Offener Brief an DJV-Chef Michael Konken

Lieber Kollege Konken,

mit großer Verwunderung habe ich Ihre Statements zum Thema Urheberrecht und Google gelesen. Ich bin seit etwa zehn Jahren Mitglied im DJV, genauso lange wie ich hauptberuflich als Redakteur arbeite. Der DJV in seiner Funktion als Gewerkschaft hat mich in dieser Zeit nie vertreten, weil weder die Nachrichtenagentur ddp noch mein jetziger Arbeitgeber FOCUS Online nach Tarif zahlen. In beiden Fällen habe ich das für mich persönlich nicht als Nachteil empfunden. Meine Mitgliedschaft und mein zeitweiliges Engagement im Verein Berliner Journalisten war vor allem berufsethisch begründet. Ich habe den DJV immer mehr als Berufsverband, denn als Gewerkschaft verstanden. Ein bisschen hat der Verband auch als Netzwerk funktioniert, allerdings nie so gut wie zum Beispiel die Mailingliste jonet.org, Twitter, Facebook und andere. Heute nun frage ich mich, ob es nicht Zeit ist, aus dem DJV auszutreten.

Ich verstehe die Sorgen der Verleger, denn die Ausnahmestellung Googles in der Onlinewerbung ist inzwischen ein ernstes Problem für sie (und damit für Journalisten, denn auch mein Job hängt von Onlinewerbung ab). Die Anzeigenerlöse im Printgeschäft gehen zurück, gleichzeitig heben die Umsätze mit Onlinewerbung nicht so ab, wie das viele im Markt erwartet haben. Und aus dem vergleichsweise kleinen Online-Werbekuchen schneidet sich dann auch noch Google die größte Portion heraus. Das ist in der Tat dramatisch und stellt viele bisherige Erlösmodelle im Journalismus infrage. In diesem Zusammenhang verstehe ich Ihre Sorgen. Denn wo die Geschäftsmodelle zerfallen, da gehen auch Jobs verloren.

Aber ich verstehe nicht, warum ausgerechnet ein Journalistenverband nach schärferen oder neuen Gesetzen ruft. Ich zitiere Ihr Statement:

„Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann.“

Welche Gratiskultur meinen Sie? Niemand, auch nicht Google, hat je einen Verlag oder andere Anbieter gezwungen, Inhalte kostenlos ins Netz zu stellen. Sollen nun Gesetze verbieten, dass zum Beispiel FOCUS Online sich entschieden hat, Journalismus durch Werbung zu finanzieren? Oder sollen Gesetze verbieten, dass Blogger ihre Texte ins Netz stellen, ohne für den Abruf Gebühren zu verlangen? Soll es etwa freien Journalisten (als Urheber) verboten werden, für Onlinemedien (und heute sind ja fast alle Medien auch online) zu arbeiten, wenn deren Inhalte für alle Internetnutzer (und Google) kostenlos abrufbar sind?

Weiterhin ist mir unklar, welche Meinungsmonopole das Bundeskartellamt verhindern soll. Google kann an dieser Stelle nicht gemeint sein. Zwar ist das Unternehmen in Deutschland fast Monopolist mit seiner Suchmaschine, in vielen anderen Märkten ist das Bild weniger eindeutig. Darüber hinaus ist die Suche – also auch das Finden journalistischer Beiträge und damit das Finden von Meinungen – ja nicht das Problem, sondern – wie oben dargelegt – Googles Stellung im Online-Werbemarkt.

Gerade was Meinungsvielfalt angeht, komme ich zu einem anderen Ergebnis als Sie: Nach meinem Empfinden war es nie so einfach, seine Meinung öffentlich zu äußern. Und es war nie so einfach, Gehör zu finden. Auch weil Google zum Beispiel diesen offenen Brief indizieren wird und er damit gefunden werden kann (für einen vorderen Platz müsste ich allerdings noch etwas häufiger DJV und Konken schreiben).

In Ihrer Pressemitteilung heißt es weiter:

“Es sei nicht hinnehmbar, dass die Urheber ohne Zustimmung ihre Werke Google zu dessen kommerziellen Zwecken überließen.”

