viele Medien heißt nicht Vielfalt

Der Medienforscher Stephan Ruß-Mohl weist nochmal auf den Jahresbericht zum Zustand der amerikanischen Medien des Project for Excellence in Journalism hin. Und diese Sätze seiner kurzen Analyse machen mich sehr nachdenklich:

„Spannend an dem Bericht ist vor allem, wie sich der drastische Schrumpf-Prozess der Redaktionen auf die journalistische Qualität auswirkt. Die Forscher beobachten eine „deutliche Verengung“ der Berichterstattungs-Agenda. Paradoxerweise erhielten in einer „sich fragmentierenden Medienkultur“ immer weniger Themen Medienaufmerksamkeit, obschon sich die Zahl der Anbieter dank des Internets vervielfältige.“

Im Klartext heißt das: Die neuen Anbieter (im Internet) schreiben voneinander ab oder bedienen sich (automatischer) Agenturfeeds. Eigenständige Berichterstattung wird seltener. Zunächst in den USA, die in Sachen Zeitungskrise bekanntlich schon deutlich weiter sind als wir – selbst die Großstadtzeitungen verschwinden dort, in diesen Tagen geht es zum Beispiel ums Überleben des „Boston Globe“.

Über den zitierten Jahresbericht haben auch bereits FAZ-Netzökonom Holger Schmidt und Medienforscher Robin Meyer-Lucht geschrieben.

Über Björn Sievers

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