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	<title>Björn Sievers &#187; Die Ökonomie</title>
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	<description>Berater &#124; Dozent &#124; Radfahrer</description>
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		<title>App f&#252;r eine Splittergruppe</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 12:10:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Die Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt &#220;berschriften, die lassen das Herz von Kommunikationsarbeitern nicht nur ein bisschen h&#246;her schlagen. Diese zum Beispiel: Welt HD” wird von kaufkr&#228;ftigen Entscheidern gelesen Ein toller Erfolg. F&#252;r die PR-Abteilung des Springer Verlags. Denn das ist DIE Zielgruppe. Das sind die Menschen, die nicht nur Informationen wollen, sondern auch Werbung. Schlie&#223;lich verf&#252;gen sie &#252;ber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt &#220;berschriften, die lassen das Herz von Kommunikationsarbeitern nicht nur ein bisschen h&#246;her schlagen. Diese zum Beispiel:</p>
<p><a href="http://mobilbranche.de/2011/09/welt-hd-wird-von-kaufkraftigen-entscheidern-gelesen/"><em>Welt HD” wird von kaufkr&#228;ftigen Entscheidern gelesen</em></a></p>
<p>Ein toller Erfolg. F&#252;r die PR-Abteilung des Springer Verlags. Denn das ist DIE Zielgruppe. Das sind die Menschen, die nicht nur Informationen wollen, sondern auch Werbung. Schlie&#223;lich verf&#252;gen sie &#252;ber ein &#252;berdurchschnittlich hohes Einkommen. Klingt nach einer runden Sache f&#252;r den Verlag. Aber ist die App tats&#228;chlich ein Erfolg? Vermutlich nicht.</p>
<p>Die Redaktion der Welt erreicht mit ihrer App 30.000 Leser pro Woche. Das ist traurig wenig, bedenkt man, dass die gedruckte Zeitung im ersten Quartal eine Auflage von gut 250.000 Exemplaren (pro Tag) ausgewiesen hat, mit der sie (angeblich) gut 700.000 Leser erreichte (pro Tag).</p>
<p>Noch ein bisschen trauriger werden die Zahlen zur iPad-App, wenn man bedenkt, dass nur 9100 Leser pro Woche die App tats&#228;chlich gekauft haben. Alle &#252;brigen Nutzer lesen die Zeitung im Abo und bekommen die App oben drauf oder probieren sie nur mal aus.</p>
<p>Bei sieben Ausgaben in der Woche lesen also vielleicht nur 1300 Menschen pro Tag “Die Welt” auf dem iPad und bezahlen daf&#252;r (das stimmt nat&#252;rlich nicht, denn der eine oder andere Leser greift sicher mehr als einmal pro Woche zu seiner iPad-Zeitung). Im schlechtesten Fall sind das nur knapp 0,2 Prozent der “Welt”-Printleser (auch diese Zahl stimmt nicht, weil wir Leser pro Tag und Leser pro Woche nicht vergleichen k&#246;nnen).</p>
<p>Nun habe ich nichts gegen Splittergruppen, auch nichts dagegen, dass Unternehmen sich um kleine Marktsegmente k&#252;mmern. Aber ich frage mich allen Ernstes: Wird diese iPad-App jemals zu einem &#246;konomischen Erfolg?</p>
<p>Meine Vermutung lautet: nein. Das legen auch die negativen Kommentare zur App dar. Die experimentierfreudigen und einkommensstarken App-Nutzer finden es vor allem sehr schade, dass sie die Inhalte nicht herunterladen k&#246;nnen &#8211; um sie im Flieger zu lesen.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2011/09/10/app-fur-eine-splittergruppe/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2011/09/10/app-fur-eine-splittergruppe/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Internet, Algorithmen und die Wirklichkeit – Gedanken &#252;ber Manipulation</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 10:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Tagen ist eine Fliege durch die kleine deutsche Blogosph&#228;re geflogen. Und einige haben aus ihr einen Elefanten gemacht. Die wesentliche Erkenntnis: In Deutschland gibt es Unternehmen, die versuchen Links in Blogs zu kaufen, um Internetangebote in den Indizes von Suchmaschinen ein paar Positionen nach oben zu schieben. So weit, so uninteressant. Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen ist eine Fliege durch die kleine deutsche Blogosph&#228;re geflogen. Und einige haben aus ihr einen Elefanten gemacht. Die wesentliche Erkenntnis: In Deutschland gibt es Unternehmen, die versuchen Links in Blogs zu kaufen, um Internetangebote in den Indizes von Suchmaschinen ein paar Positionen nach oben zu schieben. So weit, so uninteressant. Denn dass es das gibt, wei&#223; jeder, der ein Blog betreibt. Nun, ich will die Geschichte nicht nacherz&#228;hlen, denn Versionen von ihr gibt es grad frisch an fast jeder Ecke des Netzes, unter anderem <a href="http://www.netbooknews.de/32977/basicthinking-onlinekosten-gmbh-und-der-keyword-spam/">hier</a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bloggerszene-streitet-ueber-bezahlte-Links-Update-1179434.html">hier</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,741957,00.html">hier</a>.</p>
<p><strong>Google und unsere Wirklichkeiten</strong></p>
<p>Was mich nachdenklich gemacht hat, ist ein Posting von Mirko Lange zum Thema: <a href="http://blog.talkabout.de/2011/01/29/und-der-haifisch-der-hat-zahne-warum-sich-auf-einmal-ein-pr-mensch-zu-bloggergate-ausert/">“Und der Haifisch, der hat Z&#228;hne”</a>. Mirko will <em>“eine Debatte &#252;ber die SEO-Industrie und Google”</em> ansto&#223;en, einen Diskurs auch <em>“&#252;ber Manipulation und Meinungsbildung”</em>. Er schreibt: </p>
<blockquote><p><em>“Google gibt Wirklichkeiten wieder. Google gestaltet Wirklichkeiten. (&#8230;) Wir vertrauen Google, dass die Suchergebnisse und die Sortierung relevant sind. Die Links auf der ersten, vielleicht noch auf der zweiten Seite von Google bestimmen unsere Wirklichkeit! Und wer diese Ergebnisse manipuliert, manipuliert die Wirklichkeit der Menschen, und den Prozess einer angemessenen Meinungsbildung.”</em></p></blockquote>
<p>Das stimmt alles. Doch es erscheint mir deutlich zu kurz gesprungen. Es ist die Argumentation des scheuen Br&#228;utigams und der unsicheren Braut, die etwas versch&#252;chtert sagen: “Nein, einen Ehevertrag brauchen wir nicht.” Da m&#246;chte ich dann immer schreien: “Hey Baby, Du unterschreibst gleich einen, n&#228;mlich genau den Ehevertrag, den sich der Staat f&#252;r Dich ausgedacht hat.” Nicht dass man mit der Standardversion nicht leben k&#246;nnte, aber man sollte sich schon gefragt haben, ob sie tats&#228;chlich passt.</p>
<p><strong>Ein Ehevertrag mit Google</strong></p>
<p>Google ist &#8211; in Deutschland besonders &#8211; unser Standard-Ehevertrag. Wir fragen uns kaum mal, ob die Ergebnisse in Ordnung sind, wir nehmen sie hin, sie sind, in diesem Punkt hat Mirko recht, unsere Wirklichkeit. Aber sind sie deshalb die einzige Wirklichkeit? Gibt es Wirklichkeit &#252;berhaupt? Und wenn ja, was ist das? Ist die Wirklichkeit, die “saubere” Suchergebnisse schaffen, besser als eine “manipulierte”? Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich bin weder ein Freund von Manipulation, noch von nicht gekennzeichneter Werbung. Doch das ist nicht der Punkt.</p>
<p>Entscheidend ist: Diese unsere Welt ist manipuliert. Manipulation ist ihr Normalzustand. Manipulation schafft unsere Wirklichkeiten. Um mal nur beim Internet und der Suche zu bleiben: Google bildet eine Wirklichkeit ab, und die Suchmaschine liefert jedem User, den der Werbekonzern mittels Cookie oder Account wiedererkennt, seine eigene Wirklichkeit. Website-Betreiber, die es sich leisten k&#246;nnen, besch&#228;ftigen Suchmaschinenoptimierer, die versuchen, die Google-Wirklichkeit zu manipulieren. Da mag es transparente und weniger transparente Wege geben. Vor allem aber ist eines klar: Wer sich keinen Suchmaschinenspezialisten leisten kann, hat in jedem Fall das Nachsehen. Da m&#246;gen seine Inhalte noch so einzigartig sein.</p>
<p>Und auch im Offline-Leben regiert Geld die Wirklichkeit: Wer PR-Leute wie Mirko Lange bezahlen kann, um seine Botschaft zu kommunizieren, verbessert seine Chancen, dass diese beim Empf&#228;nger ankommt und Teil von Wirklichkeit wird. Stell Dir vor es ist Journalismus und kein PR-Mensch ruft an. Unsere Wirklichkeit s&#228;he anders aus.</p>
<p><strong>L&#252;gen schaffen Wirklichkeiten</strong></p>
