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	<title>Björn Sievers &#187; Der Journalismus</title>
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	<description>Berater &#124; Dozent &#124; Radfahrer</description>
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		<title>Wiesenhof und die Zukunft der PR</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 12:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eines vorweg: Ich esse Fleisch, auch Gefl&#252;gel. Und nicht immer stammt das, was auf meinem Teller liegt, aus einer Bioproduktion. So, das ist schon mal raus. Gut. Au&#223;erdem bin ich nicht naiv. Dass es Massentierhaltung gibt, dass die nicht wirklich &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2011/09/04/wiesenhof-und-die-zukunft-der-pr/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines vorweg: Ich esse Fleisch, auch Gefl&#252;gel. Und nicht immer stammt das, was auf meinem Teller liegt, aus einer Bioproduktion. So, das ist schon mal raus. Gut. Au&#223;erdem bin ich nicht naiv. Dass es Massentierhaltung gibt, dass die nicht wirklich toll ist f&#252;r die Tiere, all das ist mir klar. Auch, dass ich als Fleischesser den Markt und damit die Tierhaltung mitgestalte. Produziert wird, was ich kaufe. (Bei H&#228;hnchen habe ich ehrlich gesagt noch nie auf die Marke geachtet, h&#246;chstens auf das Biosiegel.)</p>
<p>Was aber nun sagt mir die Aufregung um den Gefl&#252;gelkonzern Wiesenhof? Mir als Verbraucher? Und mir als Berater?</p>
<p>Da ist zun&#228;chst die SWR-Reportage: Der Film hat eine klare Botschaft: Wiesenhof ist b&#246;se.</p>
<p><iframe width="539" height="333" src="http://www.youtube.com/embed/uDIqiN49bmA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Doch schon einen Klick weiter frage ich mich, haben die Reporter tats&#228;chlich sauber gearbeitet. Wiesenhof ist schon einmal ins Visier von SWR-Reportern geraten, vor gut anderthalb Jahren.</p>
<p><iframe width="539" height="333" src="http://www.youtube.com/embed/g2Fj06hEJgE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nun bin ich kein Spezialist f&#252;r bewegte Bilder. Doch mein Eindruck ist, dass der SWR seine Argumentation damals wie heute nicht nur auf dieselbe Kronzeugin (eine ehemalige Wiesenhof-P&#228;chterin) gest&#252;tzt hat, sondern auch auf dieselben Bilder aus Wiesenhof-St&#228;llen. Was also an der neuen Reportage ist wirklich neu?</p>
<p>Und dann ist da nat&#252;rlich noch das “Gegenmedium”, Wiesenhof selbst. Die Reporter mit einem eigenen Kamera-Team zu filmen ist: sehr schlau.</p>
<p><iframe width="539" height="333" src="http://www.youtube.com/embed/UfM2r9xU514" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Beitrag ist (nein, ich bin kein Bewegtbild-Spezialist) gut gemacht. Er zeigt das SWR-Team aus Wiesenhof-Perspektive, auch den hilflosen Versuch des Reporters, den Titel der Reportage “Das System Wiesenhof – Wie ein Gefl&#252;gelkonzern Menschen, Tiere und die Umwelt ausbeutet” als Arbeitstitel zu verkaufen (wohlgemerkt, der Titel stand bereits fest, bevor die Dreharbeiten abgeschlossen waren). Diesen Teil zeigt der SWR-Film nicht.</p>
<p>Au&#223;erdem hat Wiesenhof eigene Kronzeugen befragt, die den Reportern eine unredliche Arbeitsweise vorwerfen (eigentlich allen Journalisten). Besonders geschickt sind zwei Kameraeinstellungen, in denen Wiesenhof zeigt, wie man H&#228;hnchenst&#228;lle filmen kann, um entweder Enge oder viel Platz zu zeigen (nein, der Wahrheitsgehalt dieser Einstellungen l&#228;sst sich nicht &#252;berpr&#252;fen).</p>
<p>Am Ende bleibe ich, der Verbraucher, ratlos zur&#252;ck. Ich habe immer schon, so seit meiner Jugend, angenommen, dass in der Massentierhaltung nicht immer alles fein ist. Ich wei&#223; auch, dass der Verbraucher als sparsames Wesen gerne billig einkauft und dass wir heute wesentlich weniger f&#252;r unser Essen ausgeben als noch vor ein paar Jahrzehnten. Daf&#252;r fahren wir h&#228;ufiger in den Urlaub und gerne weiter weg. </p>
<p>Wesentlich erhellender finde ich die Wiesenhof-Geschichte aus der Perspektive des Ex-Journalisten und Beraters, der ich bin. Denn Journalisten und PR-Leute k&#246;nnen eine ganze Menge lernen. Nicht mehr nur Reporter haben Kameras, nicht nur Redaktionen drehen Reportagen. Unternehmen k&#246;nnen das auch. Und sie brauchen keinen TV-Sender, um ihre Botschaft in die Welt zu bringen. YouTube und die eigene Website reichen v&#246;llig. Wer sich mit Wiesenhof besch&#228;ftigt, st&#246;&#223;t fast automatisch auch auf den Film des Unternehmens und damit dessen Version der Wahrheit. Am Ende steht Aussage gegen Aussage.</p>
<p>Und weil das so ist, nehme ich als Verbraucher nur eines mit: Weniger Fleisch ist kein Fehler.</p>
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		<title>&#220;ber das Dilemma der Journalistenausbildung</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Die Ökonomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten sa&#223; ich im kleinen Kreis mit ein paar Kollegen zusammen. Das Institut zur F&#246;rderung journalistischen Nachwuchses hatte uns gebeten, miteinander und mit den Studienleitern &#252;ber die Journalistenausbildung und das Curriculum zu sprechen. Das Ergebnis lautete kurz &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2010/09/23/ueber-das-dilemma-der-journalistenausbildung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Monaten sa&#223; ich im kleinen Kreis mit ein paar Kollegen zusammen. Das <a href="http://www.ifp-kma.de/">Institut zur F&#246;rderung journalistischen Nachwuchses</a> hatte uns gebeten, miteinander und mit den Studienleitern &#252;ber die Journalistenausbildung und das Curriculum zu sprechen. Das Ergebnis lautete kurz zusammen gefasst: Handwerk, Handwerk, Handwerk. Denn wer nicht gelernt hat zu recherchieren oder seine Darstellungsformen nicht beherrscht, der kann kein guter Journalist sein. <strong>Aber: Reicht das heute noch?</strong> Ich f&#252;rchte nein. </p>
<p><strong>Das mittelgro&#223;e Problem: </strong>Alles, was fr&#252;her in der Journalistenausbildung gut und richtig war, ist auch heute noch wichtig, ja unumg&#228;nglich. Doch es kommen noch ein paar Dinge hinzu, die Journalisten heute dringend k&#246;nnen oder mindestens verstehen sollten. Die Debatte, die der gesch&#228;tzte Kollege Matthias Spielkamp vor einigen Tagen mit <a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/funf-thesen-zur-journalistenausbildung/">seinen Thesen zur Journalistenausbildung</a> begonnen hat und die der ebenso gesch&#228;tzte Kollege <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/19/ein-buch-eine-idee-und-ihre-hilfe/">Christian Jakubetz mit seinem Buchprojekt</a> weiterf&#252;hrt, ist dringend notwendig. </p>
<p>Das Handwerk steckt in <strong>Matthias erster These</strong>: “Es geht um Journalismus &#8211; nicht Online-Journalismus”. Anders formuliert: Die Plattform hat nichts mit der Qualit&#228;t des Produkts zu tun. Oder wird ein “Zeit”-Essay anderer Journalismus, nur weil die Kollegen von “Zeit Online” es auch im Netz ver&#246;ffentlicht haben?</p>
<p>Die <strong>vier weiteren Thesen</strong> zeigen, dass es mit Handwerk nicht getan ist: Matthias fodert “digital residents” als Ausbilder in den Verlagen, eine produktive “Fehlerkultur”, Freude am Widerspruch des Lesers und die Bereitschaft, von Volont&#228;ren zu lernen. <a href="http://twitter.com/marcuslindemann">Marcus Lindemann</a>, ebenso gesch&#228;tzt, erg&#228;nzt in den Kommentaren, auch von den Lesern, Zuschauern, Grafikern, IT-Leuten, Fotografen und Sekret&#228;rinnen m&#252;ssten wir lernen.</p>
<p>Das alles ist richtig. Und doch ist es nur ein Teil des Dilemmas, in dem wir alle stecken &#8211; und das auch das Dilemma der Journalistenausbildung ist. Denn die Ausbildung m&#252;sste noch so viel mehr vermitteln. Darunter:</p>
<p><strong>Publikationstechniken:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; war der Verlag oder Sender daf&#252;r zust&#228;ndig, die Plattform zu stellen. Der Journalist recherchierte, schrieb seinen Text, als Redakteur baute er die Zeitungsseite; im Radio oder im Fernsehen wurde sein Beitrag geschnitten und gesprochen. Die Ressourcen f&#252;r die Publikation stellte indes die Organisation. Nat&#252;rlich gibt es dieses Modell nach wie vor, aber wir k&#246;nnen uns nicht mehr darauf verlassen, dass es in jedem Fall ewig funktioniert. Und vor allem: Es ist nicht mehr das einzige Modell. Publizit&#228;t kann jeder herstellen, ein Blog und ein Twitter-Account sind ebenso leicht (und kostenlos) einzurichten wie ein E-Mail-Postfach beim Anbieter der Wahl. Wenn aber jeder publizieren kann, dann wird Publizit&#228;t zu einer Kulturtechnik. Und die sollten Journalisten unbedingt beherrschen. Sie sollten bloggen, twittern und bei Facebook sein. Wie sollen sie sonst ihren Lesern aus Augenh&#246;he begegnen?</p>
