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	<title>Björn Sievers</title>
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	<description>Journalist &#124; Dozent &#124; Radfahrer</description>
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		<title>Staunen &#252;ber die Generation @</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 20:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Generation Golf, Generation Praktikum, Generation C64 &#8211; seit Douglas Couplands “Generation X” (das war 1991) gab es zahlreiche Versuche, das Lebensgef&#252;hl einer Altersgruppe mit einem Schlagwort zu beschreiben. Der aktuelle “Spiegel” (Nr. 31, Seite 120-123) f&#252;gt der langen Reihe der Generationen eine weitere hinzu: die Null-Blog-Generation. Es sind die Jugendlichen im Jahr 2010. Sie sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Generation Golf, Generation Praktikum, Generation C64 &#8211; seit Douglas Couplands “Generation X” (das war 1991) gab es zahlreiche Versuche, das Lebensgef&#252;hl einer Altersgruppe mit einem Schlagwort zu beschreiben. Der aktuelle “Spiegel” (Nr. 31, Seite 120-123) f&#252;gt der langen Reihe der Generationen eine weitere hinzu: die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,709492,00.html">Null-Blog-Generation</a>. Es sind die Jugendlichen im Jahr 2010. Sie sind online, aber sie nutzen die M&#246;glichkeiten des Internets nur selten aus. Und vor allem: Ihr eigentliches Interesse gilt dem Offline-Leben.</p>
<p><strong>Ein Missverst&#228;ndnis</strong></p>
<p>Was auf den ersten Blick nach einer erstaunlichen Erkenntnis klingt &#8211; denn wer heute noch nicht erwachsen ist, f&#252;r den war das Internet schon immer da -, entpuppt sich bei n&#228;herem Hinsehen als Missverst&#228;ndnis. War doch das Netz immer schon vor allem das, als was es Jugendliche heute benutzen: ein Kommunikationskanal. Aber der Reihe nach.</p>
<p>Zun&#228;chst: Einen Teil der These des Artikels kann ich aus meiner subjektiven und nicht repr&#228;sentativen Erfahrung best&#228;tigen. Junge Menschen haben im Schnitt weniger Ahnung vom Netz, als man ihnen gemeinhin zutraut. Unter den Kollegen, denen ich hin und wieder (z.B. <a href="http://www.ifp-kma.de/">hier</a>) etwas &#252;bers Netz erz&#228;hlen darf, ist nur selten jemand, der schon mal gebloggt hat (und wenn, dann meist nur w&#228;hrend eines Auslandsaufenthalts, als Ersatz f&#252;r Rundmails gewisserma&#223;en). Auch Social Bookmarking, RSS und Twitter ist den meisten fremd.</p>
<p>Aber: Fast alle Kollegen in den fr&#252;hen 20ern sind bei Facebook (kaum noch jemand &#252;brigens bei StudiVZ). Sie alle organisieren ihr soziales Leben mithilfe sozialer Netzwerke. Und genau hier beginnt das Missverst&#228;ndnis von “Spiegel”-Autor Manfred Dworschak. Er l&#228;sst einen Gesamtschullehrer sagen: “F&#252;r sie (die Jugendlichen) ist das (Internet), wie ein Auto, es soll fahren.” Und genau das ist der Punkt, vermutlich der zentrale Punkt, um die Generation der Digital Natives zu verstehen.</p>
<p><strong>Das Internet h&#246;ren</strong></p>
<p>Wer mit dem C64 aufgewachsen ist, der konnte die Datenstr&#246;me von der Datasette h&#246;ren, der hat irgendwann an einem alten Rechner herumgeschraubt, um eine gr&#246;&#223;ere Festplatte oder mehr Arbeitsspeicher einzubauen, der hat das Internet aus seinem 56K-Modem (und das war dann schon schnell) rauschen geh&#246;rt. Online gehen war ein Weg, der in vielen F&#228;llen schon das Ziel war.</p>
<p>Die Kinder aus der Wendezeit und danach sind in eine andere Welt geboren. Die DDR war Geschichte, Internet und Mobilfunk schon immer da. Zu Hause gab es immer mindestens einen Rechner und der war immer online, wenn er eingeschaltet war (die Generation iPad spart sich heute auch noch das Booten). Deshalb ist Facebook f&#252;r Sch&#252;ler und Studenten heute das, was Telefon und Anrufbeantworter in den 1980ern (in Westdeutschland) waren: die Medien, mit denen man sein Sozialleben organisiert, z.B. den Weg zur Schule oder das gemeinsame Bier am Abend in der Kneipe.</p>
<p><strong>Das Netz und das reale Leben</strong></p>
<p>Wenn Manfred Dworschak staunt, dass es f&#252;r die Jugendlichen von heute wichtiger ist, sich mit Freunden zu treffen, als sich in virtuellen Welten (an dieser Stelle f&#228;llt irgendwann der Name Second Life, dieser dereinst von Medien hochgeschrieben virtuellen Welt), dann liegt auch hier ein gro&#223;es Missverst&#228;ndnis vor: Schon immer haben sich Menschen, die im Netz unterwegs waren, auch im richtigen Leben getroffen. Die Mitglieder von Mailinglisten haben Stammtische (in echten Kneipen) organisiert, Hacker treffen sich auf Konfrenzen und Twitterer zu Twittagessen in M&#252;nchen, Berlin oder Hamburg.</p>
<p>Die Konstante des Internets seit E-Mail und Usenet hei&#223;t: Kommunikation. Die jeweilige Anwendung mag sich &#228;ndern, doch das Internet in schon immer ein soziales Netz gewesen. F&#252;r viele stellt es seit jeher eine Bereicherung des eigenen sozialen Lebens dar. F&#252;r mich &#252;brigens auch. Und daran ist nichts virtuell.</p>
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		<title>Warum das Dilemma der Nachrichtenagenturen in die Zukunft der Medien weist</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 07:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachrichtenagenturen stecken in der Klemme. Ihr Gesch&#228;ftsmodell ist fast zwei Jahrhunderte alt &#8211; der franz&#246;sische Publizist Charles-Louis Havas gr&#252;ndete die erste Agentur bereits 1835 &#8211; und das Internet, nat&#252;rlich wieder dieses Internet gr&#228;bt ihnen nun das Wasser ab. Reuters, dpa, ddp und all die anderen sind eingekeilt zwischen ihren Kunden auf der einen Seite &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachrichtenagenturen stecken in der Klemme. Ihr Gesch&#228;ftsmodell ist fast zwei Jahrhunderte alt &#8211; der franz&#246;sische Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles-Louis_Havas">Charles-Louis Havas</a> gr&#252;ndete die erste Agentur bereits 1835 &#8211; und das Internet, nat&#252;rlich wieder dieses Internet gr&#228;bt ihnen nun das Wasser ab. Reuters, dpa, ddp und all die anderen sind eingekeilt zwischen ihren Kunden auf der einen Seite &#8211; vor allem Zeitungen finanzieren ihre Arbeit &#8211; und dem Netz &#8211; diesem unendlichen Informationsspeicher, den nicht mehr nur Journalisten durchpfl&#252;gen und sortieren &#8211; auf der anderen.</p>