<p>Der Appell von diesem Sofa lautet deshalb: Wir sollten immer davon ausgehen, dass das, was uns als Wirklichkeit angeboten wird, das Ergebnis von Lug und Trug ist. Denn nur dann sind wir wachsam und entdecken vielleicht wenigstens die gr&#246;&#223;eren Versuche, unser Weltsicht nach den W&#252;nschen Dritter zu formen.</p>
<p>Was die Blogs angeht: Die waren wohl alle eher sehr unbedeutend. Viel spannender erscheint die Liste der Unternehmen, deren Websites mit Hilfe von Suchmaschinen-Spam hochgeschraubt werden sollten, ver&#246;ffentlicht <a href="http://www.netbooknews.de/32977/basicthinking-onlinekosten-gmbh-und-der-keyword-spam/">hier</a>. Ich merk sie mir f&#252;r den n&#228;chsten Einkauf. Und nicht nur f&#252;r den.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2011/01/30/internet-algorithmen-und-die-wirklichkeit-gedanken-ueber-manipulation/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2011/01/30/internet-algorithmen-und-die-wirklichkeit-gedanken-ueber-manipulation/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>&#220;ber das Dilemma der Journalistenausbildung</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten sa&#223; ich im kleinen Kreis mit ein paar Kollegen zusammen. Das Institut zur F&#246;rderung journalistischen Nachwuchses hatte uns gebeten, miteinander und mit den Studienleitern &#252;ber die Journalistenausbildung und das Curriculum zu sprechen. Das Ergebnis lautete kurz zusammen gefasst: Handwerk, Handwerk, Handwerk. Denn wer nicht gelernt hat zu recherchieren oder seine Darstellungsformen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Monaten sa&#223; ich im kleinen Kreis mit ein paar Kollegen zusammen. Das <a href="http://www.ifp-kma.de/">Institut zur F&#246;rderung journalistischen Nachwuchses</a> hatte uns gebeten, miteinander und mit den Studienleitern &#252;ber die Journalistenausbildung und das Curriculum zu sprechen. Das Ergebnis lautete kurz zusammen gefasst: Handwerk, Handwerk, Handwerk. Denn wer nicht gelernt hat zu recherchieren oder seine Darstellungsformen nicht beherrscht, der kann kein guter Journalist sein. <strong>Aber: Reicht das heute noch?</strong> Ich f&#252;rchte nein. </p>
<p><strong>Das mittelgro&#223;e Problem: </strong>Alles, was fr&#252;her in der Journalistenausbildung gut und richtig war, ist auch heute noch wichtig, ja unumg&#228;nglich. Doch es kommen noch ein paar Dinge hinzu, die Journalisten heute dringend k&#246;nnen oder mindestens verstehen sollten. Die Debatte, die der gesch&#228;tzte Kollege Matthias Spielkamp vor einigen Tagen mit <a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/funf-thesen-zur-journalistenausbildung/">seinen Thesen zur Journalistenausbildung</a> begonnen hat und die der ebenso gesch&#228;tzte Kollege <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/19/ein-buch-eine-idee-und-ihre-hilfe/">Christian Jakubetz mit seinem Buchprojekt</a> weiterf&#252;hrt, ist dringend notwendig. </p>
<p>Das Handwerk steckt in <strong>Matthias erster These</strong>: “Es geht um Journalismus &#8211; nicht Online-Journalismus”. Anders formuliert: Die Plattform hat nichts mit der Qualit&#228;t des Produkts zu tun. Oder wird ein “Zeit”-Essay anderer Journalismus, nur weil die Kollegen von “Zeit Online” es auch im Netz ver&#246;ffentlicht haben?</p>
<p>Die <strong>vier weiteren Thesen</strong> zeigen, dass es mit Handwerk nicht getan ist: Matthias fodert “digital residents” als Ausbilder in den Verlagen, eine produktive “Fehlerkultur”, Freude am Widerspruch des Lesers und die Bereitschaft, von Volont&#228;ren zu lernen. <a href="http://twitter.com/marcuslindemann">Marcus Lindemann</a>, ebenso gesch&#228;tzt, erg&#228;nzt in den Kommentaren, auch von den Lesern, Zuschauern, Grafikern, IT-Leuten, Fotografen und Sekret&#228;rinnen m&#252;ssten wir lernen.</p>
<p>Das alles ist richtig. Und doch ist es nur ein Teil des Dilemmas, in dem wir alle stecken &#8211; und das auch das Dilemma der Journalistenausbildung ist. Denn die Ausbildung m&#252;sste noch so viel mehr vermitteln. Darunter:</p>
<p><strong>Publikationstechniken:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; war der Verlag oder Sender daf&#252;r zust&#228;ndig, die Plattform zu stellen. Der Journalist recherchierte, schrieb seinen Text, als Redakteur baute er die Zeitungsseite; im Radio oder im Fernsehen wurde sein Beitrag geschnitten und gesprochen. Die Ressourcen f&#252;r die Publikation stellte indes die Organisation. Nat&#252;rlich gibt es dieses Modell nach wie vor, aber wir k&#246;nnen uns nicht mehr darauf verlassen, dass es in jedem Fall ewig funktioniert. Und vor allem: Es ist nicht mehr das einzige Modell. Publizit&#228;t kann jeder herstellen, ein Blog und ein Twitter-Account sind ebenso leicht (und kostenlos) einzurichten wie ein E-Mail-Postfach beim Anbieter der Wahl. Wenn aber jeder publizieren kann, dann wird Publizit&#228;t zu einer Kulturtechnik. Und die sollten Journalisten unbedingt beherrschen. Sie sollten bloggen, twittern und bei Facebook sein. Wie sollen sie sonst ihren Lesern aus Augenh&#246;he begegnen?</p>
<p><strong>Kommunikationstechniken:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; war die Leserbrief- oder Zuschauer-Redaktion f&#252;rs Publikum zust&#228;ndig, sie war der R&#252;ckkanal. Der Redakteur bekam nur das geliefert, was ihn betraf (Unsinn, Beschimpfungen und Niveauloses wurde ausgefiltert). Auch heute gibt es dieses Modell noch, sogar in der Online-Welt. Community-Abteilungen k&#252;mmern sich um Leserzuschriften per Mail, in Foren und in Kommentaren, sie filtern, sie ver&#246;ffentlichen, werfen weg &#8211; und sie liefern dem Redakteur sein P&#228;ckchen mit Zuschriften, die ihn betreffen. Aber das ist mehr das einzige Modell: Reaktionen auf die eigene Arbeit finden auch auf Blogs und in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook statt. Online-Kommunikation auf den unterschiedlichsten Kan&#228;len ist l&#228;ngst eine Kulturtechnik geworden. Journalisten m&#252;ssen sie beherrschen, wollen sie ihren Lesern auf Augenh&#246;he begegnen.</p>
<p><strong>Recherchetechniken</strong> (besser bekannt als Datenjournalismus)<strong>:</strong></p>
<p>Dereinst &#8211; als es noch kein Internet gab &#8211; ging der Journalist auf eine Pressekonferenz, griff zum Telefon und recherchierte so seine Geschichte, die er anschlie&#223;end aufschrieb. Auch dieses Modell gibt es heute noch, es ist sogar im Online-Journalismus weit verbreitet. Aber es ist nicht mehr das Einzige. Journalisten, zum Beispiel die <a href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog">Kollegen vom Guardian</a>, spielen mit Daten, visualisieren sie, motivieren ihre Leser, ihnen bei der Recherche zu helfen. Aber Journalisten sind auch auf diesem Spielfeld nicht allein, wie zum Beispiel das Projekt <a href="http://bund.offenerhaushalt.de/">Offener Haushalt</a> zeigt. Journalisten oder besser Redaktionen sollten sich jedoch mit diesen Methoden vertraut machen, sonst werden sie von anderen Akteuren abgeh&#228;ngt.</p>
<p>Das Dilemma der Journalistenausbildung ist: Journalisten sollten Physiker, Biologen, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Politologen oder Historiker sein, die das traditionelle Handwerk ebenso wie die neuen Kulturtechnik der Medien- und Kommunikationswelt beherrschen. Nur das ist kaum in einer Ausbildung zu vermitteln. Und angewandt widerspricht es dem an sich ja sehr erfolgreichen Prinzip der Arbeitsteilung &#8211; gegen das auch nichts spricht, au&#223;er der Personalabbau in den Medien.</p>
<p>Der Vollst&#228;ndigkeit halber: Die <strong>Folien von Matthias</strong>, auch ohne Tonspur aufschlussreich.<br />
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<div style="width:425px" id="__ss_5221904"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/spieli/fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung" title="Fuenf Thesen zur Journalistenausbildung">Fuenf Thesen zur Journalistenausbildung</a></strong><object id="__sse5221904" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung-100917051522-phpapp02&#038;stripped_title=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung&#038;userName=spieli" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse5221904" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung-100917051522-phpapp02&#038;stripped_title=fuenf-thesen-zur-journalistenausbildung&#038;userName=spieli" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="padding:5px 0 12px">Weitere Pr&#228;sentationen von <a href="http://www.slideshare.net/spieli">Matthias Spielkamp</a>.</div>