<p><strong>Kommunikationstechniken:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; war die Leserbrief- oder Zuschauer-Redaktion f&#252;rs Publikum zust&#228;ndig, sie war der R&#252;ckkanal. Der Redakteur bekam nur das geliefert, was ihn betraf (Unsinn, Beschimpfungen und Niveauloses wurde ausgefiltert). Auch heute gibt es dieses Modell noch, sogar in der Online-Welt. Community-Abteilungen k&#252;mmern sich um Leserzuschriften per Mail, in Foren und in Kommentaren, sie filtern, sie ver&#246;ffentlichen, werfen weg &#8211; und sie liefern dem Redakteur sein P&#228;ckchen mit Zuschriften, die ihn betreffen. Aber das ist mehr das einzige Modell: Reaktionen auf die eigene Arbeit finden auch auf Blogs und in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook statt. Online-Kommunikation auf den unterschiedlichsten Kan&#228;len ist l&#228;ngst eine Kulturtechnik geworden. Journalisten m&#252;ssen sie beherrschen, wollen sie ihren Lesern auf Augenh&#246;he begegnen.</p>
<p><strong>Recherchetechniken</strong> (besser bekannt als Datenjournalismus)<strong>:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; ging der Journalist auf eine Pressekonferenz, griff zum Telefon und recherchierte so seine Geschichte, die er anschlie&#223;end aufschrieb. Auch dieses Modell gibt es heute noch, es ist sogar im Online-Journalismus weit verbreitet. Aber es ist nicht mehr das Einzige. Journalisten, zum Beispiel die <a href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog">Kollegen vom Guardian</a>, spielen mit Daten, visualisieren sie, motivieren ihre Leser, ihnen bei der Recherche zu helfen. Aber Journalisten sind auch auf diesem Spielfeld nicht allein, wie zum Beispiel das Projekt <a href="http://bund.offenerhaushalt.de/">Offener Haushalt</a> zeigt. Journalisten oder besser Redaktionen sollten sich jedoch mit diesen Methoden vertraut machen, sonst werden sie von anderen Akteuren abgeh&#228;ngt.</p>
<p>Das Dilemma der Journalistenausbildung ist: Journalisten sollten Physiker, Biologen, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Politologen oder Historiker sein, die das traditionelle Handwerk ebenso wie die neuen Kulturtechnik der Medien- und Kommunikationswelt beherrschen. Nur das ist kaum in einer Ausbildung zu vermitteln. Und angewandt widerspricht es dem an sich ja sehr erfolgreichen Prinzip der Arbeitsteilung &#8211; gegen das auch nichts spricht, au&#223;er der Personalabbau in den Medien.</p>
<p>Der Vollst&#228;ndigkeit halber: Die <strong>Folien von Matthias</strong>, auch ohne Tonspur aufschlussreich.<br />
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<div style="width:425px" id="__ss_5221904"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/spieli/fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung" title="Fuenf Thesen zur Journalistenausbildung">Fuenf Thesen zur Journalistenausbildung</a></strong><object id="__sse5221904" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung-100917051522-phpapp02&#038;stripped_title=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung&#038;userName=spieli" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse5221904" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung-100917051522-phpapp02&#038;stripped_title=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung&#038;userName=spieli" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="padding:5px 0 12px">Weitere Pr&#228;sentationen von <a href="http://www.slideshare.net/spieli">Matthias Spielkamp</a>.</div>
</div>
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		<item>
		<title>Print gegen Online &#8211; Wie Apps die Grenzen aufweichen</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2010/09/22/print-gegen-online-apps-grenzen/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 20:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
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		<category><![CDATA[App-Ökonomie]]></category>
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		<category><![CDATA[iPad]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ein paar Wochen spiele ich mit der iPhone- und der iPad-App der “Zeit”. Die “Zeit” und ich, wir sind schon seit vielen Jahren gute Freunde, und die Apps finde sie wirklich gelungen. Das liegt auch daran, dass ich mir &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2010/09/22/print-gegen-online-apps-grenzen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Wochen spiele ich mit der <a href="http://www.zeit.de/administratives/2010-08/iphone-app-zeit-online"><strong>iPhone- und der iPad-App</strong> der “Zeit”</a>. Die “Zeit” und ich, wir sind schon seit vielen Jahren gute Freunde, und die Apps finde sie wirklich gelungen. Das liegt auch daran, dass ich mir schon am Mittwochnachmittag die aktuelle Ausgabe auf mein iPhone (und mein iPad) laden kann &#8211; was zum Beispiel heute sehr praktisch war, denn ich sa&#223; am fr&#252;hen Abend bei meiner Zahn&#228;rztin, die mich einen Moment warten lie&#223;. Gleich neben der “Zeit” findet in der App “Zeit Online” statt. Gelungen integriert, ein “Zeit”-Gesamtpaket.</p>
<p>Als ich aber nun so dasa&#223; im Wartezimmer meiner Zahn&#228;rztin, da habe ich ein wenig die Orientierung verloren. Ich habe mich gefragt, was ich denn jetzt eigentlich lese auf meinem Telefon. Es sind die Inhalte, die donnerstags immer auf Papier gedruckt vor meiner Wohnungst&#252;r liegen. Aber gedruckt sind sie nicht. <strong>Daraus ergeben sich ein paar Fragen.</strong> Zum Beispiel diese hier: Wenn ich nun von der Papier-”Zeit” komplett auf die App-”Zeit” umsteige (dazu neige ich gerade), bin ich dann noch Print-Abonnent? Was &#252;berhaupt ist dann noch Print? Und was ist Online, das ja gleich auf dem Reiter nebenan stattfindet.</p>
<p>Noch verwirrter bin ich, wenn ich an die g&#228;ngige <strong>Publikationspolitik der Verlage</strong> denke. Um beim Beispiel “Zeit” zu bleiben: Die “Anklageschrift” von Sigmar Gabriel gegen Thilo Sarrazin, die die “Zeit” in der vergangenen Woche gedruckt (und auf mein iPhone gesendet hat), ist auch bei “Zeit Online” abrufbar http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel). Ist dieser Text nun Print oder Online oder beides (abgesehen davon, dass er kein Journalismus ist). Ich bin verwirrt. Und damit es nicht zu Missverst&#228;ndnisse kommt: alle Portale ver&#246;ffentlichen Texte der angeschlossenen Printredaktionen, auch <a href="http://www.focus.de/">FOCUS Online</a>.</p>
<p><strong>Was aber nun machen wir damit?</strong> Mein Vorschlag: Wir lassen uns von iPhone, iPad und der mit diesen Ger&#228;ten verbundenen App-&#214;konomie die Augen &#246;ffnen. Denn es geht nicht um Print und Online (<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/falsche-freunde/">wie auch Stefan Niggemeier aus anderer Perspektive und sehr treffend schreibt</a>), auch nicht um Print gegen Online. Es geht um Journalismus. Und die Qualit&#228;t von Journalismus ist nicht mit der Plattform verbunden, auf der er zuf&#228;llig stattfindet. Allerdings: Qualit&#228;t kostet Geld. Die eigentliche Debatte handelt also von der Frage der Refinanzierung. Ob wir dieses Problem mit Apps l&#246;sen? Ich zweifle. Any further ideas?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nachrichtenagenturen und das Missverst&#228;ndnis mit der Exklusivit&#228;t</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2010/09/06/nachrichtenagenturen-und-das-missverstaendnis-mit-der-exklusivitaet/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 07:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtenagenturen]]></category>

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		<description><![CDATA[Lese eben das Interview von Daniel Bouhs mit Cord Dreyer zum siebten Neustart von ddp Start des neuen dapd-Dienstes &#8211; und darin diesen Satz: &#8220;Es wird um Qualit&#228;tsjournalismus und Exklusivinhalte gehen.&#8221; Da stecken zwei Dinge drin: eine Selbstverst&#228;ndlichkeit, denn nat&#252;rlich &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2010/09/06/nachrichtenagenturen-und-das-missverstaendnis-mit-der-exklusivitaet/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lese eben das <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/damit-beginnt-ein-echter-wettbewerb_100030046.html">Interview von Daniel Bouhs mit Cord Dreyer</a> zum <del datetime="2010-09-05T20:21:01+00:00">siebten Neustart von ddp</del> Start des neuen dapd-Dienstes &#8211; und darin diesen Satz:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Es wird um Qualit&#228;tsjournalismus und Exklusivinhalte gehen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Da stecken zwei Dinge drin: eine Selbstverst&#228;ndlichkeit, denn nat&#252;rlich erwarten die Kunden von Nachrichtenagenturen, dass diese Qualit&#228;t liefern, also Inhalte, die deutlich &#252;ber das Umschreiben von Pressemitteilungen hinaus gehen; und darin steckt eine Seltsamkeit, denn warum eigentlich wollen Agenturen Exklusivinhalte liefern, also Nachrichten, die nur sie haben?</p>
<p>Auf den ersten Blick mag das eine seltsame Frage sein, denn schlie&#223;lich <strong>wollen alle Medien irgendwie exklusiv sein</strong>, sich durch die Inhalte, die sie darbieten, von den Mitbewerbern unterscheiden. Nur: Agenturen sind keine Medien. Sie sind Dienstleister. Medien leisten sich Agenturen, weil es der eleganteste und billigste Weg ist, sich Brot und Butter liefern zu lassen. Das Grundrauschen eben. F&#252;r Wurst, K&#228;se, Honig und Marmelade, also die wirklich leckere Seite der eigenen Publikation, gebraucht aber niemand Agenturen. Das gilt umso mehr, seit das Internet das Mediengesch&#228;ft durchsichtig gemacht hat.</p>