Auch dieses Argument verstehe ich nicht. Die Urheber sind die Journalisten, die ihre Werke in der Regel Verlagen zur Verwertung überlassen. Dafür schließen beide Seiten entsprechende Verträge. Die Verlage wiederum können entscheiden, zu welchen Konditionen sie Inhalte, für die sie die Verwertungsrechte haben, zugänglich machen. Stellen sie sie ins Internet, dann kann auch Google zugreifen, und zwar immer dann, wenn Verlag eben das gestatten (wie einfach Google und andere Suchmaschinen ausgeschlossen werden können, erklärt der Werbekonzern hier).

Google (und andere) indizieren die Inhalte (wofür sie kein Geld nehmen), diese stehen damit nicht mehr nur online, sondern sind auch zu finden (die Suche refinanziert Google über Werbung), was sich deutlich positiv auf die Abrufzahlen der Websites der Verlage auswirkt – und damit auch auf deren Werbeeinnahmen. (Dass sich im Netz Performance Marketing und damit vor allem Google AdSense als Werbeform durchgesetzt hat und das Displaygeschäft, das die Verlage vorwiegend betreiben, nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist nicht allein Schuld Verdienst es Suchkonzerns.)

Weiterhin ist mir unklar, wie Sie diesen Satz meinen, lieber Kollege Konken:

„Ein wirksames Vorgehen gegenüber Google setzt voraus, dass Verleger und Gewerkschaften an einem Strang ziehen.“

Was genau ist mein Interesse und das Interesse meiner Kollegen in diesem Zusammenhang? Kann ein “Vorgehen” gegen Google Arbeitsplätze retten? Vorausgesetzt, der DJV ist gemeinsam mit den Verlegern erfolgreich, wie stellen Sie sicher, dass Journalisten partizipieren, also Gehälter und Honorare steigen?

Um das am Ende dieses Schreibens noch einmal zu betonen: Google ist in der Tat zu einem sehr mächtigen Konzern geworden. Allein deshalb sollte das Kartellamt und jeder Einzelne darauf achten, ob Google seine Marktmacht missbraucht. Für Verlage und damit traditionelle Geschäftsmodelle im Journalismus wird die starke Stellung von Google in der Onlinewerbung in Kombination mit der generellen Entwicklung des Werbemarktes zu einer existenzbedrohenden Gefahr. Doch kann das schon Grund genug sein für einen Schulterschluss zwischen Journalistenverband und den natürlichen Gegenspielern, den Verlegern?

Aus meiner Sicht sollte ein Journalistenverband seine Energie (und meine Beiträge) darauf verwenden, über die Zukunft des Journalismus und neue Erlösmodelle nachzudenken. Allein der Blick nach vorn erscheint mir angesichts der schnellen, durch neue Technologien getriebenen Entwicklungen zielführend.

Die Gewerkschaft DJV hat mich noch nie vertreten, nun aber habe ich das Gefühl, dass es der Berufsverband das auch nicht mehr tut. Es würde mich freuen, lieber Kollege Konken, wenn Sie diesen Brief als Ermunterung auffassen würden, mit mir und vielen anderen Kollegen in einen Dialog einzusteigen. Themen haben wir genug.

Mit herzlichen Grüßen
Björn Sievers

Über Björn Sievers

Director @ Edelman | PR for telco and internet companies | lecturer from time to time | (lazy) part-time blogger | cyclist (not lazy at all)
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45 Antworten auf Offener Brief an DJV-Chef Michael Konken

  1. Jakob sagt:

    wunderbar – in der hoffnung der brief möge etwas bewegen.

  2. wortwart sagt:

    Finde ich in Inhalt wie im Ton eine hervorragende Replik auf diese unausgegoren panischen Äußerungen Konkens.