</div>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2010/09/23/ueber-das-dilemma-der-journalistenausbildung/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2010/09/23/ueber-das-dilemma-der-journalistenausbildung/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Print gegen Online &#8211; Wie Apps die Grenzen aufweichen</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2010/09/22/print-gegen-online-apps-grenzen/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 20:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ein paar Wochen spiele ich mit der iPhone- und der iPad-App der “Zeit”. Die “Zeit” und ich, wir sind schon seit vielen Jahren gute Freunde, und die Apps finde sie wirklich gelungen. Das liegt auch daran, dass ich mir schon am Mittwochnachmittag die aktuelle Ausgabe auf mein iPhone (und mein iPad) laden kann &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Wochen spiele ich mit der <a href="http://www.zeit.de/administratives/2010-08/iphone-app-zeit-online"><strong>iPhone- und der iPad-App</strong> der “Zeit”</a>. Die “Zeit” und ich, wir sind schon seit vielen Jahren gute Freunde, und die Apps finde sie wirklich gelungen. Das liegt auch daran, dass ich mir schon am Mittwochnachmittag die aktuelle Ausgabe auf mein iPhone (und mein iPad) laden kann &#8211; was zum Beispiel heute sehr praktisch war, denn ich sa&#223; am fr&#252;hen Abend bei meiner Zahn&#228;rztin, die mich einen Moment warten lie&#223;. Gleich neben der “Zeit” findet in der App “Zeit Online” statt. Gelungen integriert, ein “Zeit”-Gesamtpaket.</p>
<p>Als ich aber nun so dasa&#223; im Wartezimmer meiner Zahn&#228;rztin, da habe ich ein wenig die Orientierung verloren. Ich habe mich gefragt, was ich denn jetzt eigentlich lese auf meinem Telefon. Es sind die Inhalte, die donnerstags immer auf Papier gedruckt vor meiner Wohnungst&#252;r liegen. Aber gedruckt sind sie nicht. <strong>Daraus ergeben sich ein paar Fragen.</strong> Zum Beispiel diese hier: Wenn ich nun von der Papier-”Zeit” komplett auf die App-”Zeit” umsteige (dazu neige ich gerade), bin ich dann noch Print-Abonnent? Was &#252;berhaupt ist dann noch Print? Und was ist Online, das ja gleich auf dem Reiter nebenan stattfindet.</p>
<p>Noch verwirrter bin ich, wenn ich an die g&#228;ngige <strong>Publikationspolitik der Verlage</strong> denke. Um beim Beispiel “Zeit” zu bleiben: Die “Anklageschrift” von Sigmar Gabriel gegen Thilo Sarrazin, die die “Zeit” in der vergangenen Woche gedruckt (und auf mein iPhone gesendet hat), ist auch bei “Zeit Online” abrufbar http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel). Ist dieser Text nun Print oder Online oder beides (abgesehen davon, dass er kein Journalismus ist). Ich bin verwirrt. Und damit es nicht zu Missverst&#228;ndnisse kommt: alle Portale ver&#246;ffentlichen Texte der angeschlossenen Printredaktionen, auch <a href="http://www.focus.de/">FOCUS Online</a>.</p>
<p><strong>Was aber nun machen wir damit?</strong> Mein Vorschlag: Wir lassen uns von iPhone, iPad und der mit diesen Ger&#228;ten verbundenen App-&#214;konomie die Augen &#246;ffnen. Denn es geht nicht um Print und Online (<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/falsche-freunde/">wie auch Stefan Niggemeier aus anderer Perspektive und sehr treffend schreibt</a>), auch nicht um Print gegen Online. Es geht um Journalismus. Und die Qualit&#228;t von Journalismus ist nicht mit der Plattform verbunden, auf der er zuf&#228;llig stattfindet. Allerdings: Qualit&#228;t kostet Geld. Die eigentliche Debatte handelt also von der Frage der Refinanzierung. Ob wir dieses Problem mit Apps l&#246;sen? Ich zweifle. Any further ideas?</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2010/09/22/print-gegen-online-apps-grenzen/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2010/09/22/print-gegen-online-apps-grenzen/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Waschmaschinen zu Computern, Computer zu Waschmaschinen</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 17:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Damals, das ist schon ein bisschen l&#228;nger her, da bediente man eine Waschmaschine noch per Hand. Also zum Beispiel die R&#252;hrfl&#252;gelmaschine von Jacob Christian Gottlieb Sch&#228;ffern (1767) oder die erste Trommelwaschmaschine von Hamilton Smirt (1858). Irgendwann kam dann die Elektrizit&#228;t in die Maschine (1901) und die Dinger begannen sich von selbst zu drehen. Die erste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damals, das ist schon ein bisschen l&#228;nger her, da bediente man eine <strong>Waschmaschine</strong> noch per Hand. Also zum Beispiel die R&#252;hrfl&#252;gelmaschine von Jacob Christian Gottlieb Sch&#228;ffern (1767) oder die erste Trommelwaschmaschine von Hamilton Smirt (1858). Irgendwann kam dann die Elektrizit&#228;t in die Maschine (1901) und die Dinger begannen sich von selbst zu drehen. Die erste vollautomatische Waschmaschine (1946) war dann irgendwie ein logischer Schritt. Und seither waschen wir unsere Hemden und Hosen mit kleinen Computern. Die Maschinen spulen ihre Programme ab (die in meinem Haushalt nimmt diese noch von Lochstreifen und knackt dabei auf ihre ganze eigene Weise).</p>
<p>Mit der Waschmaschine ist es heute wie mit dem <strong>Auto </strong>der Jetztzeit: vollgestopft mit Elektronik. Und mit Software. In einschl&#228;gigen Foren in diesem Internet wurden deshalb auch schon <a href="http://forum.electronicwerkstatt.de/phpBB/topic30068_f40_bxtopic_timexDESC_by285_bz8520_bs0.html">Eintr&#228;ge wie dieser gesichtet</a>: „Weiss jemand wie man die Software der Waschmaschine &#252;berpr&#252;fen kann, bzw. wie man sie updaten kann?“ Nein, wei&#223; ich leider nicht. Und ehrlich gesagt, w&#252;rde ich nicht versuchen. Beim Auto fiele mir das ja auch nicht ein. Ich will, dass es f&#228;hrt, wenn es soll, und vor allem will ich, dass es bremst, wenn ich will. Funktioniert die Elektrik im Auto mal nicht wie sie sollte, dann gibt es ein Riesengeschrei zu Recht.</p>
<p>Mit <strong>Computern</strong>, zumindest mit den Mehrheitsrechnern, war das jahrzehntelang anders. Ein gro&#223;er Softwarehersteller lie&#223; gerne mal die Beta-Version seines Betriebssystems auf die Verbraucher los. Die konnten sich (kaum) nicht wehren, wir hatten ja (kaum etwas) nichts anderes. Irgendwann ist den Damen und Herren zum Gl&#252;ck die Vista aufgegangen und jetzt geht es wohl einigerma&#223;en (ich h&#246;re hier und da, dass das Vor-Vorg&#228;nger-System aus dem Jahre Anno-Dazumal jetzt nach und nach aufs Altenteil geschoben wird).</p>
<p>Ja, wir haben gelitten. Aber es war trotzdem eine sch&#246;ne Zeit. Irgendwie. Die Bastelarbeiten haben uns schlie&#223;lich so manchen Abend davon abgehalten, uns vor dem Fernseher zu langweilen. Deshalb kann ich es ja verstehen, dass sich einige dort drau&#223;en jetzt beschweren, dass damit endg&#252;ltig Schluss sein soll. Schlie&#223;lich hat unser aller Steveness gerade das <strong>iPad </strong>vorgestellt, einen Kleincomputer, den meine ganzen Geek- und Nerd-Kumpels in diesem Twitter jetzt ihren Offline-Eltern schenken wollen. Warum? Weil er (sehr wahrscheinlich) funktioniert. Kein Kabelsalat, keine Tastatur, keine Maus – und keine Software, die seine Steveness nicht f&#252;r gut und w&#252;rdig befunden hat.</p>
<p>Das ist &#8211; im besten wie im schlechtesten Sinne – das Ende des Computers, wie wir ihn kannten. Wir waren es gewohnt, die <strong>Betriebssysteme</strong>, die nicht wirklich funktionierten, mit allerlei Programmen (heute sagt man Apps) zu f&#252;ttern, von denen viele auch nicht richtig funktionierten. All das soll vorbei sein. Und wahrscheinlich k&#246;nnen wir nicht mal etwas dagegen tun. Das ist umso &#228;rgerlicher, als dass die Masche, mit der seine Steveness uns auf seine Seite gelockt hat, nicht eben fair war.</p>