<p>Was passiert also, wenn eine Agentur Exklusives liefert? <strong>M&#246;glichkeit 1</strong> (wenn der Inhalt nicht gar so brisant erscheint): Der diensthabende Nachrichtenredakteur r&#252;mpft die Nase und verwirft die Meldung. Hat schlie&#223;lich nur eine Agentur berichtet, wer wei&#223;, ob wirklich stimmt, was im Ticker steht. Und f&#252;r eine eigene Recherche erscheint das Thema zu unbedeutend. <strong>M&#246;glichkeit 2</strong> (wenn die Exklusivmeldung nach einem echten Thema riecht): Der diensthabende Nachrichtenredakteur merkt auf und leitet die Meldung unverz&#252;glich dem Fachkollegen zu, der zum Beispiel sein Telefonbuch bem&#252;ht, um die Geschichte selbst hart zu bekommen. L&#228;uft es wirklich, wirklich gut f&#252;r die Agentur, bringt die Redaktion die Meldung, bevor das eigene St&#252;ck steht.</p>
<p>An dieser Stelle treten wir einen Schritt zur&#252;ck und betrachten das Geschehen aus der Distanz, vor allem die Frage: <strong>Welchen Nutzen hat die Agentur nun von ihrer Exklusivgeschichte?</strong> Wird sie nicht gebracht: keinen. Wird sie gebracht: auch keinen. Denn entscheidend ist, dass das, was die Agentur exklusiv herausgefunden hat, schon in dem Moment seine Exklusivit&#228;t verliert, in dem der Slot-Redakteur auf den Senden-Knopf dr&#252;ckt. F&#252;r die Agenturkunden ist die Meldung nicht exklusiv, im Gegenteil, alle anderen Kunden haben sie auch. Und sie ist binnen Minuten &#252;berall online zu finden. Wer sich differenzieren will, muss selbst mindestens den Telefonh&#246;rer in die Hand nehmen.</p>
<p>Was an der ganzen Sache <strong>wirklich frustrierend</strong> ist &#8211; f&#252;r die Agenturen: Nicht mal der diensthabende Nachrichtenredakteur wird sich daran erinnern, wo die neue Geschichte eigentlich hergekommen ist, aus der der neue Aufmacher wurde. Das hat er sp&#228;testens nach Feierabend vergessen.</p>
<p>F&#252;r Agenturen folgt daraus: Investiert in Brot und Butter!</p>
<iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2010/09/06/nachrichtenagenturen-und-das-missverstaendnis-mit-der-exklusivitaet/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Warum das Dilemma der Nachrichtenagenturen in die Zukunft der Medien weist</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 07:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachrichtenagenturen stecken in der Klemme. Ihr Gesch&#228;ftsmodell ist fast zwei Jahrhunderte alt &#8211; der franz&#246;sische Publizist Charles-Louis Havas gr&#252;ndete die erste Agentur bereits 1835 &#8211; und das Internet, nat&#252;rlich wieder dieses Internet gr&#228;bt ihnen nun das Wasser ab. Reuters, dpa, &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2010/03/19/warum-das-dilemma-der-agenturen-die-zukunft-der-medien-weist/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachrichtenagenturen stecken in der Klemme. Ihr Gesch&#228;ftsmodell ist fast zwei Jahrhunderte alt &#8211; der franz&#246;sische Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles-Louis_Havas">Charles-Louis Havas</a> gr&#252;ndete die erste Agentur bereits 1835 &#8211; und das Internet, nat&#252;rlich wieder dieses Internet gr&#228;bt ihnen nun das Wasser ab. Reuters, dpa, ddp und all die anderen sind eingekeilt zwischen ihren Kunden auf der einen Seite &#8211; vor allem Zeitungen finanzieren ihre Arbeit &#8211; und dem Netz &#8211; diesem unendlichen Informationsspeicher, den nicht mehr nur Journalisten durchpfl&#252;gen und sortieren &#8211; auf der anderen.</p>
<p>Einen <strong>Teil des Dilemmas</strong> brachte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Widmann">ddp-Chefredakteur Joachim Widmann</a> (mein gesch&#228;tzter Ex-Chef) w&#228;hrend einer Diskussionsrunde am <a href="http://ifp-kma.de/">Institut zur F&#246;rderung publizistischen Nachwuchses</a> in M&#252;nchen auf seine Weise den Punkt: Agenturen m&#252;ssten &#252;berlegen, ob sie mindestens einen Teil ihres Dienstes, vor allem Analysen und Feature, erst mit einer Zeitverz&#246;gerung an Onlinemedien senden sollten. Erst dann, wenn Zeitungen sie gedruckt haben. Aus Sicht der Agentur ist diese &#220;berlegung verst&#228;ndlich. Zeitungen sind nach wie vor die wichtigeren Kunden, sie zahlen deutlich h&#246;here Preise f&#252;r die Agenturdienste als Onlinemedien. Eine Analyse aber, die schon am Tag zuvor auf Nachrichtenportalen zu lesen war, ist f&#252;r die Zeitung wertlos. Schlie&#223;lich gibt niemand Geld f&#252;r Papier aus, auf dem (fast) nur steht, was er bereits aus dem Netz gefischt hat. Das ist die eine Seite des Problems.</p>
<p>Die <strong>andere Seite</strong> hei&#223;t Google News (neben anderen News-Aggregatoren). Diesen Nachrichten-Sammelmaschinen steht Widmann &#8211; wie dem Netz insgesamt &#8211; kritisch gegen&#252;ber. Aus seiner Sicht folgerichtig: Aggregatoren sortieren das Netz und machen riesige Mengen Informationen, darunter Agenturmaterial, &#252;berhaupt erst zug&#228;nglich. Die Agenturen bekommen daf&#252;r keinen Cent, es sei denn, sie schlie&#223;en Vertr&#228;ge mit den Aggregatoren, wie es AP in den USA mit Google getan hat (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-News-zeigt-keine-aktuellen-AP-Nachrichten-900121.html">die Lage ist zurzeit allerdings ein wenig diffus</a>). Wenn aber sagen wir mal Google News gegen Entgelt AP-Nachrichten hostet, also nicht nur Anrei&#223;er, sondern die Volltexte auf den eigenen Seiten auszuspielt, dann k&#246;nnte das der letzte Vertrag sein, den die Agentur abschlie&#223;t. Warum sollten andere (Online-) Medien Agenturdienste abonnieren, wenn Google doch nur die eigenen Seiten ausliefert und nicht mehr auf identische Inhalte anderswo im Netz verweist. Klar, oder? (Und trotzdem hat ddp einen Vertrag mit <a href="http://www.nachrichten.de/">nachrichten.de</a>, den mein Arbeitgeber TOMORROW FOCUS Portal betreibt.)</p>
<p>Damit sind wir beim <strong>Kern des Problems:</strong> Das Gesch&#228;ftsmodell der Agenturen basiert darauf, dass Korrespondenten Informationen sammeln, diese verarbeiten, also Texte schreiben, fotografieren, Videos produzieren, eine Redaktion all das zu Diensten zusammenstelllt und an die Kunden verteilt. In der analogen Medienwelt dereinst war das ein formidables System, schlie&#223;lich ersparte es der Zeitung in Ulm, einen eigenen Korrespondenten in Hamburg zu haben und umgekehrt. Doch diese Welt ist Vergangenheit. Heute ist die Information aus Hamburg auch f&#252;r die Redaktion in Ulm nur einen Klick entfernt. </p>
<p>An dieser Stelle kommt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jeff_Jarvis">Jeff Jarvis</a> ins Spiel. Der US-Blogger, Medienprofessor und Berater wiederholt schon seit Jahren sein Mantra: <a href="http://www.buzzmachine.com/2007/02/22/new-rule-cover-what-you-do-best-link-to-the-rest/">&#8220;Cover what you do best. Link to the rest.&#8221;</a> Sieht man sich im (deutschen) Internet um, h&#246;rt ihm jedoch kaum jemand zu. Lokal- und Regionalzeitungen verlinken f&#252;r Geschichten aus Berlin nicht etwa auf den &#8220;Tagesspiegel&#8221; oder die &#8220;Berliner Zeitung&#8221;. Stattdessen fluten sie die eigenen Seiten mit dpa-Meldungen, wie mein erster Arbeitgeber <a href="http://www.die-glocke.de/news/html/-brennpunkte-/index.shtml">&#8220;Die Glocke&#8221;</a> (ich war so um 1990 freier Mitarbeiter). Ist das sinnvoll? Nein. Es f&#252;hrt dazu, dass 80 Prozent der Inhalte im deutschen Internet austauschbare Agenturtexte sind (das sagt nachrichten.de- und mein Chef <a href="http://in.focus.de/autor.html">Jochen Wegner</a>, der mit Widmann auf dem Podium sa&#223;). Aber es hat Tradition. Schlie&#223;lich bedient sich die Mantelredaktion auch bei den Agenturen und bastelt aus ihren Dienste gro&#223;e Teile des ersten Buchs einer typischen deutschen Zeitung.</p>
<p>Das ganze System funktioniert so lange wie Zeitungen noch funktionieren (und die Onlineportale von den meisten lokalen und regionalen Medien eher Feigenbl&#228;tter als erst gemeinte Versuche mit Onlinejournalismus sind). Das m&#246;gen sie bitte auch gerne noch sehr lange, denn Papier ist ja ein sehr sch&#246;nes Medium. Aber nach allem was man so h&#246;rt und liest, geht es mit der <a href="http://www.ivw.de/index.php?menuid=37&#038;reporeid=10#tageszeitungen">(Gesamt-) Auflage der deutschen Zeitungen Jahr f&#252;r Jahr bergab</a>. Und auch der Werbemarkt hat seine besten Zeiten im Printgesch&#228;ft wohl hinter sich gelassen.</p>
<p>Nun setzen wir mal voraus, dass die etablierte Medienwelt eher so denkt wie Joachim Widmann, das alte System also bewahren m&#246;chten, so lange wie es Gewinne abwirft (und das tut es ja in den meisten Verlagen noch). Vermutlich passiert dann auch in den kommenden zehn Jahren das, was schon in den vergangenen 15 Jahren passiert ist: nichts. Ok, wenig. Statt &#252;ber <strong>neue Gesch&#228;ftsfelder</strong> nachzudenken, bleibt der traditionsbewusste Medienmensch bei den Dingen, die er kennt. Bis es nicht mehr geht. Und ganz bestimmt wird es bei einigen Verlagen irgendwann nicht mehr gehen.</p>
<p>So lange Zeitungen (und andere) ihr angestammtes Gesch&#228;ft verfolgen, k&#246;nnen aber Entdecker Neues ausprobieren, Leute wie <a href="http://www.prothmann.org/">Hardy Prothmann</a> mit seinem <a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a> (Hardy sa&#223; mit Widmann und Wegner auf dem Podium im ifp). Der Journalist bastelt seit rund einem Jahr an einem kleinen Blognetzwerk f&#252;r seinen Heimatort Heddesheim und die umliegenden Gemeinden. Platz daf&#252;r l&#228;sst ihm der &#8220;Mannheimer Morgen&#8221;, ist Prothmann &#252;berzeugt. Schlie&#223;lich betreibe der &#252;berwiegend &#8220;Bratwurstjournalismus&#8221;, gef&#228;llige Lokalberichterstattung, die das Objekt der Berichterstattung ernster nehme als den Leser (und den Leser somit an der Nase herumf&#252;hre). </p>