<p>Einen <strong>Teil des Dilemmas</strong> brachte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Widmann">ddp-Chefredakteur Joachim Widmann</a> (mein gesch&#228;tzter Ex-Chef) w&#228;hrend einer Diskussionsrunde am <a href="http://ifp-kma.de/">Institut zur F&#246;rderung publizistischen Nachwuchses</a> in M&#252;nchen auf seine Weise den Punkt: Agenturen m&#252;ssten &#252;berlegen, ob sie mindestens einen Teil ihres Dienstes, vor allem Analysen und Feature, erst mit einer Zeitverz&#246;gerung an Onlinemedien senden sollten. Erst dann, wenn Zeitungen sie gedruckt haben. Aus Sicht der Agentur ist diese &#220;berlegung verst&#228;ndlich. Zeitungen sind nach wie vor die wichtigeren Kunden, sie zahlen deutlich h&#246;here Preise f&#252;r die Agenturdienste als Onlinemedien. Eine Analyse aber, die schon am Tag zuvor auf Nachrichtenportalen zu lesen war, ist f&#252;r die Zeitung wertlos. Schlie&#223;lich gibt niemand Geld f&#252;r Papier aus, auf dem (fast) nur steht, was er bereits aus dem Netz gefischt hat. Das ist die eine Seite des Problems.</p>
<p>Die <strong>andere Seite</strong> hei&#223;t Google News (neben anderen News-Aggregatoren). Diesen Nachrichten-Sammelmaschinen steht Widmann &#8211; wie dem Netz insgesamt &#8211; kritisch gegen&#252;ber. Aus seiner Sicht folgerichtig: Aggregatoren sortieren das Netz und machen riesige Mengen Informationen, darunter Agenturmaterial, &#252;berhaupt erst zug&#228;nglich. Die Agenturen bekommen daf&#252;r keinen Cent, es sei denn, sie schlie&#223;en Vertr&#228;ge mit den Aggregatoren, wie es AP in den USA mit Google getan hat (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-News-zeigt-keine-aktuellen-AP-Nachrichten-900121.html">die Lage ist zurzeit allerdings ein wenig diffus</a>). Wenn aber sagen wir mal Google News gegen Entgelt AP-Nachrichten hostet, also nicht nur Anrei&#223;er, sondern die Volltexte auf den eigenen Seiten auszuspielt, dann k&#246;nnte das der letzte Vertrag sein, den die Agentur abschlie&#223;t. Warum sollten andere (Online-) Medien Agenturdienste abonnieren, wenn Google doch nur die eigenen Seiten ausliefert und nicht mehr auf identische Inhalte anderswo im Netz verweist. Klar, oder? (Und trotzdem hat ddp einen Vertrag mit <a href="http://www.nachrichten.de/">nachrichten.de</a>, den mein Arbeitgeber TOMORROW FOCUS Portal betreibt.)</p>
<p>Damit sind wir beim <strong>Kern des Problems:</strong> Das Gesch&#228;ftsmodell der Agenturen basiert darauf, dass Korrespondenten Informationen sammeln, diese verarbeiten, also Texte schreiben, fotografieren, Videos produzieren, eine Redaktion all das zu Diensten zusammenstelllt und an die Kunden verteilt. In der analogen Medienwelt dereinst war das ein formidables System, schlie&#223;lich ersparte es der Zeitung in Ulm, einen eigenen Korrespondenten in Hamburg zu haben und umgekehrt. Doch diese Welt ist Vergangenheit. Heute ist die Information aus Hamburg auch f&#252;r die Redaktion in Ulm nur einen Klick entfernt. </p>
<p>An dieser Stelle kommt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jeff_Jarvis">Jeff Jarvis</a> ins Spiel. Der US-Blogger, Medienprofessor und Berater wiederholt schon seit Jahren sein Mantra: <a href="http://www.buzzmachine.com/2007/02/22/new-rule-cover-what-you-do-best-link-to-the-rest/">&#8220;Cover what you do best. Link to the rest.&#8221;</a> Sieht man sich im (deutschen) Internet um, h&#246;rt ihm jedoch kaum jemand zu. Lokal- und Regionalzeitungen verlinken f&#252;r Geschichten aus Berlin nicht etwa auf den &#8220;Tagesspiegel&#8221; oder die &#8220;Berliner Zeitung&#8221;. Stattdessen fluten sie die eigenen Seiten mit dpa-Meldungen, wie mein erster Arbeitgeber <a href="http://www.die-glocke.de/news/html/-brennpunkte-/index.shtml">&#8220;Die Glocke&#8221;</a> (ich war so um 1990 freier Mitarbeiter). Ist das sinnvoll? Nein. Es f&#252;hrt dazu, dass 80 Prozent der Inhalte im deutschen Internet austauschbare Agenturtexte sind (das sagt nachrichten.de- und mein Chef <a href="http://in.focus.de/autor.html">Jochen Wegner</a>, der mit Widmann auf dem Podium sa&#223;). Aber es hat Tradition. Schlie&#223;lich bedient sich die Mantelredaktion auch bei den Agenturen und bastelt aus ihren Dienste gro&#223;e Teile des ersten Buchs einer typischen deutschen Zeitung.</p>
<p>Das ganze System funktioniert so lange wie Zeitungen noch funktionieren (und die Onlineportale von den meisten lokalen und regionalen Medien eher Feigenbl&#228;tter als erst gemeinte Versuche mit Onlinejournalismus sind). Das m&#246;gen sie bitte auch gerne noch sehr lange, denn Papier ist ja ein sehr sch&#246;nes Medium. Aber nach allem was man so h&#246;rt und liest, geht es mit der <a href="http://www.ivw.de/index.php?menuid=37&#038;reporeid=10#tageszeitungen">(Gesamt-) Auflage der deutschen Zeitungen Jahr f&#252;r Jahr bergab</a>. Und auch der Werbemarkt hat seine besten Zeiten im Printgesch&#228;ft wohl hinter sich gelassen.</p>
<p>Nun setzen wir mal voraus, dass die etablierte Medienwelt eher so denkt wie Joachim Widmann, das alte System also bewahren m&#246;chten, so lange wie es Gewinne abwirft (und das tut es ja in den meisten Verlagen noch). Vermutlich passiert dann auch in den kommenden zehn Jahren das, was schon in den vergangenen 15 Jahren passiert ist: nichts. Ok, wenig. Statt &#252;ber <strong>neue Gesch&#228;ftsfelder</strong> nachzudenken, bleibt der traditionsbewusste Medienmensch bei den Dingen, die er kennt. Bis es nicht mehr geht. Und ganz bestimmt wird es bei einigen Verlagen irgendwann nicht mehr gehen.</p>