<p>Er gab uns das <strong>iPhone</strong>. Vom ersten Moment an war es so viel schicker, als all die Dinge, die sich die Ingenieure in Finnland und anderswo ausgedacht hatten. Dann &#246;ffnete er es sogar noch f&#252;r Entwickler. Seither sind die Apps das, was dereinst Klingelt&#246;ne waren. Nur viel, viel praktischer. Hier und da gab es zwar mal Einw&#252;rfe, seine Steveness geb&#228;rde sich sehr restriktiv an der Ladentheke und lasse nicht alles in den App-Store, was Mensch programmieren kann. Aber alles in allem gab es keine Grund sich zu beschweren. Mehr als das iPhone kann bis heute kein Taschencomputer.</p>
<p>Und jetzt kommt das iPad. Es sieht nicht nur aus wie ein zu gro&#223; geratenes iPhone. Es ist auch noch genauso verschlossen. Die ehemaligen Offline-Eltern werden nicht einfach mit Software aus dem Internet spielen k&#246;nnen auf ihrem Weihnachtsgeschenk. Alles, was sie nach Meinung seiner Steveness brauchen, finden sie im <strong>App-Store</strong>. Dem einen oder anderen schmeckt das nicht (zum Beispiel der <a href="http://www.fsf.org/news/ibad_launch">Free Software Fundation</a> aus politischen und Adobe aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden). Ich kann das verstehen. Aber ist das schlimm?</p>
<p>Der App-Store f&#252;r das iPad hat den unsch&#228;tzbaren Vorteil, dass sich die ehemaligen Offline-Eltern der Geeks und Nerds einfach bedienen k&#246;nnen. Angst vor <strong>Viren und Trojanern</strong>? Quatsch! Abst&#252;rzende Programme? Kann sein. Macht aber vermutlich nichts. Und wird nicht von Dauer sein. Der iPad ist eine Waschmaschine mit Internetanschluss. Nichts f&#252;r Schrauber, weil zu komplex und vor allem zu verschlossen. Perfekt f&#252;r jeden, der einfach nur seine W&#228;sche waschen im Netz hin und her surfen will (ja, erst wenn alle auf  HTML5 umgesattelt haben, ich wei&#223;).</p>
<p>An dieser Stelle – und ich komme damit auch zum Schluss – betritt ein (nicht so furchtbar popul&#228;res) Konzept aus der Wirtschaftswissenschaft die B&#252;hne dieses Blogs: die <strong>Konsumentenethik</strong>. Die Idee ist mir zum ersten Mal 1998 begegnet, als ich das Vergn&#252;gen hatte, die Diplomarbeit meines lieben Freundes Kai kritisch zu w&#252;rdigen. Extrem verk&#252;rzt geht es darum, dass Konsumenten ja auch die Wirtschaft in der Hand haben, n&#228;mlich durch ihre Kaufentscheidungen. Voraussetzung: Man gibt ihnen ausreichend Informationen an die Hand, um m&#252;ndig und gern auch ethisch zu entscheiden).</p>
<p>Zum iPad &#8211; das ist ja das Sch&#246;ne an dieser Welt des &#220;berflusses &#8211; gibt es mehr als genug <strong>Informationen </strong>(und Meinungen) <a href="http://news.google.de/news?rlz=1C1CHMR_enDE341DE341&#038;sourceid=chrome&#038;q=ipad&#038;um=1&#038;ie=UTF-8&#038;sa=N&#038;hl=de&#038;tab=wn">da drau&#223;en</a>. Es wird eine Schwemme an Testberichten geben. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das Ding gut (und ethisch) ist oder nicht. Wem das geschlossene System seiner Steveness nicht passt, der kann sich ja einfach einen richtigen Computer kaufen. Die wird es ja auch noch nach April 2010 geben, h&#246;rt man. Das gilt &#252;brigens auch f&#252;r den B2B-Bereich: Mal die Musikindustrie fragen wie es ist, wenn man verschl&#228;ft und pl&#246;tzlich feststellt, an Apple kommt keiner mehr vorbei.</p>
<p><em>Zum Schluss eine pers&#246;nliche Erkl&#228;rung:</em> Ich habe sie alle gehabt. DOS, Windows (in den Darreichungsformen 3.1, 95, 98, NT, 2000, XP, Vista (3 Tage) und 7), Linux (als Suse, Ubuntu und Moblin (drei Tage)), Mac OS (seit Tiger). Ich liebe Mac OS (privat und als Nutzer), ich liebe Linux (privat und politisch), ich lebe mit Windows (beruflich). Ach ja, ich liebe auch mein iPhone (beruflich und irgendwie auch privat).</p>
<p>(Die kleine Geschichte der Waschmaschine habe ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waschmaschine#Geschichte_der_Waschmaschine">Wikibedia entliehen</a>.)</p>
<p><strong>Update: </strong>Martin macht sich dr&#252;ben auf <a href="http://oetting.posterous.com/meine-eltern-sollen-sich-in-unser-aller-web-v">seinem posterous</a> benachbarte Gedanken zu unserem und ihrem Web.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2010/02/03/waschmaschinen-zu-computern-computer-zu-waschmaschinen/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2010/02/03/waschmaschinen-zu-computern-computer-zu-waschmaschinen/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Google und die Medien &#8211; ein paar Gedanken und Thesen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 07:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221; mit den Kollegen Albrecht Ude und Lars Reppesgaard sowie dem Suchmaschinenentwickler Wolfgang Sander-Beuermann &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: &#8220;Google sei bei uns!?&#8221; Ich sammle dann an dieser Stelle schon mal ein paar steile Thesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der <a href="http://rdn-online.de/besseronline/">DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221;</a> mit den Kollegen <a href="http://www.ude.de/">Albrecht Ude</a> und <a href="http://www.druckreif-redaktion.de/lars_reppesgaard.htm">Lars Reppesgaard</a> sowie dem Suchmaschinenentwickler <a href="http://suma-ev.de/wsb/">Wolfgang Sander-Beuermann</a> &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: <a href="http://rdn-online.de/besseronline/das-programm/">&#8220;Google sei bei uns!?&#8221;</a> Ich sammle dann an dieser Stelle schon mal ein paar <del datetime="2009-11-15T14:29:40+00:00">steile Thesen</del> Argumente.</p>
<p>Die Leitfrage des Panels &#8211; so steht es im Programm &#8211; lautet: &#8220;Ist die von dem Unternehmen (Google, Anm. des Bloggers) bereitgestellte Infrastruktur ein Segen f&#252;r Onliner oder sollte man Google mit Vorsicht genie&#223;en?&#8221; Also los.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Journalisten</strong></p>
<p>Der Journalist und der Internetnutzer in mir liebt Google. Die Suche ist toll, der E-Mail-Dienst un&#252;bertroffen, der Google Reader mein gelebter Traum seit Jahren, Google Docs immer wieder sehr praktisch. Alls in allem kann ich allein mit der Bookmarkverwaltung nichts anfangen, da gibt es mit Delicious wahrlich etwas besseres. Und Flickr hat Google mit Picasa bei weitem nicht erreicht. Ergo: F&#252;r vieles, was Journalisten so tun, ist Google praktisch. Die Suche ist ein unverzichtbares Instrument f&#252;r die Recherche.</p>
<p>Der B&#252;rger in mir ist gleichwohl besorgt. Denn Google sammelt sehr, sehr viele Daten. Und Google sitzt in den USA, meine Daten damit auch. Gleichzeitig ist die US-Regierung (noch st&#228;rker als die deutsche) in den vergangenen Jahren immer hungriger nach Daten geworden. Ziehe ich daraus Konsequenzen: nicht wirklich. Ich rede mir ein, dass ich ja von einem Tag auf den anderen die Finger von Google lassen k&#246;nnte, wohl wissend, dass mir das mit jedem Tag, an dem ich diese wundervollen Dienste nutze, schwerer fiele.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Online-Medien</strong></p>
<p>F&#252;r alle Produzenten von Internetinhalten (also nicht nur f&#252;r Journalisten) ist Google ein Traum. Dem durchschnittlichen deutschen Nachrichtenportal sp&#252;lt Google zwischen 30 und 60 Prozent der Zugriffe auf die Seite. W&#252;rden die Verlage und Sender Google nun ausschlie&#223;en (was mithilfe der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robots_Exclusion_Standard">robots.txt</a> auch ohne ausgefeiltere Programmierkenntnisse ziemlich einfach ist), ihre Portale w&#252;rden deutlich schrumpfen. Weniger Seitenabrufe bedeuten weniger ausgelieferte Werbung, bedeuten weniger Einnahmen, bedeuten weniger Geld f&#252;r Journalismus, bedeuten kleinere Redaktionen, bedeuten weniger Journalismus.</p>