<p>Nun k&#246;nnte es ja sein, dass das Heddesheimblog ein Erfolg wird und Hardy ein Leben finanziert. Und dann k&#246;nnte es ja sein, dass es weitere &#228;hnliche Projekte gibt, also noch mehr Blogs &#252;ber <strong>Orte wie Heddesheim</strong> (die Gemeinde hat 10.000 Einwohner) und Publikationen wie die <a href="http://www.ruhrbarone.de/">Ruhrbarone</a>. In einer idealen Welt k&#246;nnten all diese Nischenmedien sich zusammenschlie&#223;en, ein gemeinsames Netzwerk bilden und so auf eine nennenswerte Reichweite kommen, um auch jenseits der lokalen Anzeigenakquise am Werbekuchen zu knabbern. </p>
<p>Was die Medien dieser neuen Welt sicher nicht brauchen, sind Agenturen. Prothmann sagt ganz klar, er fliege deutlich unter dem Radar von Agenturdiensten, er berichtet detaillierter und kleinteiliger als das selbst die dpa mit ihrem engen Korrespondentennetz je leisten k&#246;nnte. Was die neuen hyperlokalen Medien allerdings gebrauchen k&#246;nnten, w&#228;re ein Aggregator, eine intelligente Maschine, die aus den einzelnen Nachrichtenstr&#246;men ein auf die Bed&#252;rfnisse einzelner Nutzer oder regional sortiertes Netz spinnt. Dann w&#252;rde das Heddesheimblog auf das Berlinblog verlinken und eben kein ddp-Feature kopieren.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnte es auch ganz anders laufen. Schlie&#223;lich h&#228;tten Zeitungen mit ihren Portalen heute schon die M&#246;glichkeit, sich zu vernetzen. Sie m&#252;ssten sich nur mal auf den Weg machen. So langsam. Doch egal wie die Entwicklung weitergeht: Die Agenturen stecken in der Klemme. Medien brauchen sie zwar noch, aber von Jahr zu Jahr ein bisschen weniger.</p>
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		<title>Google und die Medien &#8211; ein paar Gedanken und Thesen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 07:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221; mit den Kollegen Albrecht Ude und Lars Reppesgaard sowie dem Suchmaschinenentwickler Wolfgang Sander-Beuermann &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: &#8220;Google &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/11/16/google-und-die-medien-ein-paar-gedanken-und-thesen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der <a href="http://rdn-online.de/besseronline/">DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221;</a> mit den Kollegen <a href="http://www.ude.de/">Albrecht Ude</a> und <a href="http://www.druckreif-redaktion.de/lars_reppesgaard.htm">Lars Reppesgaard</a> sowie dem Suchmaschinenentwickler <a href="http://suma-ev.de/wsb/">Wolfgang Sander-Beuermann</a> &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: <a href="http://rdn-online.de/besseronline/das-programm/">&#8220;Google sei bei uns!?&#8221;</a> Ich sammle dann an dieser Stelle schon mal ein paar <del datetime="2009-11-15T14:29:40+00:00">steile Thesen</del> Argumente.</p>
<p>Die Leitfrage des Panels &#8211; so steht es im Programm &#8211; lautet: &#8220;Ist die von dem Unternehmen (Google, Anm. des Bloggers) bereitgestellte Infrastruktur ein Segen f&#252;r Onliner oder sollte man Google mit Vorsicht genie&#223;en?&#8221; Also los.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Journalisten</strong></p>
<p>Der Journalist und der Internetnutzer in mir liebt Google. Die Suche ist toll, der E-Mail-Dienst un&#252;bertroffen, der Google Reader mein gelebter Traum seit Jahren, Google Docs immer wieder sehr praktisch. Alls in allem kann ich allein mit der Bookmarkverwaltung nichts anfangen, da gibt es mit Delicious wahrlich etwas besseres. Und Flickr hat Google mit Picasa bei weitem nicht erreicht. Ergo: F&#252;r vieles, was Journalisten so tun, ist Google praktisch. Die Suche ist ein unverzichtbares Instrument f&#252;r die Recherche.</p>
<p>Der B&#252;rger in mir ist gleichwohl besorgt. Denn Google sammelt sehr, sehr viele Daten. Und Google sitzt in den USA, meine Daten damit auch. Gleichzeitig ist die US-Regierung (noch st&#228;rker als die deutsche) in den vergangenen Jahren immer hungriger nach Daten geworden. Ziehe ich daraus Konsequenzen: nicht wirklich. Ich rede mir ein, dass ich ja von einem Tag auf den anderen die Finger von Google lassen k&#246;nnte, wohl wissend, dass mir das mit jedem Tag, an dem ich diese wundervollen Dienste nutze, schwerer fiele.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Online-Medien</strong></p>
<p>F&#252;r alle Produzenten von Internetinhalten (also nicht nur f&#252;r Journalisten) ist Google ein Traum. Dem durchschnittlichen deutschen Nachrichtenportal sp&#252;lt Google zwischen 30 und 60 Prozent der Zugriffe auf die Seite. W&#252;rden die Verlage und Sender Google nun ausschlie&#223;en (was mithilfe der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robots_Exclusion_Standard">robots.txt</a> auch ohne ausgefeiltere Programmierkenntnisse ziemlich einfach ist), ihre Portale w&#252;rden deutlich schrumpfen. Weniger Seitenabrufe bedeuten weniger ausgelieferte Werbung, bedeuten weniger Einnahmen, bedeuten weniger Geld f&#252;r Journalismus, bedeuten kleinere Redaktionen, bedeuten weniger Journalismus.</p>
<p>Und trotzdem f&#252;hren Medienmanager und Verleger eine rege Debatte &#252;ber Google. Die Argumentation: Google verdiene mit den Inhalten der Verlage Geld, weil neben den Suchergebnissen Werbung  angezeigt wird. Und in der Tat: Google ist eigentlich ein Werbekonzern, der einen ungesund gro&#223;en Teil des Online-Werbemarktes erobert hat. Einer der j&#252;ngeren Beitr&#228;ge zu diesem Thema kommt von einem Dinosaurier der Branche: Rupert Murdoch &#8211; das ist der 78-J&#228;hrige, der vom australischen Regionalverleger zum wohl wichtigsten Medienmenschen der Welt wurde und der sich vor einiger Zeit mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; die renommierteste Wirtschaftszeitung mindestens der USA einverleibt hat &#8211; m&#246;chte Google ausschlie&#223;en, <a href="http://www.focus.de/digital/internet/paid-content-murdoch-will-google-ausschliessen_aid_452602.html">hat er vor ein paar Tagen gesagt</a>. </p>
<p>Das klingt &#8211; auf den ersten Blick &#8211; nach &#246;konomischer Selbstaufgabe und kommt doch nicht &#252;berraschend. Schlie&#223;lich ist Murdoch der Verleger, der mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; ein &#8211; nach allem was man so h&#246;rt &#8211; erfolgreiches Paid-Content-Modell sein eigen nennt. Die Wirtschaftszeitung verdient im Internet mit journalistischen Inhalten Geld, und zwar weil die Leser f&#252;r die Inhalte bezahlen. Leute wie Mathias D&#246;pfner denken deshalb wohl an Murdoch, wenn sie, wie der Springer-Chef vor ein paar Tagen auf dem <a href="http://www.monacomediaforum.org/">&#8220;Monaco Media Forum&#8221;</a> im <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-11/springer-huffington-doepfner">Streitgespr&#228;ch mit US-Blog-Verlegerin Ariana Huffington</a>, vehement Bezahlinhalte auch f&#252;r ihre eigenen H&#228;user propagieren.</p>
<p>Auf den zweiten Blick f&#228;llt auf, dass Murdoch mit seinem Vorsto&#223; einen Paradigmenwechsel einleiten k&#246;nnte. Was passiert, wenn Microsoft Murdochs News Corp. daf&#252;r bezahlen w&#252;rde, die Inhalte mit der eigenen Suchmaschine Bing indizieren zu d&#252;rfen, der Medienkonzern Google aber ausgeschlossen w&#252;rde? Das k&#246;nnte Google in Bedr&#228;ngnis bringen &#8211; und zum Umdenken zwingen, schreibt <a href="http://www.techcrunch.com/2009/11/13/murdoch-google-bing-mexicanstandoff/">US-Blogger Michael Arrington, der eine These des Chefs der Suchmaschie Mahalo, Jason Calacanis, aufgreift</a> (<a href="http://www.buzzmachine.com/2009/11/15/nose-face-cut-spite-blocking-google/">Jeff Jarvis ist da anderer Meinung</a>). M&#246;glicherweise hat es schon <a href="http://eu.techcrunch.com/2009/11/13/badda-bing-microsoft-woos-newspapers-by-funding-their-stick-to-beat-google/">ein Treffen gro&#223;er Verlage mit Bing gegeben, um eine gemeinsame Aktion gegen Google vorzubereiten</a>. (Nachzulesen auch bei <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/11/14/verleger-planen-buendnis-gegen-google-und-fuer-microsoft.aspx">Holger Schmidt</a>.)</p>
<p>Einen ersten Hinweis auf einen m&#246;glichen Paradigmenwechsel im Suchmarkt (wir erinnern uns: Google indexiert, schaltet Werbung neben Suchergebnissen und leitet den Traffic weiter) haben j&#252;ngst die <a href="http://www.focus.de/digital/internet/suchmaschinen-twitter-nachrichten-in-echtzeit-bei-google-und-bing_aid_447077.html">Vereinbarungen von Twitter mit Google und Microsoft bzw. Bing</a> geliefert: Twitter wird den Suchmaschinen seine Inhalte zur Verf&#252;gung stellen, damit diese sie indizieren k&#246;nnen. Und vermutlich zahlen beide Konzerne daf&#252;r. Denn die Entwicklung zum Live-Web hat sie in j&#252;ngster Vergangenheit ein wenig alt aussehen lassen (alt hier im Sinn von 1998).</p>
<p><strong>Google zerfl&#228;ddert Journalismus</strong></p>