<p>So lange Zeitungen (und andere) ihr angestammtes Gesch&#228;ft verfolgen, k&#246;nnen aber Entdecker Neues ausprobieren, Leute wie <a href="http://www.prothmann.org/">Hardy Prothmann</a> mit seinem <a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a> (Hardy sa&#223; mit Widmann und Wegner auf dem Podium im ifp). Der Journalist bastelt seit rund einem Jahr an einem kleinen Blognetzwerk f&#252;r seinen Heimatort Heddesheim und die umliegenden Gemeinden. Platz daf&#252;r l&#228;sst ihm der &#8220;Mannheimer Morgen&#8221;, ist Prothmann &#252;berzeugt. Schlie&#223;lich betreibe der &#252;berwiegend &#8220;Bratwurstjournalismus&#8221;, gef&#228;llige Lokalberichterstattung, die das Objekt der Berichterstattung ernster nehme als den Leser (und den Leser somit an der Nase herumf&#252;hre). </p>
<p>Nun k&#246;nnte es ja sein, dass das Heddesheimblog ein Erfolg wird und Hardy ein Leben finanziert. Und dann k&#246;nnte es ja sein, dass es weitere &#228;hnliche Projekte gibt, also noch mehr Blogs &#252;ber <strong>Orte wie Heddesheim</strong> (die Gemeinde hat 10.000 Einwohner) und Publikationen wie die <a href="http://www.ruhrbarone.de/">Ruhrbarone</a>. In einer idealen Welt k&#246;nnten all diese Nischenmedien sich zusammenschlie&#223;en, ein gemeinsames Netzwerk bilden und so auf eine nennenswerte Reichweite kommen, um auch jenseits der lokalen Anzeigenakquise am Werbekuchen zu knabbern. </p>
<p>Was die Medien dieser neuen Welt sicher nicht brauchen, sind Agenturen. Prothmann sagt ganz klar, er fliege deutlich unter dem Radar von Agenturdiensten, er berichtet detaillierter und kleinteiliger als das selbst die dpa mit ihrem engen Korrespondentennetz je leisten k&#246;nnte. Was die neuen hyperlokalen Medien allerdings gebrauchen k&#246;nnten, w&#228;re ein Aggregator, eine intelligente Maschine, die aus den einzelnen Nachrichtenstr&#246;men ein auf die Bed&#252;rfnisse einzelner Nutzer oder regional sortiertes Netz spinnt. Dann w&#252;rde das Heddesheimblog auf das Berlinblog verlinken und eben kein ddp-Feature kopieren.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnte es auch ganz anders laufen. Schlie&#223;lich h&#228;tten Zeitungen mit ihren Portalen heute schon die M&#246;glichkeit, sich zu vernetzen. Sie m&#252;ssten sich nur mal auf den Weg machen. So langsam. Doch egal wie die Entwicklung weitergeht: Die Agenturen stecken in der Klemme. Medien brauchen sie zwar noch, aber von Jahr zu Jahr ein bisschen weniger.</p>
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		<title>Buzz aber mal ehrlich</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 21:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ok, ich bin nun wirklich zu haben f&#252;r Spielereien, ganz besonders wenn sie mir elektronisch gereicht werden. Und noch lieber, wenn ich sie mitsamt Elektrik auch in meine Jackentasche stecken kann. Aber seit gestern Abend frage ich mich: Buzz das sein? In meiner Brust schlagen zwei Herzen: das des Spielkindes und das des Ostwestfalen. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok, ich bin nun wirklich zu haben f&#252;r <strong>Spielereien</strong>, ganz besonders wenn sie mir elektronisch gereicht werden. Und noch lieber, wenn ich sie mitsamt Elektrik auch in meine Jackentasche stecken kann. Aber seit gestern Abend frage ich mich: <a href="http://www.google.com/buzz">Buzz das sein?</a></p>
<p>In meiner Brust schlagen zwei Herzen: das des Spielkindes und das des Ostwestfalen. Das <strong>Spielkind</strong> will immer gleich alle Dinge ausprobieren, die das gut funktionierende Vorschlagwesen der sozialen Medien mir so vor die F&#252;&#223;e wirft. Das funktioniert schon sehr lange, viel l&#228;nger als Twitter und Facebook. Das sind ja am Ende sehr neumodische Ph&#228;nomene. Das Ostwestfalenherz verbei&#223;t sich und bleibt.</p>
<p>Sozialisiert wurde mein <strong>digitales Selbst</strong> in Mailinglisten, vor allem dem <a href="http://www.jonet.org/">jonet</a>. Schon damals warfen wir uns Links zu und griffen uns unter die Arme, wenn beim einen der Rechner oder beim anderen das Diktierger&#228;t hakte. Das Medium mag ein anderes geworden sein, die Message bleibt. Teile, also bist Du. Und deshalb danke ich allen, die in den vergangenen zw&#246;lf Jahren oder so mit mir geteilt haben. Ihr habt mir eine Menge gegeben &#8211; und tut es noch. Ich hoffe, ich kann mich hier und dort revangieren &#8211; und Ihr habt auch Spa&#223; beim Spielen.</p>
<p>Der <strong>Ostwestfale</strong> (nicht nur der in mir) ist ein sehr best&#228;ndiges Wesen. Frohnaturen aus anderen Teilen des Landes und der Welt halten uns manchmal f&#252;r etwas spr&#246;de und trocken. Das sind wir wohl auch. Doch wenn man uns kriegt, dann hat man uns auch (am Hals). Mein Ostwestfalenherz verbei&#223;t sich deshalb auch im digitalen Teil des Lebens in Dinge und Dienste. Das jonet, Flickr, Delicious, Gmail, Google Reader &#8211; Begleiter seit vielen Jahren, denen ich gerne die Treue halte. Twitter hatte es ein bisschen schwer anfangs &#8211; und hat doch einen Platz erobert. Das haben auch viele liebe Menschen, denen ich auf dem Weg durchs Netz begegnet bin. Aber buzz jetzt noch mehr sein?</p>
<p>Was mich angeht: F&#252;r den Moment f&#252;hle ich mich <strong>sozial ausgelastet</strong> &#8211; digital wie real. Zwei Welten &#252;brigens, die mehr gemein haben, als der gelernte Feuilletonist auf den ersten Blick vermuten mag. Pflegte das jonet dereinst &#8211; in der Fr&#252;hzeit der popul&#228;ren Version des Netzes &#8211; schon eine rege Stammtischkultur (damals rauchte man zum Bier in der Kneipe noch Zigaretten), so ist heute jedes Twittagessen ein Familientreffen. Wer sich liest &#8211; auf Twitter, Facebook und Friendfeed -, der kennt sich. Und der sieht sich auch gern mal in die Augen beim Reden. Erst in den vergangenen Wochen habe ich bei solchen Gelegenheiten Menschen erstmals getroffen, die mein Denken schon lange bereichern. Das ist jedes Mal gro&#223;artig.</p>