<p>Und trotzdem f&#252;hren Medienmanager und Verleger eine rege Debatte &#252;ber Google. Die Argumentation: Google verdiene mit den Inhalten der Verlage Geld, weil neben den Suchergebnissen Werbung  angezeigt wird. Und in der Tat: Google ist eigentlich ein Werbekonzern, der einen ungesund gro&#223;en Teil des Online-Werbemarktes erobert hat. Einer der j&#252;ngeren Beitr&#228;ge zu diesem Thema kommt von einem Dinosaurier der Branche: Rupert Murdoch &#8211; das ist der 78-J&#228;hrige, der vom australischen Regionalverleger zum wohl wichtigsten Medienmenschen der Welt wurde und der sich vor einiger Zeit mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; die renommierteste Wirtschaftszeitung mindestens der USA einverleibt hat &#8211; m&#246;chte Google ausschlie&#223;en, <a href="http://www.focus.de/digital/internet/paid-content-murdoch-will-google-ausschliessen_aid_452602.html">hat er vor ein paar Tagen gesagt</a>. </p>
<p>Das klingt &#8211; auf den ersten Blick &#8211; nach &#246;konomischer Selbstaufgabe und kommt doch nicht &#252;berraschend. Schlie&#223;lich ist Murdoch der Verleger, der mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; ein &#8211; nach allem was man so h&#246;rt &#8211; erfolgreiches Paid-Content-Modell sein eigen nennt. Die Wirtschaftszeitung verdient im Internet mit journalistischen Inhalten Geld, und zwar weil die Leser f&#252;r die Inhalte bezahlen. Leute wie Mathias D&#246;pfner denken deshalb wohl an Murdoch, wenn sie, wie der Springer-Chef vor ein paar Tagen auf dem <a href="http://www.monacomediaforum.org/">&#8220;Monaco Media Forum&#8221;</a> im <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-11/springer-huffington-doepfner">Streitgespr&#228;ch mit US-Blog-Verlegerin Ariana Huffington</a>, vehement Bezahlinhalte auch f&#252;r ihre eigenen H&#228;user propagieren.</p>
<p>Auf den zweiten Blick f&#228;llt auf, dass Murdoch mit seinem Vorsto&#223; einen Paradigmenwechsel einleiten k&#246;nnte. Was passiert, wenn Microsoft Murdochs News Corp. daf&#252;r bezahlen w&#252;rde, die Inhalte mit der eigenen Suchmaschine Bing indizieren zu d&#252;rfen, der Medienkonzern Google aber ausgeschlossen w&#252;rde? Das k&#246;nnte Google in Bedr&#228;ngnis bringen &#8211; und zum Umdenken zwingen, schreibt <a href="http://www.techcrunch.com/2009/11/13/murdoch-google-bing-mexicanstandoff/">US-Blogger Michael Arrington, der eine These des Chefs der Suchmaschie Mahalo, Jason Calacanis, aufgreift</a> (<a href="http://www.buzzmachine.com/2009/11/15/nose-face-cut-spite-blocking-google/">Jeff Jarvis ist da anderer Meinung</a>). M&#246;glicherweise hat es schon <a href="http://eu.techcrunch.com/2009/11/13/badda-bing-microsoft-woos-newspapers-by-funding-their-stick-to-beat-google/">ein Treffen gro&#223;er Verlage mit Bing gegeben, um eine gemeinsame Aktion gegen Google vorzubereiten</a>. (Nachzulesen auch bei <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/11/14/verleger-planen-buendnis-gegen-google-und-fuer-microsoft.aspx">Holger Schmidt</a>.)</p>
<p>Einen ersten Hinweis auf einen m&#246;glichen Paradigmenwechsel im Suchmarkt (wir erinnern uns: Google indexiert, schaltet Werbung neben Suchergebnissen und leitet den Traffic weiter) haben j&#252;ngst die <a href="http://www.focus.de/digital/internet/suchmaschinen-twitter-nachrichten-in-echtzeit-bei-google-und-bing_aid_447077.html">Vereinbarungen von Twitter mit Google und Microsoft bzw. Bing</a> geliefert: Twitter wird den Suchmaschinen seine Inhalte zur Verf&#252;gung stellen, damit diese sie indizieren k&#246;nnen. Und vermutlich zahlen beide Konzerne daf&#252;r. Denn die Entwicklung zum Live-Web hat sie in j&#252;ngster Vergangenheit ein wenig alt aussehen lassen (alt hier im Sinn von 1998).</p>
<p><strong>Google zerfl&#228;ddert Journalismus</strong></p>
<p>Google tr&#228;gt einen erheblichen Anteil daran, dass Medien die Klammer um ihre Inhalte verlieren. Eine Zeitung ist eine solche Klammer um Inhalte (das neue &#8220;Handelsblatt&#8221; ist sogar geheftet), das macht den Charme dieses Produkts ja gerade aus. In der fr&#252;hen Phase der Entwicklung von Medien im Netz haben AOL und Yahoo ihr Gesch&#228;ftsmodell darauf aufgebaut, dem Nutzer einen Ort zu bauen, an dem er alles findet: seine Mails, seine Freunde, seine Nachrichten. Dieses Modell ist tot (AOL fast vergessen und Yahoo nicht eben in bester Verfassung), und das ist auch eine Folge der Googelisierung unserer Internetnutzung. In j&#252;ngster Zeit tragen auch Facebook und Twitter dazu bei.</p>
<p>FOCUS-Online-Chefredakteur Jochen Wegner hat diese Entwicklung vor einiger Zeit in einem <a href="http://in.focus.de/2008/12/interview-zu-nachrichtende-und-onlinejournalismus.html">Interview mit dem &#8220;Kress Report&#8221;</a> so zusammengefasst:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Online-Medien wechseln derzeit in einen neuen Aggregatzustand, sie sind nicht mehr in einer festen Klammer gebunden sondern werden gleichsam fl&#252;ssig &#8211; unsere Inhalte flie&#223;en in Einzelteilen durchs Netz, Medienmarken gewinnen damit als Absender eine ganz neue Bedeutung.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das hat auch f&#252;r den Journalismus Konsequenzen: Es z&#228;hlt nicht mehr das Gesamtprodukt. In einer Zeitung kann ja auch mal ein schwacher Artikel stehen, der schadet nicht unmittelbar dem Gesamtprodukt. Im Netz m&#252;ssen Medien mit jedem St&#252;ck, das dort drau&#223;en weitergereicht wird oder &#252;ber Suchmaschinen zu finden ist, ihr Markenversprechen einl&#246;sen. </p>
<p><strong>Die Google-Informationsgesellschaft ist (auch) vorindustriell</strong></p>
<p>Wir lebten einst in einer hochspezialisierten Gesellschaft. F&#252;r jede Aufgabe gab es jemanden, der sie erledigte f&#252;r uns. Und wir bezahlten daf&#252;r. Wir haben das Reiseb&#252;ro daf&#252;r bezahlt, uns einen Urlaub zu buchen, den Buchh&#228;ndler, uns ein Buch zu bestellen &#8211; und den Zeitungsverlag daf&#252;r, uns Nachrichten und Reportagen zu b&#252;ndeln, auf Papier zu drucken und dieses zu unserem Briefkasten oder wenigstens unserem Kiosk zu transportieren. </p>
<p>Und heute? Ein Reiseb&#252;ro habe ich seit mehr als f&#252;nf Jahren nicht mehr betreten. Ferienh&#228;user findet Google f&#252;r mich, Flug und Mietwagen buche ich auch &#252;bers Netz. Auch wenn ich hin und wieder noch in eine Buchhandlung gehe &#8211; vor allem in die Kleine ein paar Stra&#223;en weiter, weil ich so kleine Buchhandlungen einfach mag -, der gr&#246;&#223;te Teil meines B&#252;cherbudgets landet bei Amazon. Seit Jahren. Mein Verh&#228;ltnis zu Zeitungen ist &#228;hnlich, wie das zu Buchhandlungen: Ich liebe sie, aber den gr&#246;&#223;ten Teil meines Medienbudgets (hier im Sinn von Aufmerksamkeit) schenke ich dem Netz. Twitter, Blogs und all den Dingen, die mein Google Reader f&#252;r mich zusammenh&#228;lt. RSS und nicht ein Verlag oder eine Redaktion ist die Klammer meiner kleinen Medienwelt.</p>
<p>Und deshalb ist das Google-Zeitalter auch vorindustriell: Wir machen wieder viel mehr selbst. Das geht sogar soweit, dass Handarbeit sich wieder lohnen kann. Mit dem Netz gibt es einen weltweiten Markt f&#252;r Nischenprodukte, die es niemals in die Regale von Ladengesch&#228;ften schaffen w&#252;rden.</p>
<p><strong>Google ist eine Chance f&#252;r Journalismus in der Nische</strong></p>
<p>Journalisten k&#246;nnen sich ihre Nische suchen und dort selbst Verleger werden. Das geht schon kostenlos bei einem Bloghoster; und selbst wenn es ein bisschen professioneller aussehen und selbstgehostet sein soll, bel&#228;uft sich die Investitionssumme auf weniger als 100 Euro im Jahr (die eigene Arbeitszeit, der Internetanschluss und das Netbook, das wir eh alle haben, nicht mitgerechnet). F&#252;r die Distribution der Inhalte sorgt Google. Und Twitter. Und Facebook. Refinanzierungsmodell: Werbung.</p>
<p>Wie das funktionieren kann, erkl&#228;rt zum Beispiel Sascha Pallenberg, der Macher von <a href="http://www.netbooknews.de/">netbooknews.de</a> in diesem Video:</p>
<p><embed src="http://blip.tv/play/ge9F_eZjAg%2Em4v" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="391" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></p>
<p>Dass das mit einem IT-Thema relativ einfach und mit Reportagen aus Nepal eher schwierig ist, ist einer der Haken, den die Sache noch hat. Doch was sollen wir machen. Google ist. Vor allem die deutschen Internetnutzer wollen fast nur Google. Die pessimistische Sicht lautet: Damit m&#252;ssen wir leben. Der Optimist denkt: Darauf kann ich aufbauen. Mir ist aufbauen lieber.</p>