  3. Wittkewitz sagt:

    Man kann Google eine Menge vorwerfen und ich wäre der Letzte, der Google über den Klee loben würde, aber Marktführerschaft mit einer Monopolistenstellung zu verwechseln entwertet den Vergleichenden und nicht sein Objekt. Was das Bundeskartellamt zu Meinungsmonopolen zu sagen hat, wundert mich seit den erfolgreichen Expansionsplänen der Zeitungsverlage ins Fernsehen nicht mehr, ganz abgesehen von der aus meiner Sicht verwerflichen Verquickung von Presse unhd Rundfunk mit den politischen Parteien — ddvg, Rundfunkräte etc. Sollte der DJV das wirklich ernst meinen, wären zunächst diese – die demokratischen Überwachungsaufgaben der Presse extrem hinderlichen Umstände – abzustellen, bevor ein Marktführer an die Leine genommen wird, den man mit einer Zeile HTML-Code in seinen Webseiten aussschließen kann. Im Übrigen ist es mitnichten das Verdienst von Google, dass Search Marketing so eine rasante Zukunft vor sich hat sondern die extrem innovativlose Kaste der Verlagsberater und -verantwortlichen ab Vorstandsebene. Hätten die ähnliche gute Targeting-Möglichkeiten wie Google entwickelt, was keine Geheimwissenschaft ist, dann wären die armen deutschen Verlag nun in der Lage mehr umzusetzen als die läppischen(?!) 100 Millionen Euro pro Jahr.

  4. Hm, ich bin kein Journalist, wenn man bei dem Thema nicht langsam mal zum Verstand kommt, würde ich es von Google begrüßen, die Verlage aus dem Index zu werfen. Komplett.

    Ich wäre auf die Reaktion des Fiaskos äußerst gespannt. Als einfacher Zeitungsleser hat man es aus meiner Sicht einfach verkannt, Print und Online in einen finanziellen Einklang zu bringen. Der Print bietet kaum Mehrwert und Online nutzt man die Besucher als Klickvieh. Großartig…

    Sich nach 10 Jahren zu beschweren setzt dem Ganzen die Krone auf.

    Sehr geehrter Herr Sievers, ich bedanke mich für Ihren offenen Brief. Er lässt mich die Hoffnung schöpfen, dass die derzeit anhaltende Denkkultur nicht bis zur letzten Ebene durchgewandert ist.

    trafficreiche Grüße
    Kai Thrun

  5. Wolf sagt:

    Lieber Kollege, die Kritik ist berechtigt, wie Ende der 70er Jahre die Kritik an der DJU/IG- Druck u Papier, als wegen der Einführung des Fotosatzes wochenlang gestreikt wurde. Die damals betroffenen Bleisetzer und Maschinensetzer hatten die Zeit verschlafen und wer Fotosatz- Schulungen belegte wurde fast aus der Gewerkschaft geworfen…

    Heute hat der DJV den Bremsklotz in der Hand und bedarf kluger Mitglieder, die erstens die neuen Geschäftsmodelle kennen und zweitens aktiv in der Gewerkschaft mitarbeiten. Dass das im traditionell etwas verschnarchten Berliner Landesverband kaum möglich ist, weiss auch ich und empfehle mal den Niedersächsischen Landesverband, der für seine kämpferischen Einsätze bekannt ist.

    Das funktioniert natürlich nur, wenn man selbst nicht aus ‘berufsverbandlichen’ Gründen in den DJV eingetreten ist – das braucht keiner – sondern weil der DJV eine Gewerkschaft ist. Und der DJV ist eine sehr erfolgreiche Gewerkschaft, die jetzt mit ein wenig Hilfe von uns Onlinern ein wenig in die Spur gebracht werden muss, ähnlich, wie vor 30 Jahren die jetzige ver.di.

    Dafür muss man Mitglied bleiben und, wie hier lobenswerterweise mit so einem Kommentar das Maul aufmachen und aktiv mitarbeiten.

    Man muss sich darüber klar sein, dass der DJV kein “Berufsverband” ist, wie es die Verleger schon immer gerne hätten, sondern eine ausgewachsene Gewerkschaft. Und meiner Meinung sogar eine sehr erfolgreiche Gewerkschaft.

    Mit diesem Paradigmenwechsel im Kopf, erreicht man vielleicht etwas. Ohne die Gewerkschaft DJV erreicht man gar nichts. Genau auf diese gewerkschaftlich unorganisierten Mitarbeiter wartet beispielsweise der Bauer Verlag mit seinen unsäglichen Honorarbedingungen für Fotografen.