<p>Und doch: Irgendwann ist Buzz! Denn was passiert, wenn jemand dort drau&#223;en im Digitalen eine neue <strong>T&#252;r f&#252;r soziale Interaktion</strong> aufst&#246;&#223;t? Sie str&#246;men. Alle. Alle, die sowieso schon twittern, facebooken, flickrn und friendfeeden. Vor einigen Monaten bev&#246;lkerten wir Posterous, seit einigen Wochen Foursquare &#8211; und seit gestern Abend Google Buzz. Nichts gegen einen gesunden Spieltrieb. Aber bringt uns das wirklich weiter? Zu fr&#252;h, das zu sagen. Aber eines ist gewiss: Bei Buzz treffe ich kaum jemanden, mit dem ich nicht nicht <a href="http://twitter.com/bjoern">twittere</a>, <a href="http://www.facebook.com/bjoern.sievers">facebooke</a> oder <a href="http://www.flickr.com/photos/bjoerns/">flickre</a>. Wer bisher drau&#223;en blieb, tritt vermutlich auch jetzt nicht in die soziale Stube. Das ist schade. Irgendwie. Am Ende aber die Realit&#228;t, mit der wir leben.</p>
<p>Ich werde Buzz wohl noch eine zweite und vielleicht auch eine dritte Chance geben. So bin ich. Doch f&#252;r den Moment wei&#223; ich: <strong>Buzz nicht sein</strong>.</p>
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		<title>Waschmaschinen zu Computern, Computer zu Waschmaschinen</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 17:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Damals, das ist schon ein bisschen l&#228;nger her, da bediente man eine Waschmaschine noch per Hand. Also zum Beispiel die R&#252;hrfl&#252;gelmaschine von Jacob Christian Gottlieb Sch&#228;ffern (1767) oder die erste Trommelwaschmaschine von Hamilton Smirt (1858). Irgendwann kam dann die Elektrizit&#228;t in die Maschine (1901) und die Dinger begannen sich von selbst zu drehen. Die erste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damals, das ist schon ein bisschen l&#228;nger her, da bediente man eine <strong>Waschmaschine</strong> noch per Hand. Also zum Beispiel die R&#252;hrfl&#252;gelmaschine von Jacob Christian Gottlieb Sch&#228;ffern (1767) oder die erste Trommelwaschmaschine von Hamilton Smirt (1858). Irgendwann kam dann die Elektrizit&#228;t in die Maschine (1901) und die Dinger begannen sich von selbst zu drehen. Die erste vollautomatische Waschmaschine (1946) war dann irgendwie ein logischer Schritt. Und seither waschen wir unsere Hemden und Hosen mit kleinen Computern. Die Maschinen spulen ihre Programme ab (die in meinem Haushalt nimmt diese noch von Lochstreifen und knackt dabei auf ihre ganze eigene Weise).</p>
<p>Mit der Waschmaschine ist es heute wie mit dem <strong>Auto </strong>der Jetztzeit: vollgestopft mit Elektronik. Und mit Software. In einschl&#228;gigen Foren in diesem Internet wurden deshalb auch schon <a href="http://forum.electronicwerkstatt.de/phpBB/topic30068_f40_bxtopic_timexDESC_by285_bz8520_bs0.html">Eintr&#228;ge wie dieser gesichtet</a>: „Weiss jemand wie man die Software der Waschmaschine &#252;berpr&#252;fen kann, bzw. wie man sie updaten kann?“ Nein, wei&#223; ich leider nicht. Und ehrlich gesagt, w&#252;rde ich nicht versuchen. Beim Auto fiele mir das ja auch nicht ein. Ich will, dass es f&#228;hrt, wenn es soll, und vor allem will ich, dass es bremst, wenn ich will. Funktioniert die Elektrik im Auto mal nicht wie sie sollte, dann gibt es ein Riesengeschrei zu Recht.</p>
<p>Mit <strong>Computern</strong>, zumindest mit den Mehrheitsrechnern, war das jahrzehntelang anders. Ein gro&#223;er Softwarehersteller lie&#223; gerne mal die Beta-Version seines Betriebssystems auf die Verbraucher los. Die konnten sich (kaum) nicht wehren, wir hatten ja (kaum etwas) nichts anderes. Irgendwann ist den Damen und Herren zum Gl&#252;ck die Vista aufgegangen und jetzt geht es wohl einigerma&#223;en (ich h&#246;re hier und da, dass das Vor-Vorg&#228;nger-System aus dem Jahre Anno-Dazumal jetzt nach und nach aufs Altenteil geschoben wird).</p>
<p>Ja, wir haben gelitten. Aber es war trotzdem eine sch&#246;ne Zeit. Irgendwie. Die Bastelarbeiten haben uns schlie&#223;lich so manchen Abend davon abgehalten, uns vor dem Fernseher zu langweilen. Deshalb kann ich es ja verstehen, dass sich einige dort drau&#223;en jetzt beschweren, dass damit endg&#252;ltig Schluss sein soll. Schlie&#223;lich hat unser aller Steveness gerade das <strong>iPad </strong>vorgestellt, einen Kleincomputer, den meine ganzen Geek- und Nerd-Kumpels in diesem Twitter jetzt ihren Offline-Eltern schenken wollen. Warum? Weil er (sehr wahrscheinlich) funktioniert. Kein Kabelsalat, keine Tastatur, keine Maus – und keine Software, die seine Steveness nicht f&#252;r gut und w&#252;rdig befunden hat.</p>
<p>Das ist &#8211; im besten wie im schlechtesten Sinne – das Ende des Computers, wie wir ihn kannten. Wir waren es gewohnt, die <strong>Betriebssysteme</strong>, die nicht wirklich funktionierten, mit allerlei Programmen (heute sagt man Apps) zu f&#252;ttern, von denen viele auch nicht richtig funktionierten. All das soll vorbei sein. Und wahrscheinlich k&#246;nnen wir nicht mal etwas dagegen tun. Das ist umso &#228;rgerlicher, als dass die Masche, mit der seine Steveness uns auf seine Seite gelockt hat, nicht eben fair war.</p>
<p>Er gab uns das <strong>iPhone</strong>. Vom ersten Moment an war es so viel schicker, als all die Dinge, die sich die Ingenieure in Finnland und anderswo ausgedacht hatten. Dann &#246;ffnete er es sogar noch f&#252;r Entwickler. Seither sind die Apps das, was dereinst Klingelt&#246;ne waren. Nur viel, viel praktischer. Hier und da gab es zwar mal Einw&#252;rfe, seine Steveness geb&#228;rde sich sehr restriktiv an der Ladentheke und lasse nicht alles in den App-Store, was Mensch programmieren kann. Aber alles in allem gab es keine Grund sich zu beschweren. Mehr als das iPhone kann bis heute kein Taschencomputer.</p>