<p>Hab ich was vergessen? Bestimmt.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2009/11/16/google-und-die-medien-ein-paar-gedanken-und-thesen/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2009/11/16/google-und-die-medien-ein-paar-gedanken-und-thesen/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Die Zukunft der Medien. Oder: Jeff Jarvis, kritisch gelesen</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2009/11/08/die-zukunft-der-medien-oder-jeff-jarvis-kritisch-gelesen/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 18:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem auf Twitter) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von Jeff Jarvis auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich (auch weil die Medientage schon ein Weilchen vorbei sind; zugleich erkl&#228;rbar, denn carta hat die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem <a href="http://search.twitter.com/search?q=jarvis+medientage">auf Twitter</a>) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von <a href="http://www.buzzmachine.com/about-me/">Jeff Jarvis</a> auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich (auch weil die Medientage schon ein Weilchen vorbei sind; zugleich erkl&#228;rbar, denn <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">carta hat die Keynote als Transkript ver&#246;ffentlicht</a>). Nicht weil Jarvis unter seinen M&#246;glichkeiten geblieben w&#228;re, im Gegenteil, er war wie immer pr&#228;gnant und provozierend. Nur hat er im Kern nichts Neues gesagt. Seine Thesen stehen in seinem <a href="http://www.buzzmachine.com/">Blog</a>, und er hat sie mit &#8220;What would Google do&#8221; zwischen zwei Buchdeckeln verewigt.</p>
<p>Wenn also das geneigte Netzpublikum &#8211; wieder einmal &#8211; applaudiert, was hei&#223;t das dann? Denkbar ist, dass Jarvis zwar geh&#246;rt, aber nicht verstanden wird. Da er jedes Mal brillant klingt, kann man immer erneut begeistert sein, ohne jedoch seine Erkenntnisse in den Medienalltag zu &#252;bertragen. Deshalb die Frage: Was sagt er denn eigentlich? Eine Interpretation.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We had a content economy when we could obviously sell many copies of anything we created. Now we have a link economy, where there is the need for only one copy of anything online.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In der analogen Welt konnten zum Beispiel Tageszeitungen es sich leisten, ihre &#220;berregionale Berichterstattung vor allem auf Agenturmaterial aufzubauen (viele tu das heute noch). Da der typische Leser nur eine Zeitung liest, f&#228;llt ihm nicht auf, dass &#252;berall (mehr oder weniger) die gleiche Nachrichtensuppe gereicht wird. </p>
<p>Im Netz sieht das dann so aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/el1fbZSE0l9OiNoFz71CCw?feat=embedwebsite"><img src="http://lh4.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC325Nm_I/AAAAAAAABtA/q2tExyesjZU/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.26.58.png" /></a></p>
<p>Jarvis und seine Link-&#214;konomie ist also noch nicht angekommen bei den Zeitungen bzw. deren Online-Ablegern. Sie machen im Netz weiter wie bisher. Google ist da anders, denn Google News erkennt &#8211; wie andere Aggregatoren auch &#8211; Inhalte, die es an vielen Orten im Netz gibt und sortiert diese aus den Ergebnislisten aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/5S3OAqIGiQ9EdNaN9o3CJQ?feat=embedwebsite"><img src="http://lh5.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC30O-QMI/AAAAAAAABtE/MbFg_9KNDG0/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.31.12.png" /></a></p>
<p>Denkt man die Link-&#214;konomie konsequent weiter, dann m&#252;ssten alle Online-Medien &#8211; als ersten Schritt &#8211; ihre dpa-Ticker abschalten und d&#252;rften Agenturmaterial allenfalls als Steinbruch f&#252;r Autorengeschichten verwenden. K&#252;rzungen oder K&#252;ndigungen der Agenturvertr&#228;gen w&#228;ren die Folge. Nachrichtenagenturen ginge ihr tradiertes Gesch&#228;ftsmodell verloren. Sie m&#252;ssten eigene Portale aufbauen und ihre Inhalte an den Endkunden verkaufen &#8211; gegen Geb&#252;hren oder Werbeeinblendung. Gemeinsam ist Autoren- und Agenturportalen ein Sch&#246;nheitsfehler: Es gibt kein Finanzierungsmodell. Der Werbekuchen jedenfalls d&#252;rfte zu klein sein. Und Bezahlinhalte funktionieren bisher nur bei Fachinformationen.</p>
<p>Mit den Bezahlschranken sind wir auch wieder bei Jarvis angekommen, der aus der Link-&#214;konomie ein paar Schl&#252;sse zieht, unter anderem diesen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;The first is that you have to have your content open to the world. If you’re not searchable, you will not be found. So talk of going behind pay walls I think is dangerous because you potentially lose audience, you lose discovery. And you have unlimited competitors out there that will be free.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Die Botschaft ist eindeutig: Lass die Schranke herunter und Du bist tot. Ob das auch f&#252;r Inhalte auf dem Handy gilt? Ich vermute, dass das so ist. In Deutschland l&#228;uft die Diskussion allerdings in die entgegengesetzte Richtung (als Pars pro toto sei <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hombach-fordert-paid-content-initiative_100022663.html">WAZ-Chef Bodo Hombach an dieser Stelle angef&#252;hrt</a>). </p>
<p>Die Notwendigkeit, die Nachrichtenticker abzuschalten, pr&#228;zisiert Jarvis mit seinem &#8211; fast schon zum Mantra gewordenen &#8211; Rat:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Do what you do best and link the rest.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Gemeint ist damit nichts anders als: radikale Spezialisierung. Brauchte in der analogen Medienwelt noch jede Zeitung Kinokritiken, so reichen heute ein paar Kinoportale aus. Und braucht es wirklich von 190 (so viele Verlage und Sender sind Gesellschafter der dpa) und mehr Medien Leitartikel oder Kommentare zur Politik in Berlin? Jeden Tag? In der Link-&#214;konomie reichen vermutlich ein paar Dutzend, um Pluralit&#228;t zu gew&#228;hrleisten. Denn es kann ja jeder, der will, seine Meinung ins Internet schreiben. In einer Link- und (wir kommen zum &#252;bern&#228;chsten Jarvis-Argument) Stream-&#214;konomie hat sogar jeder (fast) die gleiche Chance, Geh&#246;r zu finden. Gro&#223;e Medienmarken haben auf Twitter und Facebook kein Abo f&#252;r die Link-Verbreitung. In einer Stream-&#214;konomie wird jede Geschichte zur &#8220;Bild&#8221;-Zeitung, die sich ja auch jeden Tag am Kiosk aufs neue verkaufen muss (nur dass es in sozialen Medien nicht einmal die Gewohnheit gibt, jeden Tag Links von diesem oder jenem Medium zu verbreiten.</p>
<p>Ok, das klingt erst Mal aussichtslos. Doch das ist es nicht, sagt Jarvis. In den USA funktioniert auch jenseits der &#8220;Huffington Post&#8221; einiges, zum Beispiel lokale Berichterstattung:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We found that hyperlocal sites, sites covering a small town – fifty thousand people – were bringing in between $ 100.000 and $ 200.000 advertising revenue.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auch in Deutschland gibt es erste Versuche in diese Richtung, etwa Hardy Prothmann mit seinem <a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a> und <a href="http://www.fussball-passau.de/">fussball-passau.de</a>. Ob sich diese Modelle tragen: offen.</p>
<p>Folgen wir Jarvis, dann ist das Heddesheimblog die Zukunft:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;(&#8230;) we have to rethink what we are as media companies and that is very hard, because the future is a bunch of very small companies. And we have used to be very big. And I am not sure if it’s possible to go from big to small. It’s very painful. There’s a lot of jobs lost in that process.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Zu sehen ist davon in Deutschland bisher kaum etwas. Nur eine handvoll Sites. Nun ja, und die Entlassungen bei der WAZ, die sind nat&#252;rlich schon real.</p>
<p>Als w&#228;re das alles noch nicht schlimm genug, die Medien haben noch ein weiteres Problem, sie &#228;chzen unter der ganzen neuen Konkurrenz:<br />
