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Keen macht auf Twitter-Jünger

24. April 2009 von Björn Sievers

Andrew Keen, einstiger Lautsprecher und Mitmachwebverteufler, ist leiser geworden. Er liebt ja jetzt Twitter, wie schon mal erwähnte. Das ist aber nicht nicht alles. Jetzt wird Web 2.0 sogar zur Pflichtveranstaltung, hat er den Kollegen aus Hamburg verraten:

“Viele Leute wollen nicht bei Web 2.0 mitmachen, weil es sie nervt. Aber sie haben keine andere Wahl. Idealismus wird durch Selbstmarketing ersetzt. Künstler, Journalisten, Musiker und Autoren der alten Schule haben keine Chance mehr. Wer überleben will, muss permanent an seinem Internet-Image feilen, seine eigene Ich-Tag aufbauen. Das Microblogging Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen.”

In anderen Worten: Entweder du bist drin oder du hörst auf, zu existieren. Für einige Berufe ist das sicher so. Für andere wird es vielleicht nie so sein. Keen spitzt immer noch gern zu.

Dann schlägt aber doch wieder der Kulturpessimist in ihm durch:

“Während wir als Teil der Medienelite verstehen, wie das Internet tickt, sind die meisten Menschen dem Web 2.0 schutzlos ausgeliefert. Ihnen fehlt die gesunde Portion an Misstrauen. Denn Blogs zerstören zunehmen die professionelle Informationsvermittlung. Da niemand redaktionell eingreift und Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt prüft, verbreiten sich Fehler und Lügen im Web wie Bakterien. Wir wissen, dass auf Wikipedia vieles nicht stimmt, unseren Kindern ist das aber nicht bewusst.”

Vor allem das Argument mit den Kindern erscheint mit sehr, sehr zweifelhaft. Bisher haben die Nachgeborenen neue Kulturtechniken immer noch schneller gelernt als die Älteren. Ich bin heute noch eine Niete im SMSen.

Geschrieben in Das Netz, Der Nutzer | 0 Kommentare

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