<p>Google tr&#228;gt einen erheblichen Anteil daran, dass Medien die Klammer um ihre Inhalte verlieren. Eine Zeitung ist eine solche Klammer um Inhalte (das neue &#8220;Handelsblatt&#8221; ist sogar geheftet), das macht den Charme dieses Produkts ja gerade aus. In der fr&#252;hen Phase der Entwicklung von Medien im Netz haben AOL und Yahoo ihr Gesch&#228;ftsmodell darauf aufgebaut, dem Nutzer einen Ort zu bauen, an dem er alles findet: seine Mails, seine Freunde, seine Nachrichten. Dieses Modell ist tot (AOL fast vergessen und Yahoo nicht eben in bester Verfassung), und das ist auch eine Folge der Googelisierung unserer Internetnutzung. In j&#252;ngster Zeit tragen auch Facebook und Twitter dazu bei.</p>
<p>FOCUS-Online-Chefredakteur Jochen Wegner hat diese Entwicklung vor einiger Zeit in einem <a href="http://in.focus.de/2008/12/interview-zu-nachrichtende-und-onlinejournalismus.html">Interview mit dem &#8220;Kress Report&#8221;</a> so zusammengefasst:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Online-Medien wechseln derzeit in einen neuen Aggregatzustand, sie sind nicht mehr in einer festen Klammer gebunden sondern werden gleichsam fl&#252;ssig &#8211; unsere Inhalte flie&#223;en in Einzelteilen durchs Netz, Medienmarken gewinnen damit als Absender eine ganz neue Bedeutung.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das hat auch f&#252;r den Journalismus Konsequenzen: Es z&#228;hlt nicht mehr das Gesamtprodukt. In einer Zeitung kann ja auch mal ein schwacher Artikel stehen, der schadet nicht unmittelbar dem Gesamtprodukt. Im Netz m&#252;ssen Medien mit jedem St&#252;ck, das dort drau&#223;en weitergereicht wird oder &#252;ber Suchmaschinen zu finden ist, ihr Markenversprechen einl&#246;sen. </p>
<p><strong>Die Google-Informationsgesellschaft ist (auch) vorindustriell</strong></p>
<p>Wir lebten einst in einer hochspezialisierten Gesellschaft. F&#252;r jede Aufgabe gab es jemanden, der sie erledigte f&#252;r uns. Und wir bezahlten daf&#252;r. Wir haben das Reiseb&#252;ro daf&#252;r bezahlt, uns einen Urlaub zu buchen, den Buchh&#228;ndler, uns ein Buch zu bestellen &#8211; und den Zeitungsverlag daf&#252;r, uns Nachrichten und Reportagen zu b&#252;ndeln, auf Papier zu drucken und dieses zu unserem Briefkasten oder wenigstens unserem Kiosk zu transportieren. </p>
<p>Und heute? Ein Reiseb&#252;ro habe ich seit mehr als f&#252;nf Jahren nicht mehr betreten. Ferienh&#228;user findet Google f&#252;r mich, Flug und Mietwagen buche ich auch &#252;bers Netz. Auch wenn ich hin und wieder noch in eine Buchhandlung gehe &#8211; vor allem in die Kleine ein paar Stra&#223;en weiter, weil ich so kleine Buchhandlungen einfach mag -, der gr&#246;&#223;te Teil meines B&#252;cherbudgets landet bei Amazon. Seit Jahren. Mein Verh&#228;ltnis zu Zeitungen ist &#228;hnlich, wie das zu Buchhandlungen: Ich liebe sie, aber den gr&#246;&#223;ten Teil meines Medienbudgets (hier im Sinn von Aufmerksamkeit) schenke ich dem Netz. Twitter, Blogs und all den Dingen, die mein Google Reader f&#252;r mich zusammenh&#228;lt. RSS und nicht ein Verlag oder eine Redaktion ist die Klammer meiner kleinen Medienwelt.</p>
<p>Und deshalb ist das Google-Zeitalter auch vorindustriell: Wir machen wieder viel mehr selbst. Das geht sogar soweit, dass Handarbeit sich wieder lohnen kann. Mit dem Netz gibt es einen weltweiten Markt f&#252;r Nischenprodukte, die es niemals in die Regale von Ladengesch&#228;ften schaffen w&#252;rden.</p>
<p><strong>Google ist eine Chance f&#252;r Journalismus in der Nische</strong></p>
<p>Journalisten k&#246;nnen sich ihre Nische suchen und dort selbst Verleger werden. Das geht schon kostenlos bei einem Bloghoster; und selbst wenn es ein bisschen professioneller aussehen und selbstgehostet sein soll, bel&#228;uft sich die Investitionssumme auf weniger als 100 Euro im Jahr (die eigene Arbeitszeit, der Internetanschluss und das Netbook, das wir eh alle haben, nicht mitgerechnet). F&#252;r die Distribution der Inhalte sorgt Google. Und Twitter. Und Facebook. Refinanzierungsmodell: Werbung.</p>
<p>Wie das funktionieren kann, erkl&#228;rt zum Beispiel Sascha Pallenberg, der Macher von <a href="http://www.netbooknews.de/">netbooknews.de</a> in diesem Video:</p>
<p><embed src="http://blip.tv/play/ge9F_eZjAg%2Em4v" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="391" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></p>
<p>Dass das mit einem IT-Thema relativ einfach und mit Reportagen aus Nepal eher schwierig ist, ist einer der Haken, den die Sache noch hat. Doch was sollen wir machen. Google ist. Vor allem die deutschen Internetnutzer wollen fast nur Google. Die pessimistische Sicht lautet: Damit m&#252;ssen wir leben. Der Optimist denkt: Darauf kann ich aufbauen. Mir ist aufbauen lieber.</p>
<p>Hab ich was vergessen? Bestimmt.</p>
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		<title>Die Zukunft der Medien. Oder: Jeff Jarvis, kritisch gelesen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 18:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem auf Twitter) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von Jeff Jarvis auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/11/08/die-zukunft-der-medien-oder-jeff-jarvis-kritisch-gelesen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem <a href="http://search.twitter.com/search?q=jarvis+medientage">auf Twitter</a>) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von <a href="http://www.buzzmachine.com/about-me/">Jeff Jarvis</a> auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich (auch weil die Medientage schon ein Weilchen vorbei sind; zugleich erkl&#228;rbar, denn <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">carta hat die Keynote als Transkript ver&#246;ffentlicht</a>). Nicht weil Jarvis unter seinen M&#246;glichkeiten geblieben w&#228;re, im Gegenteil, er war wie immer pr&#228;gnant und provozierend. Nur hat er im Kern nichts Neues gesagt. Seine Thesen stehen in seinem <a href="http://www.buzzmachine.com/">Blog</a>, und er hat sie mit &#8220;What would Google do&#8221; zwischen zwei Buchdeckeln verewigt.</p>
<p>Wenn also das geneigte Netzpublikum &#8211; wieder einmal &#8211; applaudiert, was hei&#223;t das dann? Denkbar ist, dass Jarvis zwar geh&#246;rt, aber nicht verstanden wird. Da er jedes Mal brillant klingt, kann man immer erneut begeistert sein, ohne jedoch seine Erkenntnisse in den Medienalltag zu &#252;bertragen. Deshalb die Frage: Was sagt er denn eigentlich? Eine Interpretation.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We had a content economy when we could obviously sell many copies of anything we created. Now we have a link economy, where there is the need for only one copy of anything online.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In der analogen Welt konnten zum Beispiel Tageszeitungen es sich leisten, ihre &#220;berregionale Berichterstattung vor allem auf Agenturmaterial aufzubauen (viele tu das heute noch). Da der typische Leser nur eine Zeitung liest, f&#228;llt ihm nicht auf, dass &#252;berall (mehr oder weniger) die gleiche Nachrichtensuppe gereicht wird. </p>
<p>Im Netz sieht das dann so aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/el1fbZSE0l9OiNoFz71CCw?feat=embedwebsite"><img src="http://lh4.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC325Nm_I/AAAAAAAABtA/q2tExyesjZU/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.26.58.png" /></a></p>
<p>Jarvis und seine Link-&#214;konomie ist also noch nicht angekommen bei den Zeitungen bzw. deren Online-Ablegern. Sie machen im Netz weiter wie bisher. Google ist da anders, denn Google News erkennt &#8211; wie andere Aggregatoren auch &#8211; Inhalte, die es an vielen Orten im Netz gibt und sortiert diese aus den Ergebnislisten aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/5S3OAqIGiQ9EdNaN9o3CJQ?feat=embedwebsite"><img src="http://lh5.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC30O-QMI/AAAAAAAABtE/MbFg_9KNDG0/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.31.12.png" /></a></p>
<p>Denkt man die Link-&#214;konomie konsequent weiter, dann m&#252;ssten alle Online-Medien &#8211; als ersten Schritt &#8211; ihre dpa-Ticker abschalten und d&#252;rften Agenturmaterial allenfalls als Steinbruch f&#252;r Autorengeschichten verwenden. K&#252;rzungen oder K&#252;ndigungen der Agenturvertr&#228;gen w&#228;ren die Folge. Nachrichtenagenturen ginge ihr tradiertes Gesch&#228;ftsmodell verloren. Sie m&#252;ssten eigene Portale aufbauen und ihre Inhalte an den Endkunden verkaufen &#8211; gegen Geb&#252;hren oder Werbeeinblendung. Gemeinsam ist Autoren- und Agenturportalen ein Sch&#246;nheitsfehler: Es gibt kein Finanzierungsmodell. Der Werbekuchen jedenfalls d&#252;rfte zu klein sein. Und Bezahlinhalte funktionieren bisher nur bei Fachinformationen.</p>
<p>Mit den Bezahlschranken sind wir auch wieder bei Jarvis angekommen, der aus der Link-&#214;konomie ein paar Schl&#252;sse zieht, unter anderem diesen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;The first is that you have to have your content open to the world. If you’re not searchable, you will not be found. So talk of going behind pay walls I think is dangerous because you potentially lose audience, you lose discovery. And you have unlimited competitors out there that will be free.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Die Botschaft ist eindeutig: Lass die Schranke herunter und Du bist tot. Ob das auch f&#252;r Inhalte auf dem Handy gilt? Ich vermute, dass das so ist. In Deutschland l&#228;uft die Diskussion allerdings in die entgegengesetzte Richtung (als Pars pro toto sei <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hombach-fordert-paid-content-initiative_100022663.html">WAZ-Chef Bodo Hombach an dieser Stelle angef&#252;hrt</a>). </p>