<blockquote><em>&#8220;I don’t know what the numbers are for sites in Germany, but in the U.S. most news sites get about 12 page views per user per month. That is criminally low. Facebook gets 12 page views per user per day.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Jarvis vergleicht damit nat&#252;rlich &#196;pfel und Birnen. In der analogen Welt hat ja auch keiner gefragt, wie viel Zeit die Menschen mit ihrer Zeitung und anderen Arten von Papier verbracht haben. Und dennoch ist es Teil des Problems. Denn wenn es Medien nicht schaffen, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, dann haben sie verloren. Wer grad bei Facebook chattet, der liest keine Nachrichten (also allenfalls die, auf die ihn gerade seine Freunde hinweisen).</p>
<p>Auch die Produktionsmethoden von Journalismus haben, folgt man Jarvis, ihr Verfallsdatum bereits &#252;berschritten. Als Grund nennt er die hohe Aufmerksamkeit, die Social-Media-Sites wie Facebook bekommen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We really are about process. Journalism and news is a process that doesn’t begin and that doesn’t end. When you think like that, I think you open up your world to collaboration.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das klitzekleine Problem: Journalisten (die meisten jedenfalls) sind bisher als Einzelk&#228;mpfer bekannt. Allenfalls bei den wirklich gro&#223;en Medien entstehen Texte in Zusammenarbeit. Auch diese Teams sind jedoch noch sehr weit weg von der Zusammenarbeit, die Jarvis meint: Er sieht den ganzen Journalismus als Prozess. Journalisten machen in beta. Kaum vorstellbar. Im Perfektionsland Deutschland noch ein bisschen weniger. </p>
<p>So, das sind die Dinge, die mir in Jarvis Keynote aufgefallen sind. Alles in allem sind wir von der Vision des st&#228;ndigen Deutschlandreisenden Jeff Jarvis noch sehr weit entfernt. Und: Es ist nur eine Vision. F&#252;r die meisten Argumente fehlt der Beweis, dass die Mechanismen wirklich funktionieren, vor allem der &#246;konomische Beweis fehlt. Den wird uns die Geschichte liefern.</p>
<p>Das w&#228;re die ganze Keynote:</p>
<p><object width="400" height="300"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="300"></embed></object>
<p><a href="http://vimeo.com/7471576">Jeff Jarvis: &#8220;Google is not an enemy, Google is a model&#8221;</a> from <a href="http://vimeo.com/user1191984">Carta</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2009/11/08/die-zukunft-der-medien-oder-jeff-jarvis-kritisch-gelesen/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2009/11/08/die-zukunft-der-medien-oder-jeff-jarvis-kritisch-gelesen/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Lustige Absatzspiele, heute: o2</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 14:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Absatz]]></category>
		<category><![CDATA[Bilanz]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilfunk]]></category>
		<category><![CDATA[o2]]></category>
		<category><![CDATA[Tarife]]></category>
		<category><![CDATA[Telefonmarketing]]></category>
		<category><![CDATA[Verkäufe]]></category>
		<category><![CDATA[Verträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja so, ich bin Wirtschaftsjournalist. Ok, da kommt man nicht sofort drauf, weil das Thema meines Broterwerbs an diesem Ort nur hin und wieder durchscheint. Also mal ein Versuch. Objekt: o2, der Mobilfunkanbieter. Thema: Wie poliere ich meine Bilanz auf. Das Mobilfunkunternehmen o2 hat es nicht so leicht. Die Tochter des spanischen Ex-Monopolisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja so, ich bin Wirtschaftsjournalist. Ok, da kommt man nicht sofort drauf, weil das Thema meines Broterwerbs an diesem Ort nur hin und wieder durchscheint. Also mal ein Versuch. Objekt: o2, der Mobilfunkanbieter. Thema: Wie poliere ich meine Bilanz auf.</p>
<p>Das Mobilfunkunternehmen o2 hat es nicht so leicht. Die Tochter des spanischen Ex-Monopolisten Telefónica geh&#246;rt mit 15 Millionen Kunden (Stand 30.7.2009) zur Gruppe der kleineren Netzbetreiber (T-Mobile und Vodafone sind viel, viel gr&#246;&#223;er). W&#228;hrend nun E-Plus, der zweite kleine Netzbetreiber, das Rennen um einen m&#246;glichst guten Service wohl aufgegeben hat und sich seit geraumer Zeit versucht &#252;ber den Preis von der (gro&#223;en) Konkurrenz abzusetzen, spielt o2 immer noch mit. Das Unternehmen <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/mobilfunk-o2-vergibt-netzausbau-an-chinesischen-ausruester_aid_296711.html">hatte 2008 massive Investitionen ins eigene Netz angek&#252;ndigt</a>, vor allem um es fit zu machen f&#252;r schnelle Datentransfers (<a href="http://www.heise.de/newsticker/E-Plus-plant-EDGE-Ausbau-fuer-2009-Update--/meldung/120573">genau das tut E-Plus bisher nicht</a>). </p>
<p>Das kleine Problem des kleinen Anbieters ist die Betriebswirtschaft: o2 spielt in Sachen Technik mit den Gro&#223;en mit, hat aber nicht einmal halb so viele Kunden wie T-Mobile oder Vodafone. Das ist ung&#252;nstig, denn schlie&#223;lich kostet ein tolles o2-Netz ebenso viel wie ein tolles T-Mobile- oder Vodafone-Netz. F&#252;r o2 lautet die vermutlich bedeutendste Frage deshalb: Wie kriegen wir mehr Kunden.</p>
<p>Das geht zum Beispiel &#252;ber den Preis. Auf diesem Gebiet hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan, o2 hat seine ganze Tarifstruktur umgekrempelt &#8211; und spricht mit einem Tarif, bei dem die Kosten bei 60 Euro im Monat abgeriegelt werden (wobei dann nicht das Netz abgeklemmt, sondern die Rechnungsbetrag eingefroren wird) vor allem Vieltelefonierer an, die auch auf den Preis achten (m&#252;ssen). Anders formuliert: o2 wildert bei E-Plus.</p>
<p>Eine weitere M&#246;glichkeit, die Zahl der Kunden nach oben zu korrigieren, bieten die vorhandenen Kunden (der Mobilfunker &#8211; und nicht nur der &#8211; nennt diese Gruppe &#8220;Bestandskunden&#8221;): Menschen, die sowieso schon jeden Monat eine Rechnung bekommen, kann man einfach noch mehr Mobilfunk verkaufen. Und genau das macht o2 gerade.</p>
<p>Erst kam ein Brief (Marketing-Sprech: Mailing), in dem o2 mir anbot, ich k&#246;nnte doch noch eine (oder mehr?) weitere Mobilfunkkarten kaufen. Wobei &#8220;kaufen&#8221; nicht das richtige Verb ist, denn o2 wollte sie mir schicken, nur die Versandkosten von gerade einmal 3,90 Euro h&#228;tte ich bezahlen sollen. Daf&#252;r h&#228;tte ich noch eines dieser kleinen blauen K&#228;rtchen bekommen, das ich in eines der Handys h&#228;tte stecken k&#246;nnen, die in dieser Wohnung sicher noch irgendwo liegen. Und ich h&#228;tte telefonieren k&#246;nnen. 15 Cent pro Minute, bei 60 Euro w&#228;re Schluss. Oder ich h&#228;tte nicht telefonieren k&#246;nnen. Dann h&#228;tte ich auch nichts bezahlen m&#252;ssen. Karteileichen sind also eingebaut bei dem Angebot. Der vernunftbegabte Mensch in mir fragt sich: Was bringt das?</p>
<p>Nun nehme ich an, dass nicht nur ich einen solchen Brief erhalten habe, denn so pers&#246;nlich war die Ansprache dann doch nicht. Viele der anderen o2-Kunden scheinen allerdings reagiert zu haben wie ich: Brief ins Altpapier. Anders kann ich es mir nicht erkl&#228;ren, dass o2 jetzt noch einmal anrief, um mir das Angebot pers&#246;nlich zu unterbreiten. Und der vernunftbegabte Mensch in mir fragt sich wieder: Was bringt das? Und jetzt auch: Was das wohl kostet?</p>
<p>Erkl&#228;ren l&#228;sst sich die teure (und vermutlich sinnlose) Aktion mit der Bilanz und dem o2-Management. Das Mobilfunkunternehmen hat seit Mai einen neuen Chef. Der hei&#223;t <a href="http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/telefonica-o2-ex-vodafone-manager-schuster-wird-neuer-chef_aid_398714.html">Rene Schuster</a> und war &#8211; so liest man &#8211; <a href="http://www.horizont.net/aktuell/leute/pages/protected/O2-Germany-Rene-Schuster-beerbt-Jaime-Smith--als-CEO_84335.html">&#8220;wesentlich an der Entwicklung des neuen Tarifs o2o beteiligt&#8221;</a>. Das ist nun zuf&#228;llig der Tarif, der mit viel Aufwand in den Markt und Bestandskunden aufs Auge gedr&#252;ckt wird.</p>