<p>Und jetzt kommt das iPad. Es sieht nicht nur aus wie ein zu gro&#223; geratenes iPhone. Es ist auch noch genauso verschlossen. Die ehemaligen Offline-Eltern werden nicht einfach mit Software aus dem Internet spielen k&#246;nnen auf ihrem Weihnachtsgeschenk. Alles, was sie nach Meinung seiner Steveness brauchen, finden sie im <strong>App-Store</strong>. Dem einen oder anderen schmeckt das nicht (zum Beispiel der <a href="http://www.fsf.org/news/ibad_launch">Free Software Fundation</a> aus politischen und Adobe aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden). Ich kann das verstehen. Aber ist das schlimm?</p>
<p>Der App-Store f&#252;r das iPad hat den unsch&#228;tzbaren Vorteil, dass sich die ehemaligen Offline-Eltern der Geeks und Nerds einfach bedienen k&#246;nnen. Angst vor <strong>Viren und Trojanern</strong>? Quatsch! Abst&#252;rzende Programme? Kann sein. Macht aber vermutlich nichts. Und wird nicht von Dauer sein. Der iPad ist eine Waschmaschine mit Internetanschluss. Nichts f&#252;r Schrauber, weil zu komplex und vor allem zu verschlossen. Perfekt f&#252;r jeden, der einfach nur seine W&#228;sche waschen im Netz hin und her surfen will (ja, erst wenn alle auf  HTML5 umgesattelt haben, ich wei&#223;).</p>
<p>An dieser Stelle – und ich komme damit auch zum Schluss – betritt ein (nicht so furchtbar popul&#228;res) Konzept aus der Wirtschaftswissenschaft die B&#252;hne dieses Blogs: die <strong>Konsumentenethik</strong>. Die Idee ist mir zum ersten Mal 1998 begegnet, als ich das Vergn&#252;gen hatte, die Diplomarbeit meines lieben Freundes Kai kritisch zu w&#252;rdigen. Extrem verk&#252;rzt geht es darum, dass Konsumenten ja auch die Wirtschaft in der Hand haben, n&#228;mlich durch ihre Kaufentscheidungen. Voraussetzung: Man gibt ihnen ausreichend Informationen an die Hand, um m&#252;ndig und gern auch ethisch zu entscheiden).</p>
<p>Zum iPad &#8211; das ist ja das Sch&#246;ne an dieser Welt des &#220;berflusses &#8211; gibt es mehr als genug <strong>Informationen </strong>(und Meinungen) <a href="http://news.google.de/news?rlz=1C1CHMR_enDE341DE341&#038;sourceid=chrome&#038;q=ipad&#038;um=1&#038;ie=UTF-8&#038;sa=N&#038;hl=de&#038;tab=wn">da drau&#223;en</a>. Es wird eine Schwemme an Testberichten geben. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das Ding gut (und ethisch) ist oder nicht. Wem das geschlossene System seiner Steveness nicht passt, der kann sich ja einfach einen richtigen Computer kaufen. Die wird es ja auch noch nach April 2010 geben, h&#246;rt man. Das gilt &#252;brigens auch f&#252;r den B2B-Bereich: Mal die Musikindustrie fragen wie es ist, wenn man verschl&#228;ft und pl&#246;tzlich feststellt, an Apple kommt keiner mehr vorbei.</p>
<p><em>Zum Schluss eine pers&#246;nliche Erkl&#228;rung:</em> Ich habe sie alle gehabt. DOS, Windows (in den Darreichungsformen 3.1, 95, 98, NT, 2000, XP, Vista (3 Tage) und 7), Linux (als Suse, Ubuntu und Moblin (drei Tage)), Mac OS (seit Tiger). Ich liebe Mac OS (privat und als Nutzer), ich liebe Linux (privat und politisch), ich lebe mit Windows (beruflich). Ach ja, ich liebe auch mein iPhone (beruflich und irgendwie auch privat).</p>
<p>(Die kleine Geschichte der Waschmaschine habe ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waschmaschine#Geschichte_der_Waschmaschine">Wikibedia entliehen</a>.)</p>
<p><strong>Update: </strong>Martin macht sich dr&#252;ben auf <a href="http://oetting.posterous.com/meine-eltern-sollen-sich-in-unser-aller-web-v">seinem posterous</a> benachbarte Gedanken zu unserem und ihrem Web.</p>
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		<title>In der Publizit&#228;tsfalle</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 22:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das vergangene Jahr hat dieses Internet nicht eben einfacher gemacht. Also f&#252;r mich nicht. Gestartet bin ich mit zwei Blogs (dieses und jenes, das grad wieder ein bisschen tot ist), einem Twitter-Account und ein bisschen Facebook hier und da (neben den Dingen, die mich schon seit vielen Jahren begleiten, so Sachen wie delicious, Flickr, Last.fm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das vergangene Jahr hat dieses Internet nicht eben einfacher gemacht. Also f&#252;r mich nicht. Gestartet bin ich mit zwei Blogs (dieses und <a href="http://prlen.de/">jenes</a>, das grad wieder ein bisschen tot ist), einem <a href="http://twitter.com/bjoern">Twitter-Account</a> und ein bisschen <a href="http://www.facebook.com/bjoern.sievers">Facebook</a> hier und da (neben den Dingen, die mich schon seit vielen Jahren begleiten, so Sachen wie <a href="http://delicious.com/bjoerns">delicious</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/bjoerns/">Flickr</a>, <a href="http://www.lastfm.de/user/bjoernsievers">Last.fm</a> und <a href="http://bjoern-sievers.myonid.de/">so</a>). </p>
<p>Irgendwann im Sommer 2009, es wurde vermutlich gerade hei&#223;, lief das digitale Leben um mich herum schneller und schneller (oder ich wurde tr&#228;ger). In immer k&#252;rzeren Abst&#228;nden, so schien es mir, hetzte die digitale Meute von einem neuen Ich-mach-Euch-noch-gl&#252;cklicher-Ding zum n&#228;chsten. In Erinnerung geblieben sind mir: <a href="http://bjoernsievers.posterous.com/">posterous</a>, <a href="http://foursquare.com/user/bjoern">foursquare</a> und formspring.me. Aber was davon bleibt wirklich h&#228;ngen? Das meiste &#8211; jenseits der genannten drei &#8211; habe ich vermutlich jetzt schon vergessen. </p>
<p>Full stop! Ein Blick zur&#252;ck in die Fr&#252;hzeit meiner Internetpublizit&#228;t. Damals, das war 2002, war die Welt irgendwie &#252;berschaubarer &#8211; und sah handgeschnitzt aus:</p>
<table style="width:auto;">
<tr>
<td><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/Nqz-72Ru6RBGD1R_6DzMyA?feat=embedwebsite"><img src="http://lh3.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/S0JY7BkcmcI/AAAAAAAAB2U/uQUQtx25WGQ/s400/Bildschirmfoto%202010-01-04%20um%2022.04.29.png" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td style="font-family:arial,sans-serif; font-size:11px; text-align:right"></td>
</tr>
</table>