    Also macht mit! Die Kollegen brauchen Euch!
    Wolf

  6. B. Borchert sagt:

    Ich finde den Brief richtig und seine Fragestellungen. Als Mitglied im Vorstand des DJV Berlin war ich bestürzt über diese Pressemitteilung und fürchte, sie richtet schweren Schaden für den Verband an.

    Ich möchte auch wissen, wie sie zustande gekommen ist.

  7. Thomas Cloer sagt:

    Schön, das noch andere Kollegen das genauso sehen wie ich. Danke sehr!

  8. Pingback: Google und der Gegenwind » teezeh 2.0

  9. volker sagt:

    TOLLER Artikel.. vielen DAnk..
    wir müssen es schaffen, dass auf politischer ebene, bei verbandsfunktionären und auch bei Unternehmen im top management mal leute sitzen, die wirklich das internet verstehen.. die schreiben briefe, sprechen behauptungen aus etc. und verstehen dabei überhaupt die gesamtzusammenhänge nicht..
    burda hat den mist angezettelt, der soll sich mal ein paar fähige manager einstellen, die brilanz und excellenz zeigen.. die sollen doch ihren content über disallow bei google stoppen.. es wird der tag kommen, da flehen die dannach traffic von google zu bekommen..
    bin es satt, ständig so ein schwachsinn von unfähigen managern zu lesen.. insofern vielen dank für den tollen artikel, der das alles sehr sachlich darstellt.

  10. bert sagt:

    GOOGLE soll alle Verlage bitte ganz schnell aus dem Index verbannen.. das wäre toll, denn dann hätten die blogseiten endlich mal ne chance etwas traffic zu bekommen..
    stichtag 1.12. alle verlage erst mal raus.. und die sollen dann betteln kommen.. das würde ich mir wünschen.. dann würde bei burda sein ganzer traffic in den keller rasseln…

  11. F. Hennet sagt:

    Es ist fast schon peinlich, wie plump und ungeschickt Verlage und nun auch der DJV auf Veränderung reagieren. In zahllosen (gedruckten) Artikel haben wir Journalisten uns über verpennte Musiklables lustig gemacht und deren unzeitgemäße Geschäftsmodelle kritisiert. Immer in der Hoffnung, einer pfiffigeren Branche anzugehören. Offenbar zu unrecht, zumindest wenn Kollege Konken tatsächlich so etwas wie der Sprecher der Journalistenklasse wäre. Ist er aber nicht wirklich – wie er gerade ungefragt bewiesen hat. Würden die Musikverlage ihren Niedergang allein Google anlasten, sie würden in den von Zeitungsverlegern vertriebenen Blättern bestenfalls belächelt. Statt die Verleger wegen ihrer mangelnden Kreativität und Effektivität bei der Suche nach zeitgemäßen Geschäftsmodellen zu attakieren, macht sich Konken mit ihnen gemein. Vor so einer Gewerkschaft (die noch auch meine Beiträge bekommt) müssen sich weder Verleger noch Google fürchten, sondern vor allem deren Mitglieder.

  12. Das DJV-Vorgehen finde ich sehr, sehr befremdlich — und frage mich ebenfalls, ob ich in dem Verband noch richtig aufgehoben bin. Selbst wer der Ansicht ist, dass Google zur Gefahr für die publizistische Vielfalt wird, sollte sich doch die Zeit nehmen, über eine Antwort erst einmal nachzudenken: “Konzertierte Aktion”, “gesetzliche Regelungen”, “einen wirksamen Regel vorschieben” — welche Maßnahmen der DJV-Bundesvorsitzende tatsächlich fordert, bleibt bestenfalls unklar.

  13. fst sagt:

    Sehr schöner Brief. Oben beim DJV hätte man auch einfach mal den Fachausschuß Online, der sich mit dem Thema auskennt, fragen können, bevor man mal irgendwas schreibt. Das Prinzip “Fragen” sollte ja Journalisten nicht ganz unbekannt sein.