<p>Was folgt, ist typisch f&#252;r den Mobilfunk: Weil eben doch eine betr&#228;chtliche Zahl o2-Kunden alte Handys mit neuen Karten best&#252;cken wird, um sie dann doch wieder in der Schublade zu vergessen (oder das bisherige o2-Handy eben dorthin zu legen), werden wird alsbald eine Jubelmeldung aus M&#252;nchen lesen. Das Unternehmen wird uns mitteilen, das o2o ein voller Erfolg ist, weil Tausende Kunden den Tarif gew&#228;hlt haben. Au&#223;erdem wird o2 m&#228;chtig viele neue Kunden gewonnen haben (wie viele der neuen Karten unbenutzt in Schubladen liegen, untersucht ja niemand).</p>
<p>Also ich freu mich drauf. Vor allem weil ich dann gern w&#252;sste, was das gekostet hat. Was ich und die anderen 15 Millionen o2-Kunden bezahlen mussten, damit <del datetime="2009-08-10T13:34:36+00:00">Mobilfunkkarten in Schubladen verstauben</del> die Bilanz des neuen Chefs ordentlich gl&#228;nzt.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2009/08/10/lustige-absatzspiele-heute-o2-mobilfunk/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2009/08/10/lustige-absatzspiele-heute-o2-mobilfunk/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<title>Fernsehen? Done!</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2009/07/26/fernsehen-done/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 17:22:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Die Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Matthew Robson]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Morgan Stanley]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade bei carta aufgelesen: Das Fernsehen bewegt sich sukzessive in die N&#228;he des Radios als anerkanntes Nebenbei-Medium. Werbespots werden bereits heute so produziert, dass ein „Schauen“ nicht mehr n&#246;tig ist. Den Zusehern wird in den Raum „hinterhergerufen“. Und mich gefragt: Ist es nicht noch viel verheerender? Wenn wir der Einzelmeinung von Matthew Robson glauben, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade bei <a href="http://carta.info/12322/die-apokalypse-der-klassischen-medienindustrie/">carta aufgelesen</a>:<em><br />
<blockquote>Das Fernsehen bewegt sich sukzessive in die N&#228;he des Radios als anerkanntes Nebenbei-Medium. Werbespots werden bereits heute so produziert, dass ein „Schauen“ nicht mehr n&#246;tig ist. Den Zusehern wird in den Raum „hinterhergerufen“.</p></blockquote>
<p></em></p>
<p>Und mich gefragt: Ist es nicht noch viel verheerender? Wenn wir der Einzelmeinung von <a href="http://www.guardian.co.uk/business/2009/jul/13/teenage-media-habits-morgan-stanley">Matthew Robson</a> glauben, der als <del datetime="2009-07-26T17:10:09+00:00">unterbezahlter Analyst</del> Praktikant seinem (tempor&#228;ren) Arbeitgeber Morgan Stanley zu einem Erweckungserlebnis verholfen hat, dann w&#228;chst eine Generation heran, die nur noch f&#252;r die Fu&#223;ball-WM (und die eine oder andere Serie) das einschaltet, was wir jahrzehntelang als Fernsehen bezeichnet haben. <em><br />
<blockquote>Most teenagers watch television, but usually there are points in the year where they watch more than average. This is due to programs coming on in seasons, so they will watch a particular show at a certain time for a number of weeks (as long as it lasts) but then they may watch no television for weeks after the program has ended.</p></blockquote>
<p></em></p>
<p>Die Werbung kann so viel rufen wie sie will, wenn der Fernseher wochenlang Staub ansetzt. </p>
<p>Was wirklich toll ist daran: Ich finde mich wieder bei dem jungen Herrn Robson &#8211; und f&#252;hle mich ebenfalls jung.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/26/fernsehen-done/"></g:plusone></div><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://bjoern-sievers.de/2009/07/26/fernsehen-done/&amp;layout=standard&amp;show_faces=1&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font=" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:60px"></iframe>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Microsofts Angst vor Chrome OS</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 19:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Die Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Windows]]></category>
		<category><![CDATA[Windows 7]]></category>

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		<description><![CDATA[Microsoft, der Betriebssytem-Monopolist, hat offenbar Angst vor einem Neuling. Anders ist es kaum zu erkl&#228;ren, dass der Konzern den von Google angek&#252;ndigten Windows-Konkurrenten Chrome OS als l&#228;cherlich abtut. Wenn aber nun Microsoft Googles Bestrebungen tats&#228;chlich ernst nimmt, dann ist das gut. Denn dann bringt Google den Markt f&#252;r PC-Betriebssysteme, der bisher zu etwa 90 Prozent [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Microsoft, der Betriebssytem-Monopolist, hat offenbar Angst vor einem Neuling. Anders ist es kaum zu erkl&#228;ren, dass der Konzern den von <a href="http://www.focus.de/digital/computer/betriebssysteme-microsoft-redet-google-chrome-os-klein_aid_416613.html">Google angek&#252;ndigten Windows-Konkurrenten Chrome OS als l&#228;cherlich abtut</a>. Wenn aber nun Microsoft Googles Bestrebungen tats&#228;chlich ernst nimmt, dann ist das gut. Denn dann bringt Google den Markt f&#252;r PC-Betriebssysteme, der bisher zu etwa 90 Prozent plus x aus Microsoft, ein bisschen Mac OS und noch weniger Linux besteht, tats&#228;chlich in Schwung. Also in einen Schwung, den er zuletzt vermutlich nach dem Flop von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/OS/2">OS/2</a> mitte der 1990er Jahre verloren hat (der Linux-Hype ein paar Jahre sp&#228;ter spielte sich ja vor allem auf den Covern von Computerzeitschriften und meinem Compaq-Notebook ab).</p>
<p>Erstaunlich an der Kommunikation von Microsoft ist aber nicht, dass der Konzern Chrome OS klein redet, obwohl das ein Jahr vor dem geplanten Marktstart ja noch gar nicht geht. Wirklich umgeworfen haben mich die Argumente, mit denen die Herrschaften aus Redmond, genauer Windows-Manager Bill Veghte, das neue Windows 7 anpreist:<br />
<blockquote><em>&#8220;Die Nachfrage nach Windows 7 unter den Microsoft-Kunden &#252;berfordere derzeit fast die Kapazit&#228;ten von Microsoft.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Welche Kapazit&#228;ten denn, bitte? Die Programmierer, die eben noch das erste Service Pack f&#252;rs Weihnachtsgesch&#228;ft zusammenschrauben (wobei Ausgabe 7 zum ersten Mal in der Windows-Geschichte ja <a href="http://www.focus.de/digital/computer/tid-13093/microsoft-windows-7-beta-der-vista-nachfolger-im-ausfuehrlichen-test_aid_362026.html">keine Beta-Version sein soll</a>), haben ja nicht mehr zu tun, nur weil viele Menschen auf den Nachfolger des Flops Windows Vista warten. Oder sind die Server, von denen eine Testversion schon jetzt geladen werden kann, dauerhaft &#252;berlastet und es gelingt dem gr&#246;&#223;ten Software-Hersteller der Welt nicht, ein paar Rechner zus&#228;tzlich aufzustellen? Oder hat Microsoft zu wenige Exemplare bei den DVD-Produzenten bestellt, weil ein Betriebssystem auch 2009 ja auf einem physischen Datentr&#228;ger ausgeliefert werden muss? Sieht ja sonst nicht &#8220;wertig&#8221; aus, und was aus dem Netz kommt kost&#8217; ja nix und is auch nix, wie wir wissen.</p>
<p>Weiter kommuniziert Microsoft:<br />
<blockquote><em>&#8220;Mehr als 80 Prozent der IT-Entscheider in Unternehmen planen nach Angaben von Veghte innerhalb von 36 Monaten auf die neue Plattform umzusteigen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und? Ist das erstaunlich? Die meisten dieser armen IT-Manager machen seit acht Jahren mit Windows XP rum, weil sie es mit Vista nicht ausgehalten haben. Da gibt es vermutlich einen Rieseninvestitionsstau, der eigentlich ein Innovationsstau ist.</p>
<p>Windows, Mac OS, Linux. Mir ist es fast schon egal. L&#228;uft doch eh (fast) alles im Browser. Und da kommt der Schnellste auf dem Mac von Apple, unter Windows ist es Chrome (auch wenn Apple hier aufgeholt hat, doch Safari unter Win f&#252;hlt sich seltsam an). Also warum nicht auch Chrome OS? Mir ist nur eines wichtig: Konkurrenz. Und die kommt.</p>
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