<p>Dereinst dachte ich, das ist jetzt mein Ort im Netz &#8211; und da kommt alles hin, was ich digital so sein will. Ein wenig sp&#228;ter schon, das war wohl 2004, habe ich gemerkt, dass alle ihre Fotos zu Flickr hochladen. Habe ich auch gemacht. Auf die erste, die zweite und die dritte Version meiner Homepage &#8211; selbst aus HTML gesch&#246;pft &#8211; folgte 2006 das erste und 2007 oder so das zweite Blog. Was war ich froh, als WordPress irgendwann Widgets einf&#252;hrte und ich endlich all die Dinge, die ich an anderen Orten im Netz so publizierte wieder an dieser Stelle, irgendwie ja immer noch mein Zuhause, zusammen f&#252;hren konnte.</p>
<p>Und jetzt? Zwischen meine Blogs (von denen <a href="http://prlen.de/">jenes</a> mal wieder reanimiert werden will) und Twitter hat sich posterous geschlichen &#8211; und kann doch die Blogs nicht ersetzen. Foursquare ist eine nette Spielerei, vermutlich aber nur ein &#220;bergangsdings, dessen wesentlicher Dienst es ist, uns die Richtung zu deuten, ein Twitter mit Lokalbezug f&#252;r iPhone-Besitzer, also eine sehr spitze Zielgruppe (sowas &#228;hnliches wird sicher gro&#223;, nur noch nicht jetzt). Formspring.me mach ich nicht mehr mit (ok, <a href="http://www.formspring.me/bjoernsievers">mich fragt halt keiner was</a>).</p>
<p>Was bleibt? Das Bild wird immer diffuser. Ein paar Leute aus meiner digitalen Umgebung sind immer schon da, wenn ich in eine neue Site springe. Andere kommen nach wie vor nicht mit dem nicht-&#246;ffentlichen Teil meines Flickr-Feeds klar (das erste Foto habe ich am 1.1.2005 hochgelanden). Einige von denen fragen hin und wieder, wie ich das denn eigentlich alles mache. Ich denke dann immer: So viel mache ich doch gar nicht. Und sage: Ich habe keine Modelleisenbahn. Frage mich aber zugleich: Muss das? Und passt das (noch)?</p>
<p>Unterm Strich bleibt die Feststellung: Es wird nicht einfacher. Und: Nichts ist ewig. Aber haben wir eine Alternative? Nein. Zumindest diejenigen unter uns nicht, die nicht gelernt haben, mit ihren H&#228;nden zu arbeiten.</p>
<p>(Ich w&#252;rde dann bei Gelegenheit auch mal wieder aufh&#246;ren, mich um mich selbst zu drehen. Versprochen.)</p>
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		<title>Google und die Medien &#8211; ein paar Gedanken und Thesen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 07:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221; mit den Kollegen Albrecht Ude und Lars Reppesgaard sowie dem Suchmaschinenentwickler Wolfgang Sander-Beuermann &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: &#8220;Google sei bei uns!?&#8221; Ich sammle dann an dieser Stelle schon mal ein paar steile Thesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag habe ich das Vergn&#252;gen, auf der <a href="http://rdn-online.de/besseronline/">DJV-Tagung &#8220;Besser Online&#8221;</a> mit den Kollegen <a href="http://www.ude.de/">Albrecht Ude</a> und <a href="http://www.druckreif-redaktion.de/lars_reppesgaard.htm">Lars Reppesgaard</a> sowie dem Suchmaschinenentwickler <a href="http://suma-ev.de/wsb/">Wolfgang Sander-Beuermann</a> &#252;ber Google und die Medien zu diskutieren. Der Titel des Er&#246;ffnungspodiums, das Peter Jebsen moderiert: <a href="http://rdn-online.de/besseronline/das-programm/">&#8220;Google sei bei uns!?&#8221;</a> Ich sammle dann an dieser Stelle schon mal ein paar <del datetime="2009-11-15T14:29:40+00:00">steile Thesen</del> Argumente.</p>
<p>Die Leitfrage des Panels &#8211; so steht es im Programm &#8211; lautet: &#8220;Ist die von dem Unternehmen (Google, Anm. des Bloggers) bereitgestellte Infrastruktur ein Segen f&#252;r Onliner oder sollte man Google mit Vorsicht genie&#223;en?&#8221; Also los.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Journalisten</strong></p>
<p>Der Journalist und der Internetnutzer in mir liebt Google. Die Suche ist toll, der E-Mail-Dienst un&#252;bertroffen, der Google Reader mein gelebter Traum seit Jahren, Google Docs immer wieder sehr praktisch. Alls in allem kann ich allein mit der Bookmarkverwaltung nichts anfangen, da gibt es mit Delicious wahrlich etwas besseres. Und Flickr hat Google mit Picasa bei weitem nicht erreicht. Ergo: F&#252;r vieles, was Journalisten so tun, ist Google praktisch. Die Suche ist ein unverzichtbares Instrument f&#252;r die Recherche.</p>
<p>Der B&#252;rger in mir ist gleichwohl besorgt. Denn Google sammelt sehr, sehr viele Daten. Und Google sitzt in den USA, meine Daten damit auch. Gleichzeitig ist die US-Regierung (noch st&#228;rker als die deutsche) in den vergangenen Jahren immer hungriger nach Daten geworden. Ziehe ich daraus Konsequenzen: nicht wirklich. Ich rede mir ein, dass ich ja von einem Tag auf den anderen die Finger von Google lassen k&#246;nnte, wohl wissend, dass mir das mit jedem Tag, an dem ich diese wundervollen Dienste nutze, schwerer fiele.</p>
<p><strong>Google ist ein Segen f&#252;r Online-Medien</strong></p>
<p>F&#252;r alle Produzenten von Internetinhalten (also nicht nur f&#252;r Journalisten) ist Google ein Traum. Dem durchschnittlichen deutschen Nachrichtenportal sp&#252;lt Google zwischen 30 und 60 Prozent der Zugriffe auf die Seite. W&#252;rden die Verlage und Sender Google nun ausschlie&#223;en (was mithilfe der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robots_Exclusion_Standard">robots.txt</a> auch ohne ausgefeiltere Programmierkenntnisse ziemlich einfach ist), ihre Portale w&#252;rden deutlich schrumpfen. Weniger Seitenabrufe bedeuten weniger ausgelieferte Werbung, bedeuten weniger Einnahmen, bedeuten weniger Geld f&#252;r Journalismus, bedeuten kleinere Redaktionen, bedeuten weniger Journalismus.</p>