  14. Wolf sagt:

    Nicht fragen, ob man ‘richtig aufgehoben’ ist, sondern bitte korrigierend eingreifen.
    Dazu sind ja die Mitglieder da. Ich nehme Kollege Konken gar nicht übel, nichts oder nur wenig von den neuen Geschäftsmodellen, die eben auch riesige Chancen bieten zu verstehen. Aber er hätte fragen können.
    Nun gut, er liest jetzt hier, was wir dazu zu sagen haben und das ist inklusive der wirklich auf den Punkt gebrachten Fragestellungen sehr konstruktiv.

    Meine Hoffnung liegt darin, dass der gesamte DJV jetzt mal wach wird und neben den Risiken auch endlich mal die Chancen bewertet.

    Niemand wird die Uhr zurückdrehen und der olle Spruch gilt weiterhin: Wer nicht mit der Zeit gehen will, geht mit der Zeit.

    Noch ein Spruch: Nur wer sich bewegt, geht beim Schwimmen nicht unter.
    Helfen wir dem DJV etwas auf die Sprünge! Er hat’s verdient!

  15. Manfred sagt:

    Mal abgesehen vom Inhaltlichen – Wissensgesellschaft ist nichts weiter als ein Synonym für Wissenskommunismus! -, finde ich Äußerungen wie diese: “Ein wirksames Vorgehen gegenüber Google setzt voraus, dass Verleger und Gewerkschaften an einem Strang ziehen.” ebenfalls extrem merkwürdig. Wenn der DJV sich als Gewerkschaft versteht, dann soll er sich nicht mit der Arbeitgeberseite solidarisieren (zumal nicht, wenn dieses Geklüngel den im DJV organisierten Urhebern schaden würde), sondern der DJV sollte sich mit den Journalisten zusammentun und mit denen solidarisieren! Menno!

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  17. Matthias sagt:

    Bemerkenswert, dass der DJV den falschen Adressaten angreift. Der DJV macht offensichtlich Google dafür verantwortlich, dass es eine “Gratis-Kultur” im Internet gibt. Insofern gebe ich Ihnen, lieber Kollege Sievers, völlig recht: Es sind doch die Verlage, die sich entschieden haben, ihr Angebot kostenlos ins Netz zu stellen! Und da greift es eben Google (News) ab.

    Statt sich an Google abzuarbeiten, sollte der DJV lieber die Verlage fragen, welche Geschäftsmodelle sie im Netz haben. Die Antwort darauf ist allerdings recht offensichtlich: keine. Es ist eigentlich ein Armutszeugnis, dass sich die Verlage noch immer dieselben Fragen stellen wie vor 5 oder 10 Jahren, nämlich, wie sich im Netz Geld verdienen lässt und ob Paid Contest der richtige Weg ist. (Die jüngsten Ausführungen von “FT”-Chefredakteur Barber belegen, dass die Debatte immer noch am Laufen ist.)

    Zum Teil hat man das Gefühl, dass die Verlage immer noch dem Verlust ihrer Auto- und Wohnungsanzeigen ans Internet nachtrauern und sich matramäßig einreden, man werde auch in 50 Jahren noch Tageszeitungen, auf Papier gedruckt, lesen. In diese Kategorie gehört auch die “Freude” darüber, dass es hierzulande keine Gratiszeitung gebe — dabei gibt es sie längst, sie heißt “Spiegel Online”. Solange die Verlage in ihrer Gedankenwelt Print und Online immer noch so strikt trennen, ist keine Lösung in Sicht. Die Lage ist wohl noch nicht schlimm genug.

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  19. Michael Scheuch sagt:

    Es ist ein tatsächlich ein wenig unangenehm, in diesem Verband Mitglied zu sein. Hessische Mitglieder kennen die merkwürdigen “Eassays” von Waldgang Avenarius, der vom “immer problematischeren Internetbereich” schwafeln darf und für seine immer gleichen und immer schwach mit Fakten unterlegten Betrachtungen im schlimmsten Fall noch Geld bekommt.

  20. Matthias sagt:

    @16: Der DJV hat das Thema Online genauso verpennt wie die Verlage. Das meint Kollege Konken vielleicht mit “an einem Strang ziehen” ;)

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  28. So wie sich die Argumente des DJV lesen, muß es eher um Googles Ambitionen gehen, möglichst viele Bücher zu scannen und ins Netz zu stellen, wie es die Tagesschau beschreibt.

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