<p>Die Notwendigkeit, die Nachrichtenticker abzuschalten, pr&#228;zisiert Jarvis mit seinem &#8211; fast schon zum Mantra gewordenen &#8211; Rat:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Do what you do best and link the rest.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Gemeint ist damit nichts anders als: radikale Spezialisierung. Brauchte in der analogen Medienwelt noch jede Zeitung Kinokritiken, so reichen heute ein paar Kinoportale aus. Und braucht es wirklich von 190 (so viele Verlage und Sender sind Gesellschafter der dpa) und mehr Medien Leitartikel oder Kommentare zur Politik in Berlin? Jeden Tag? In der Link-&#214;konomie reichen vermutlich ein paar Dutzend, um Pluralit&#228;t zu gew&#228;hrleisten. Denn es kann ja jeder, der will, seine Meinung ins Internet schreiben. In einer Link- und (wir kommen zum &#252;bern&#228;chsten Jarvis-Argument) Stream-&#214;konomie hat sogar jeder (fast) die gleiche Chance, Geh&#246;r zu finden. Gro&#223;e Medienmarken haben auf Twitter und Facebook kein Abo f&#252;r die Link-Verbreitung. In einer Stream-&#214;konomie wird jede Geschichte zur &#8220;Bild&#8221;-Zeitung, die sich ja auch jeden Tag am Kiosk aufs neue verkaufen muss (nur dass es in sozialen Medien nicht einmal die Gewohnheit gibt, jeden Tag Links von diesem oder jenem Medium zu verbreiten.</p>
<p>Ok, das klingt erst Mal aussichtslos. Doch das ist es nicht, sagt Jarvis. In den USA funktioniert auch jenseits der &#8220;Huffington Post&#8221; einiges, zum Beispiel lokale Berichterstattung:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We found that hyperlocal sites, sites covering a small town – fifty thousand people – were bringing in between $ 100.000 and $ 200.000 advertising revenue.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auch in Deutschland gibt es erste Versuche in diese Richtung, etwa Hardy Prothmann mit seinem <a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a> und <a href="http://www.fussball-passau.de/">fussball-passau.de</a>. Ob sich diese Modelle tragen: offen.</p>
<p>Folgen wir Jarvis, dann ist das Heddesheimblog die Zukunft:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;(&#8230;) we have to rethink what we are as media companies and that is very hard, because the future is a bunch of very small companies. And we have used to be very big. And I am not sure if it’s possible to go from big to small. It’s very painful. There’s a lot of jobs lost in that process.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Zu sehen ist davon in Deutschland bisher kaum etwas. Nur eine handvoll Sites. Nun ja, und die Entlassungen bei der WAZ, die sind nat&#252;rlich schon real.</p>
<p>Als w&#228;re das alles noch nicht schlimm genug, die Medien haben noch ein weiteres Problem, sie &#228;chzen unter der ganzen neuen Konkurrenz:<br />
<blockquote><em>&#8220;I don’t know what the numbers are for sites in Germany, but in the U.S. most news sites get about 12 page views per user per month. That is criminally low. Facebook gets 12 page views per user per day.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Jarvis vergleicht damit nat&#252;rlich &#196;pfel und Birnen. In der analogen Welt hat ja auch keiner gefragt, wie viel Zeit die Menschen mit ihrer Zeitung und anderen Arten von Papier verbracht haben. Und dennoch ist es Teil des Problems. Denn wenn es Medien nicht schaffen, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, dann haben sie verloren. Wer grad bei Facebook chattet, der liest keine Nachrichten (also allenfalls die, auf die ihn gerade seine Freunde hinweisen).</p>
<p>Auch die Produktionsmethoden von Journalismus haben, folgt man Jarvis, ihr Verfallsdatum bereits &#252;berschritten. Als Grund nennt er die hohe Aufmerksamkeit, die Social-Media-Sites wie Facebook bekommen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We really are about process. Journalism and news is a process that doesn’t begin and that doesn’t end. When you think like that, I think you open up your world to collaboration.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das klitzekleine Problem: Journalisten (die meisten jedenfalls) sind bisher als Einzelk&#228;mpfer bekannt. Allenfalls bei den wirklich gro&#223;en Medien entstehen Texte in Zusammenarbeit. Auch diese Teams sind jedoch noch sehr weit weg von der Zusammenarbeit, die Jarvis meint: Er sieht den ganzen Journalismus als Prozess. Journalisten machen in beta. Kaum vorstellbar. Im Perfektionsland Deutschland noch ein bisschen weniger. </p>
<p>So, das sind die Dinge, die mir in Jarvis Keynote aufgefallen sind. Alles in allem sind wir von der Vision des st&#228;ndigen Deutschlandreisenden Jeff Jarvis noch sehr weit entfernt. Und: Es ist nur eine Vision. F&#252;r die meisten Argumente fehlt der Beweis, dass die Mechanismen wirklich funktionieren, vor allem der &#246;konomische Beweis fehlt. Den wird uns die Geschichte liefern.</p>
<p>Das w&#228;re die ganze Keynote:</p>
<p><object width="400" height="300"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="300"></embed></object>
<p><a href="http://vimeo.com/7471576">Jeff Jarvis: &#8220;Google is not an enemy, Google is a model&#8221;</a> from <a href="http://vimeo.com/user1191984">Carta</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2009/11/08/die-zukunft-der-medien-oder-jeff-jarvis-kritisch-gelesen/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Freemium, Postjournalismus und die Medienmenschen</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2009/08/17/feemium-postjournalismus-und-die-medienmenschen/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 15:15:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gunnar Bender hat seinen Wechsel vom Medienkonzern Bertelsmann als freier Berater zur FDP mit einem spannenden Posting begr&#252;ndet, in dem auch folgender Satz steht. Bender argumentiert, er verlasse die Medienbranche nicht, selbst wenn das auf den ersten Blick so aussehe: &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/08/17/feemium-postjournalismus-und-die-medienmenschen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gunnar Bender hat seinen Wechsel vom Medienkonzern Bertelsmann als freier Berater zur FDP mit einem <a href="http://bendersbookmarks.blogspot.com/2009/08/mein-neuer-job-warum-ich-gerade-jetzt.html">spannenden Posting begr&#252;ndet</a>, in dem auch folgender Satz steht. Bender argumentiert, er verlasse die Medienbranche nicht, selbst wenn das auf den ersten Blick so aussehe:</p>
<blockquote><p><em>Denn meiner Meinung nach ist heute jeder im Mediengesch&#228;ft &#8211; jeder Unternehmer, jeder Kunde, jeder Politiker, jeder W&#228;hler, jeder Lehrer, jeder Sch&#252;ler, ja letztlich jeder Einzelne.</em></p></blockquote>
<p>Genau &#252;ber diesen Zusammenhang habe ich in den vergangenen Tagen viel nachgedacht &#8211; motiviert unter anderem durch Chris Andersons &#8220;Freemium&#8221; und das, was Verlage daraus m&#246;glicherweise machen &#8211; sowie <a href="http://betathoughts.wordpress.com/2009/08/10/projekt-postjournalismus/">das Postjournalismus-Posting von Michel Reimon</a>. Gestern nun auf dem Rennrad haben sich wie von selbst die Gedanken zusammengef&#252;gt, und ich bin sicher, h&#228;tte ich sie aufschreiben k&#246;nnen, sie w&#228;ren zu einem brillanten Posting geworden. Aber so gibt es wieder nur die gewohnte Flugh&#246;he.</p>
<p>Also: Jeder ist im Mediengesch&#228;ft. Jeder Einzelne, jedes Unternehmen, jede Institution, jeder Politiker. Auf den ersten Blick bedeutet das eine neue Form der Gleichheit. Ein Blog zu starten oder auf Twitter zu publizieren zu beginnen, ist in etwa so schwierig, wie sich eine neue E-Mail-Adresse zuzulegen. Bei Google sind eh alle gleich. Und auch der Rest, das Handwerk ist kein Hexenwerk. Das werden <del datetime="2009-08-17T08:19:13+00:00">wir alle</del> viele von uns lernen. Schlie&#223;lich haben wir auch gelernt mit E-Mails umzugehen, Reisen zu buchen und B&#252;cher zu kaufen. (Vor einigen Wochen hatte ich ein Déjà-vu, in meinem Postfach landete doch tats&#228;chlich ein <a href="http://www2.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml">Hoax</a>. So etwas hatte ich jahrelang nicht erlebt.)</p>
<p>Nun ist es so, dass ich den Gedanken, dass jeder im Mediengesch&#228;ft ist, nicht zum ersten Mal h&#246;re. Kombiniere ich ihn mit Andersons &#8220;Freemium&#8221;, bringt er mich dennoch neu zum Nachdenken. Der einfache Grund: Wenn Unternehmen, Institutionen und Parteien verstehen, dass sie es selbst sind, die publizieren k&#246;nnen, dann wird es f&#252;r Medien noch ein bisschen schwerer Erl&#246;smodelle jenseits von Werbung zu finden. Ich versuche den Gedanken mal in ein Beispiel zu pressen.</p>