<p>Und trotzdem f&#252;hren Medienmanager und Verleger eine rege Debatte &#252;ber Google. Die Argumentation: Google verdiene mit den Inhalten der Verlage Geld, weil neben den Suchergebnissen Werbung  angezeigt wird. Und in der Tat: Google ist eigentlich ein Werbekonzern, der einen ungesund gro&#223;en Teil des Online-Werbemarktes erobert hat. Einer der j&#252;ngeren Beitr&#228;ge zu diesem Thema kommt von einem Dinosaurier der Branche: Rupert Murdoch &#8211; das ist der 78-J&#228;hrige, der vom australischen Regionalverleger zum wohl wichtigsten Medienmenschen der Welt wurde und der sich vor einiger Zeit mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; die renommierteste Wirtschaftszeitung mindestens der USA einverleibt hat &#8211; m&#246;chte Google ausschlie&#223;en, <a href="http://www.focus.de/digital/internet/paid-content-murdoch-will-google-ausschliessen_aid_452602.html">hat er vor ein paar Tagen gesagt</a>. </p>
<p>Das klingt &#8211; auf den ersten Blick &#8211; nach &#246;konomischer Selbstaufgabe und kommt doch nicht &#252;berraschend. Schlie&#223;lich ist Murdoch der Verleger, der mit dem &#8220;Wall Street Journal&#8221; ein &#8211; nach allem was man so h&#246;rt &#8211; erfolgreiches Paid-Content-Modell sein eigen nennt. Die Wirtschaftszeitung verdient im Internet mit journalistischen Inhalten Geld, und zwar weil die Leser f&#252;r die Inhalte bezahlen. Leute wie Mathias D&#246;pfner denken deshalb wohl an Murdoch, wenn sie, wie der Springer-Chef vor ein paar Tagen auf dem <a href="http://www.monacomediaforum.org/">&#8220;Monaco Media Forum&#8221;</a> im <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2009-11/springer-huffington-doepfner">Streitgespr&#228;ch mit US-Blog-Verlegerin Ariana Huffington</a>, vehement Bezahlinhalte auch f&#252;r ihre eigenen H&#228;user propagieren.</p>
<p>Auf den zweiten Blick f&#228;llt auf, dass Murdoch mit seinem Vorsto&#223; einen Paradigmenwechsel einleiten k&#246;nnte. Was passiert, wenn Microsoft Murdochs News Corp. daf&#252;r bezahlen w&#252;rde, die Inhalte mit der eigenen Suchmaschine Bing indizieren zu d&#252;rfen, der Medienkonzern Google aber ausgeschlossen w&#252;rde? Das k&#246;nnte Google in Bedr&#228;ngnis bringen &#8211; und zum Umdenken zwingen, schreibt <a href="http://www.techcrunch.com/2009/11/13/murdoch-google-bing-mexicanstandoff/">US-Blogger Michael Arrington, der eine These des Chefs der Suchmaschie Mahalo, Jason Calacanis, aufgreift</a> (<a href="http://www.buzzmachine.com/2009/11/15/nose-face-cut-spite-blocking-google/">Jeff Jarvis ist da anderer Meinung</a>). M&#246;glicherweise hat es schon <a href="http://eu.techcrunch.com/2009/11/13/badda-bing-microsoft-woos-newspapers-by-funding-their-stick-to-beat-google/">ein Treffen gro&#223;er Verlage mit Bing gegeben, um eine gemeinsame Aktion gegen Google vorzubereiten</a>. (Nachzulesen auch bei <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/11/14/verleger-planen-buendnis-gegen-google-und-fuer-microsoft.aspx">Holger Schmidt</a>.)</p>
<p>Einen ersten Hinweis auf einen m&#246;glichen Paradigmenwechsel im Suchmarkt (wir erinnern uns: Google indexiert, schaltet Werbung neben Suchergebnissen und leitet den Traffic weiter) haben j&#252;ngst die <a href="http://www.focus.de/digital/internet/suchmaschinen-twitter-nachrichten-in-echtzeit-bei-google-und-bing_aid_447077.html">Vereinbarungen von Twitter mit Google und Microsoft bzw. Bing</a> geliefert: Twitter wird den Suchmaschinen seine Inhalte zur Verf&#252;gung stellen, damit diese sie indizieren k&#246;nnen. Und vermutlich zahlen beide Konzerne daf&#252;r. Denn die Entwicklung zum Live-Web hat sie in j&#252;ngster Vergangenheit ein wenig alt aussehen lassen (alt hier im Sinn von 1998).</p>
<p><strong>Google zerfl&#228;ddert Journalismus</strong></p>
<p>Google tr&#228;gt einen erheblichen Anteil daran, dass Medien die Klammer um ihre Inhalte verlieren. Eine Zeitung ist eine solche Klammer um Inhalte (das neue &#8220;Handelsblatt&#8221; ist sogar geheftet), das macht den Charme dieses Produkts ja gerade aus. In der fr&#252;hen Phase der Entwicklung von Medien im Netz haben AOL und Yahoo ihr Gesch&#228;ftsmodell darauf aufgebaut, dem Nutzer einen Ort zu bauen, an dem er alles findet: seine Mails, seine Freunde, seine Nachrichten. Dieses Modell ist tot (AOL fast vergessen und Yahoo nicht eben in bester Verfassung), und das ist auch eine Folge der Googelisierung unserer Internetnutzung. In j&#252;ngster Zeit tragen auch Facebook und Twitter dazu bei.</p>
<p>FOCUS-Online-Chefredakteur Jochen Wegner hat diese Entwicklung vor einiger Zeit in einem <a href="http://in.focus.de/2008/12/interview-zu-nachrichtende-und-onlinejournalismus.html">Interview mit dem &#8220;Kress Report&#8221;</a> so zusammengefasst:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Online-Medien wechseln derzeit in einen neuen Aggregatzustand, sie sind nicht mehr in einer festen Klammer gebunden sondern werden gleichsam fl&#252;ssig &#8211; unsere Inhalte flie&#223;en in Einzelteilen durchs Netz, Medienmarken gewinnen damit als Absender eine ganz neue Bedeutung.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das hat auch f&#252;r den Journalismus Konsequenzen: Es z&#228;hlt nicht mehr das Gesamtprodukt. In einer Zeitung kann ja auch mal ein schwacher Artikel stehen, der schadet nicht unmittelbar dem Gesamtprodukt. Im Netz m&#252;ssen Medien mit jedem St&#252;ck, das dort drau&#223;en weitergereicht wird oder &#252;ber Suchmaschinen zu finden ist, ihr Markenversprechen einl&#246;sen. </p>
<p><strong>Die Google-Informationsgesellschaft ist (auch) vorindustriell</strong></p>
<p>Wir lebten einst in einer hochspezialisierten Gesellschaft. F&#252;r jede Aufgabe gab es jemanden, der sie erledigte f&#252;r uns. Und wir bezahlten daf&#252;r. Wir haben das Reiseb&#252;ro daf&#252;r bezahlt, uns einen Urlaub zu buchen, den Buchh&#228;ndler, uns ein Buch zu bestellen &#8211; und den Zeitungsverlag daf&#252;r, uns Nachrichten und Reportagen zu b&#252;ndeln, auf Papier zu drucken und dieses zu unserem Briefkasten oder wenigstens unserem Kiosk zu transportieren. </p>
