Absolutheit und die Geschichte

Es gibt Zitate, die beeindrucken mich in ihrer Bestimmtheit und Absolutheit. Diese ist so eines:

„Die aufgeklärteren Blogger, Bürgerreporter, Online-Journalisten wissen, dass sie Zeitungen ergänzen und Respekt lehren können. Ersetzen können sie die Profis der „New York Times“, „Washington Post“, des „Wall Street Journal“ (das als einziges Blatt, recht erfolgreich, Geld verlangt für den Onlinezugriff), auch „Time“ und „Newsweek“ noch lange nicht und wahrscheinlich niemals. Guter Journalismus mit gründlichen Recherchen und der nötigen Unabhängigkeit von Politik, Verbänden, Unternehmen kostet Geld. Umsonst ist Online und der Tod, was frei ist, ist auf Dauer nichts wert.“

Die Sätze stehen im Artikel „Das große Zeitungssterben“ von „Welt“-Korrespondent Uwe Schmitt. In mir regen sie die Frage an: Wie werden sie in fünf oder in zehn Jahren klingen?

Wie war das noch gleich mit dem Aufstieg der „Huffington Post“? Hatten nicht die Verfehlungen der „New York Times“ und anderer Traditionsmedien in den USA den schnellen Aufstieg dieses blogartigen Online-Mediums zumindest begünstigt?

Was mich beruhigt: Was immer wir Journalisten, ob Profis oder Leute wie ich – Online-Journalisten – schreiben, es kommt eh wie es kommt, denn das Internet ist gelebte Konsumentenethik. Die Leute klicken, wo sie wollen.

Und was mich freut: Der Text wurde nicht nur gedruckt und wandert mit der Zeitung ins Archiv (oder den Papierkorb), er steht auch im Netz. Vermutlich für die Ewigkeit. Wir können ihn in fünf oder zehn Jahren einfach nochmal lesen.

Dann werden wir auch wissen, ob wir eine solide Refinanzierung für Journalismus gefunden haben. Denn die alten Modelle laufen ja gerade aus.

Über Björn Sievers

Director @ Edelman | PR for telco and internet companies | lecturer from time to time | (lazy) part-time blogger | cyclist (not lazy at all)
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