<p>Nehmen einen deutschen Maschinenbauer, eines dieser typisch deutschen Unternehmen aus dem R&#252;ckgrad der Wirtschaft, so ein gro&#223; gewordener Mittelst&#228;ndler, der Maschinen anbietet, die sonst keiner bauen kann. Dieser nicht ganz kleine, aber weitgehend unbekannte Weltmarktf&#252;hrer aus der deutschen Provinz merkt pl&#246;tzlich, dass auch er ein Publizist ist. Denn im Unternehmen gibt es Wissen, das es (fast) nur dort gibt. Vieles kann unser Unternehmen preisgeben, weil es eben nicht die Coca-Cola-Formel ist. Das hat es auch getan, nur hat kaum jemand zugeh&#246;rt. Nur dieser eine Redakteur dieses Fachmagazins zum Maschinen- und Anlagenbau, der wollte alle Informationen &#8211; am liebsten vorab.</p>
<p>Sobald unser Beispiel-Weltmarktf&#252;hrer sein Wissen mit dem Internet zusammenbringt, verliert der Redakteur seine Bedeutung. Nat&#252;rlich darf er weiter &#252;ber die Maschinen des Unternehmens schreiben. Doch das Netz wird schnell zur wichtigsten Plattform f&#252;r die Publikationen aus dem Hause Maschinenschrauber. Ingenieure, die nach Begriffen googeln, die zu Maschinen passen, die das Unternehmen herstellt, landen auf der Website. Dort finden sie alles h&#252;bsch erkl&#228;rt &#8211; Berichte von Anwendern inklusive. Nat&#252;rlich sind diese Berichte kein Journalismus, nur ein &#8211; gut gemachtes &#8211; Imitat von Medienberichten. Geschrieben hat sie eine kleine PR-Agentur am Rande der gro&#223;en Stadt. Kein Journalismus und doch gef&#228;hrlich f&#252;r Medien.</p>
<p>An dieser Stelle r&#252;hren wir Andersons &#8220;Freemium&#8221; in die Gedankensuppe. Das &#8220;Wall Street Journal&#8221; macht es vor, <a href="http://www.focus.de/digital/internet/online-medien-user-sollen-fuer-internetinhalte-bezahlen_aid_424127.html">Rupert Murdoch will, dass alle Medien aus seinem Imperium nachziehen</a> und <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/paid-content---alle-reden-durcheinander_100022401.html?tx_ttnews[backPid]=23&#038;cHash=470f66eced">auch einige Medienmenschen in Deutschland hoffen</a> auf: Bezahlinhalte (der Medienmanager sagt lieber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paid_Content">Paid Content</a>). Das &#8220;Freemium&#8221;-Modell &#8211; f&#252;r Medien grob erkl&#228;rt: Nachrichten und alles, was es sonst noch an jeder Ecke im Netz gibt, bleiben kostenlos, f&#252;r spezielle Inhalte muss der Nutzer zahlen. So weit, so einfach. Was aber hei&#223;t das f&#252;r unser Gedankenspiel?</p>
<p>Die Inhalte des eben erfundenen Fachmagazins fallen in die Kategorie Bezahlinhalte. Denn das, was der Redakteur f&#252;r das Blatt aufschreibt, interessiert in Deutschland gerade ein paar Hundert Ingenieure. Und die zahlen auch dann sicher gern, wenn die Texte nur &#252;ber den Umweg des Kassenh&#228;uschens zu haben sind. In der Rechnung taucht jedoch unser Weltmarktf&#252;hrer noch nicht auf. Der hat doch auch alle Informationen &#8211; im Kleid des Journalismus-Imitats &#8211; im Netz stehen. Nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Chinesisch versteht sich. Wie wird sich der Ingenieur am anderen Ende der Datenleitung entscheiden? Wie wird er sich entscheiden, wenn nicht nur unser Weltmarktf&#252;hrer, sondern auch der Konkurrent, Journalismus imitieren l&#228;sst?</p>
<p>Meine Prognose: Wenn das Fachmagazin einen guten Ruf hat und die Informationen im Netz frei zug&#228;nglich sind, dann wird es &#8211; mindestens auch &#8211; zur Kenntnis genommen. Sobald es ein Kassenh&#228;uschen aufstellt, minimiert es seine Chancen, wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Paid Content funktioniert. Sicher. Die Stiftung Warentest ist der lebende Beweis. Das Modell ist nur ebenso wie das Modell &#8220;Wall Street Journal&#8221; nur schwer kopierbar. Im Moment habe ich das Gef&#252;hl, das derjenige gewinnt, der den l&#228;ngsten Atem hat, seine T&#252;ren offen zu halten. Aber das ist eben auch nicht mehr, <a href="http://www.connectedmarketing.de/cm/2009/08/wider-die-anekdotensammlungen.html">wieder nur eine dieser Anekdoten</a>. Und &#252;ber Inhalte auf dem Telefon sagt es auch noch nicht so viel. Vermutlich.</p>
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		<item>
		<title>Kaiser Konken oder die Selbstherrlichkeit im DJV-Bundesverband</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2009/08/03/kaiser-konken-oder-die-selbstherrlichkeit-im-djv-bundesverband/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 07:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Albrecht Ude]]></category>
		<category><![CDATA[DJV]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Klaus Minhardt]]></category>
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		<description><![CDATA[Der DJV ist ein seltsames Gebilde. Da &#228;u&#223;ert sich sein Vorstandschef Michael Konken zum Internet &#8211; und reist nach dem Diktat der Pressemitteilung in den Urlaub (oder er war schon im Urlaub und hat &#228;u&#223;ern lassen oder wurde ge&#228;u&#223;ert, die &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/08/03/kaiser-konken-oder-die-selbstherrlichkeit-im-djv-bundesverband/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der DJV ist ein seltsames Gebilde. Da <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M5da369da453.0.html">&#228;u&#223;ert sich sein Vorstandschef Michael Konken zum Internet</a> &#8211; und reist nach dem Diktat der Pressemitteilung in den Urlaub (oder er war schon im Urlaub und hat &#228;u&#223;ern lassen oder wurde ge&#228;u&#223;ert, die Darstellungen gehen wild durcheinander). Auf <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/17/offener-brief-an-djv-chef-michael-konken/">meinen offenen Brief</a>, der in erster Linie ein Hilferuf war und die einzige M&#246;glichkeit f&#252;r mich, nicht sofort aus dem Verband auszutreten, antwortet seine Stellvertreterin Ulrike Kaiser &#8211; und da der DJV kein Medium, also so etwas wie ein Blog zum Beispiel, besitzt, in dem er als Verband reagieren k&#246;nnte, <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/23/djv-antwortet-auf-offenen-brief/">&#252;bernehme ich hilfsweise die Ver&#246;ffentlichung</a>. Derweil l&#228;uft <a href="http://technorati.com/search/djv+konken?type=search&#038;authority=a4&#038;language=de">in Blogs</a> und <a href="http://search.twitter.com/search?q=&#038;ands=djv+konken&#038;phrase=&#038;ors=&#038;nots=&#038;tag=&#038;lang=all&#038;from=&#038;to=&#038;ref=&#038;near=&#038;within=15&#038;units=mi&#038;since=&#038;until=&#038;rpp=15">&#252;ber Twitter</a> eine Diskussion, die die Herrschaften im Bundesvorstand vermutlich nicht einmal mitbekommen.</p>
<p>So weit, so schlecht. Inzwischen wird klar, dass die &#246;ffentliche <strong>Diskussion &#252;ber den DJV</strong> nur ein Tel der Debatte ist. Auch intern wird sie gef&#252;hrt. Leider nur haben die Leute, die die offizielle Position des Verbandes betrifft, also zum Beispiel im Verband aktive Onliner, nicht das Gef&#252;hl, dass sie von ihren gew&#228;hlten Vertretern geh&#246;rt werden (<a href="http://bjoern-sievers.de/2009/08/01/djv-halt-sich-onliner-als-statisten/">wie bereits gezeigt</a>). Und die Verzweiflung ist gr&#246;&#223;er als ich dachte. Anders ist es nicht zu erkl&#228;ren, dass <a href="http://www.ude.de/">Albrecht Ude</a> seinen Kollegen im Fachausschuss Online gestattet, seine Analyse der Situation im Verband &#252;ber die interne Mailingliste hinaus bekannt zu machen &#8211; und dass dies dann auch tats&#228;chlich geschieht. Bei mir zum Beispiel ist sein Schreiben gelandet. Auch das ist nichts anderes, als ein verzweifelter Hilferuf von Kollegen, die Energie haben, die sich engagieren, die kompetent sind, doch die der Bundesvorstand ignoriert &#8211; und das nicht erst seit gestern.</p>
<p>In der E-Mail zeichnet Albrecht ein desolates Bild der internen Strukturen und der Arbeitsweise des DJV. Er bem&#228;ngelt, dass weder der Fachausschuss Online, noch der Vorsitzende <a href="http://netzjournalist.twoday.net/">Thomas Mrazek</a> konsultiert worden sind, bevor Michael Konken sich (ein weiteres Mal) zum Internet ge&#228;u&#223;ert hat (<a href="http://www.wasmitmedien.de/archiv/?p=138#comment-106530">Thomas hatte das ja auch bereits kritisiert</a>). Das Urteil von Albrecht:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich moechte ganz deutlich sagen, dass ich das fuer SATZUNGSWIDRIG halte.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In der <strong>Satzung </strong>steht n&#228;mlich:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Fachaussch&#252;sse haben die Aufgabe, die Organe des DJV in fachlichen Fragen zu beraten und deren Beschlussfassung vorzubereiten.&#8221; (<a href="Quelle: http://www.djv.de/DJV-Geschaeftsordnung-fuer-die.108.0.html">Quelle</a>)</em></p></blockquote>
<p>Weiterhin kommt Albrecht zu dem Schluss, dass die Belange gerade freier Journalisten mit der Pressemitteilung mit F&#252;&#223;en getreten werden. Schlie&#223;lich verbr&#252;dert sich die <strong>Gewerkschaft DJV</strong> mit den Arbeitgebern, vergisst aber das Thema Urheberrecht zu erw&#228;hnen. Albrechts Erkenntnis: Es wird in Zukunft viel schwerer f&#252;r den Verband, gegen Vertr&#228;ge vorzugehen, die freien Kollegen die gesamten Nutzungsrechte ihrer Werke f&#252;r ein Honorar abnehmen. </p>
<p>Au&#223;erdem kritisiert Albrecht die Entstehung und Ver&#246;ffentlichung der Pressemeldung. Dass der Fachausschuss  nicht geh&#246;rt wurde, ist wohl nur Teil des Problems.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zum einen ist das fachlich kompetente Gremium nicht konsultiert worden, wie es die Satzung vorschreibt. Zweitens ist fraglich, auf wessen Initiative diese PM entstand und wer vor Veroeffentlichung dazu gefragt wurde bzw. davon wusste. Salopp gefragt: Auf wessen Mist ist das gewachsen? Ich habe diese Frage gestellt. Beantwortet wurde sie bislang nicht, auch das ist bezeichnend.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und so geht es munter weiter:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Jetzt haben wir a) eine externe Diskussion ueber den DJV in verschiedenen Weblogs stattfindet, an der sich der DJV eigentlich nicht beteiligt (Ausnahme: Frau Kaiser und Thomas Mrazeks Replik); b) keine interne Diskussion! Weder findet eine Diskussion um die Willensbildung statt, noch kann ich erkennen, dass die offensichtliche Fehlleistung dieser PM analysiert wird.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><strong>Albrechts Schlussfolgerung</strong>:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Es ist offensichtlich, dass seitens Angehoeriger der Bundesgeschaeftsstelle Positionen vertreten und veroeffentlich werden, die niemals mit den Mitgliedern oder uns als deren gewaehlten Vertretern abgestimmt wurden.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und: </p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die PM ist falsch, dumm, und die Interessen von Journalisten werden dadurch nicht vertreten. Im Resultat haben wir jetzt ein Desaster, denn der DJV (und namentlich Herr Konken) steht als bescheuert da. Mitglieder treten aus.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><strong>Wir fassen zusammen:</strong></p>
<p>Irgend jemand aus dem DJV will sich mit Politik und Verlegern gegen Google verb&#252;nden. Laut Pressemitteilung ist dieser jemand DJV-Chef Michael Konken; ob er wirklich Urheber seiner eigenen Zitate ist, wissen nicht einmal Leute, die sich auf Bundesebene im Verband engagieren.</p>
<p>Der DJV kann Pressemitteilungen ver&#246;ffentlichen, an der damit angezettelten &#246;ffentlichen Debatte vermag er nicht teilzunehmen; nur Einzelnen gelingt das mithilfe von (sonst gerne gehassten) Bloggern und Kommentarfunktionen in (sonst gerne gehassten) Blogs.</p>
<p>Ups, mir war nicht klar, dass es so schlimm steht um den DJV.</p>
<p><strong>Ein Schlusswort:</strong> Ganz ehrlich, es war nie mein Ziel, dieses Blog (und auch nicht mich selbst) zum Teil einer Verbandsdiskussion zu machen. Deshalb habe ich ein Angebot abgelehnt, die Erwiderung eines Landesverbandes auf Ulrike Kaiser an dieser Stelle zu ver&#246;ffentlichen. Liebe Kollegen, ein Blog einzurichten ist in etwa so schwer, wie sich bei einem beliebigen Anbieter eine neue E-Mail-Adresse zu holen. Es gibt Unternehmen, die stellen die gesamte Infrastruktur zur Verf&#252;gung, so dass man wirklich nur noch schreiben muss, um <del datetime="2009-08-02T05:13:13+00:00">ins Internet schreiben</del> mit diskutieren zu k&#246;nnen.</p>
<p>Dieses Wissen ist jedoch im DJV noch nicht angekommen. Wie sonst ist es zu erkl&#228;ren, dass der brandenburgische DJV-Vorstand Klaus Minhardt zwar Position bezieht, das aber in einem <a href="http://netzpolitik.org/2009/djv-vs-meinungsmonopol-google/#comment-327928">Kommentar auf Netzpolitik.org</a> tut? Da darauf nat&#252;rlich <del datetime="2009-08-02T16:50:08+00:00">keiner</del> kaum jemand kommen kann, weist er <a href="http://twitter.com/DJVBB/statuses/3085493308">per Tweet</a> auf den Text hin &#8211; und verlinkt direkt auf den Kommentar (dass die Tweets des DJV-Brandenburg nur drei Dutzend Menschen oder Maschinen verfolgen, sei nur der Vollst&#228;ndigkeit halber erw&#228;hnt). Nun ja, immerhin ist der DJV-Bandenburg der einzige Landesverband, der twittert (<a href="http://twitter.com/djv_hh">Hamburg hat das im vergangenen Jahr mal versucht</a>, aber bald wieder aufgegeben).</p>
<p><em>Nachtrag:</em> Erst jetzt gesehen, dass die Redaktion der Freien Infos, eine Art <a href="http://frei.djv-online.de/">DJV-Blog</a> f&#252;r freie Journalisten, die <a href="http://frei.djv-online.de/?p=515">Diskussion &#252;ber den Verband auf der eigenen Site</a> vor zehn Tagen abgew&#252;rgt und die Kollegen stattdessen hierher verweisen hat: </p>
<blockquote><p><em>&#8220;So, alle Argumente sind ausgetauscht, es wird erm&#252;dend. Dann werden wir wohl den Freien empfehlen d&#252;rfen, Google-Aktien zu kaufen. Auch gut. Vorschlag: Bei Bj&#246;rn Sievers kann man ja weiterdiskutieren. Das w&#228;re hier: <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/23/djv-antwortet-auf-offenen-brief/">http://bjoern-sievers.de/2009/07/23/djv-antwortet-auf-offenen-brief/</a> Danke f&#252;r die sch&#246;ne Diskussion, die insgesamt interessant war.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>So kann man das nat&#252;rlich <del datetime="2009-08-03T09:48:04+00:00">auch</del> nicht machen. (Danke f&#252;r den Hinweis, <a href="http://www.damaschke.de/">Giesbert</a>.)</p>
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		<title>DJV h&#228;lt sich Onliner als Statisten</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2009 20:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[DJV]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinemedien]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Kaiser]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn man ein Posting kaum schwachsinniger beginnen kann, muss ich dennoch zwei Dinge vorwegschicken: Wie ich bereits schrieb, halte die das Gattungsdenken in Mediendingen f&#252;r &#252;berholt. Und wie ich bei einer weiteren Gelegenheit schrieb, hat mich der DJV als &#8230; <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/08/01/djv-halt-sich-onliner-als-statisten/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn man ein Posting kaum schwachsinniger beginnen kann, muss ich dennoch zwei Dinge vorwegschicken: Wie ich bereits schrieb, <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/01/13/mediengattungen-aus-der-journalisten-ausbildung-streichen/">halte die das Gattungsdenken in Mediendingen f&#252;r &#252;berholt</a>. Und wie ich bei einer weiteren Gelegenheit schrieb, hat <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/17/offener-brief-an-djv-chef-michael-konken/">mich der DJV als Onlinejournalist noch nie vertreten</a>, weil es ihm in mehr als zehn Jahren Medien im WWW nicht gelungen ist, Tarifvertr&#228;ge f&#252;r Internetpublikationen durchzusetzen (was ich pers&#246;nlich nicht einmal bedauere). So, dann kann es ja losgehen.</p>
<p>Der gesch&#228;tzte Kollege <a href="http://www.mywebwork.de/fiene.tv/">Daniel Fiene</a> hat DJV-Vizechefin Ulrike Kaiser <a href="http://blogsearch.google.com/blogsearch?client=safari&#038;rls=de-de&#038;q=konken%20djv&#038;oe=UTF-8&#038;um=1&#038;ie=UTF-8&#038;sa=N&#038;hl=de&#038;tab=wb">zur aktuellen Diskussion</a> &#252;ber <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M5da369da453.0.html">diese Pressemitteilung</a>, Google, die Verlage und den deutschen Journalismus <a href="http://www.mywebwork.de/fiene.tv/archive/2009/08/01/fiene-der-digitale-graben-des-djv-ein-gesprach-mit-ulrike-kaiser/">befragt</a>. Daf&#252;r von hier aus: herzlichen Dank. </p>
<p>Nun habe ich keine Lust, die Argumente von Frau Kaiser zu sezieren, wenngleich es mich ein wenig in den Fingern juckt. Auf eines aber sei an dieser Stelle hingewiesen. Ulrike Kaiser sagt:<em><br />
<blockquote>&#8220;Ich denke, es ist an der Zeit, diese Diskussion zwischen den “Holzjournalisten” und den Onlinern zu versachlichen und mehr miteinander zu reden, als &#252;bereinander. Wir im DJV tun das &#252;brigens. Wir haben sehr viele Onliner bei uns im Verband. Die arbeiten sehr aktiv mit. Die arbeiten unter anderem auf Landesebene oder auf Bundesebene in einem Fachausschuss f&#252;r Online-Journalisten mit (&#8230;)&#8221;</p></blockquote>
<p></em></p>
<p>So weit, so wunderbar. Das w&#252;rde mich nun gerne unterschreiben. Nur wei&#223; ich, das das leider nicht so ist. Die Kollegen Onliner, die im Verband aktiv sind, arbeiten zwar emsig. Nur der Bundesvorstand fragt eben nicht den Fachausschuss Online, bevor er sich zu Internetdingen &#228;u&#223;ert und den Verband und den in ihm organisierten Teil des deutschen Journalismus damit <del datetime="2009-08-01T19:48:20+00:00">in die Sackgasse man&#246;vriert</del> positioniert. Daniel weist dankenswerter Weise auf einen <a href="http://www.wasmitmedien.de/archiv/?p=138#comment-106530">Kommentar von DJV-Onliner-Chef Thomas Mrazek</a> hin, der genau das &#246;ffentlich best&#228;tigt. Und der Bundesvorstand hat <a href="http://netzjournalist.twoday.net/stories/5577382/comment">die Fachkollegen nicht zum ersten Mal ignoriert</a>.</p>
<p>Wozu bitte ist ein Fachausschuss dann da? Also abgesehen davon, dass die Reisekosten seiner Mitglieder von meinen Beitr&#228;gen bezahlt werden. Ich kann nur vermuten: Onliner sind f&#252;r den DJV allenfalls Statisten.</p>
<p>Ach ja, Ulrike Kaiser sagt auch noch:<em><br />
<blockquote>&#8220;Wir versuchen zum Beispiel jetzt gerade – und ich denke, da sind wir auf einem guten Weg – die Onliner selbst in die Tarifarbeit mit einzubeziehen.&#8221;</p></blockquote>
<p></em></p>
<p>Tats&#228;chlich? Dann chapaeu, im Jahr 13 des Bestehens von zum Beispiel FOCUS Online. </p>
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