<p>Und heute? Ein Reiseb&#252;ro habe ich seit mehr als f&#252;nf Jahren nicht mehr betreten. Ferienh&#228;user findet Google f&#252;r mich, Flug und Mietwagen buche ich auch &#252;bers Netz. Auch wenn ich hin und wieder noch in eine Buchhandlung gehe &#8211; vor allem in die Kleine ein paar Stra&#223;en weiter, weil ich so kleine Buchhandlungen einfach mag -, der gr&#246;&#223;te Teil meines B&#252;cherbudgets landet bei Amazon. Seit Jahren. Mein Verh&#228;ltnis zu Zeitungen ist &#228;hnlich, wie das zu Buchhandlungen: Ich liebe sie, aber den gr&#246;&#223;ten Teil meines Medienbudgets (hier im Sinn von Aufmerksamkeit) schenke ich dem Netz. Twitter, Blogs und all den Dingen, die mein Google Reader f&#252;r mich zusammenh&#228;lt. RSS und nicht ein Verlag oder eine Redaktion ist die Klammer meiner kleinen Medienwelt.</p>
<p>Und deshalb ist das Google-Zeitalter auch vorindustriell: Wir machen wieder viel mehr selbst. Das geht sogar soweit, dass Handarbeit sich wieder lohnen kann. Mit dem Netz gibt es einen weltweiten Markt f&#252;r Nischenprodukte, die es niemals in die Regale von Ladengesch&#228;ften schaffen w&#252;rden.</p>
<p><strong>Google ist eine Chance f&#252;r Journalismus in der Nische</strong></p>
<p>Journalisten k&#246;nnen sich ihre Nische suchen und dort selbst Verleger werden. Das geht schon kostenlos bei einem Bloghoster; und selbst wenn es ein bisschen professioneller aussehen und selbstgehostet sein soll, bel&#228;uft sich die Investitionssumme auf weniger als 100 Euro im Jahr (die eigene Arbeitszeit, der Internetanschluss und das Netbook, das wir eh alle haben, nicht mitgerechnet). F&#252;r die Distribution der Inhalte sorgt Google. Und Twitter. Und Facebook. Refinanzierungsmodell: Werbung.</p>
<p>Wie das funktionieren kann, erkl&#228;rt zum Beispiel Sascha Pallenberg, der Macher von <a href="http://www.netbooknews.de/">netbooknews.de</a> in diesem Video:</p>
<p><embed src="http://blip.tv/play/ge9F_eZjAg%2Em4v" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="391" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></p>
<p>Dass das mit einem IT-Thema relativ einfach und mit Reportagen aus Nepal eher schwierig ist, ist einer der Haken, den die Sache noch hat. Doch was sollen wir machen. Google ist. Vor allem die deutschen Internetnutzer wollen fast nur Google. Die pessimistische Sicht lautet: Damit m&#252;ssen wir leben. Der Optimist denkt: Darauf kann ich aufbauen. Mir ist aufbauen lieber.</p>
<p>Hab ich was vergessen? Bestimmt.</p>
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		<title>Die Zukunft der Medien. Oder: Jeff Jarvis, kritisch gelesen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 18:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem auf Twitter) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von Jeff Jarvis auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich (auch weil die Medientage schon ein Weilchen vorbei sind; zugleich erkl&#228;rbar, denn carta hat die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Tagen gab es hier und dort (vor allem <a href="http://search.twitter.com/search?q=jarvis+medientage">auf Twitter</a>) einigen Applaus f&#252;r die Keynote von <a href="http://www.buzzmachine.com/about-me/">Jeff Jarvis</a> auf den Medientagen (Jeff, sorry for writing in German, but I know you read quite well). Das ist erstaunlich (auch weil die Medientage schon ein Weilchen vorbei sind; zugleich erkl&#228;rbar, denn <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">carta hat die Keynote als Transkript ver&#246;ffentlicht</a>). Nicht weil Jarvis unter seinen M&#246;glichkeiten geblieben w&#228;re, im Gegenteil, er war wie immer pr&#228;gnant und provozierend. Nur hat er im Kern nichts Neues gesagt. Seine Thesen stehen in seinem <a href="http://www.buzzmachine.com/">Blog</a>, und er hat sie mit &#8220;What would Google do&#8221; zwischen zwei Buchdeckeln verewigt.</p>
<p>Wenn also das geneigte Netzpublikum &#8211; wieder einmal &#8211; applaudiert, was hei&#223;t das dann? Denkbar ist, dass Jarvis zwar geh&#246;rt, aber nicht verstanden wird. Da er jedes Mal brillant klingt, kann man immer erneut begeistert sein, ohne jedoch seine Erkenntnisse in den Medienalltag zu &#252;bertragen. Deshalb die Frage: Was sagt er denn eigentlich? Eine Interpretation.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We had a content economy when we could obviously sell many copies of anything we created. Now we have a link economy, where there is the need for only one copy of anything online.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In der analogen Welt konnten zum Beispiel Tageszeitungen es sich leisten, ihre &#220;berregionale Berichterstattung vor allem auf Agenturmaterial aufzubauen (viele tu das heute noch). Da der typische Leser nur eine Zeitung liest, f&#228;llt ihm nicht auf, dass &#252;berall (mehr oder weniger) die gleiche Nachrichtensuppe gereicht wird. </p>
<p>Im Netz sieht das dann so aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/el1fbZSE0l9OiNoFz71CCw?feat=embedwebsite"><img src="http://lh4.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC325Nm_I/AAAAAAAABtA/q2tExyesjZU/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.26.58.png" /></a></p>
<p>Jarvis und seine Link-&#214;konomie ist also noch nicht angekommen bei den Zeitungen bzw. deren Online-Ablegern. Sie machen im Netz weiter wie bisher. Google ist da anders, denn Google News erkennt &#8211; wie andere Aggregatoren auch &#8211; Inhalte, die es an vielen Orten im Netz gibt und sortiert diese aus den Ergebnislisten aus:</p>
<p><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/5S3OAqIGiQ9EdNaN9o3CJQ?feat=embedwebsite"><img src="http://lh5.ggpht.com/__-ax5O2XDa8/SvcC30O-QMI/AAAAAAAABtE/MbFg_9KNDG0/s400/Bildschirmfoto%202009-11-08%20um%2013.31.12.png" /></a></p>
<p>Denkt man die Link-&#214;konomie konsequent weiter, dann m&#252;ssten alle Online-Medien &#8211; als ersten Schritt &#8211; ihre dpa-Ticker abschalten und d&#252;rften Agenturmaterial allenfalls als Steinbruch f&#252;r Autorengeschichten verwenden. K&#252;rzungen oder K&#252;ndigungen der Agenturvertr&#228;gen w&#228;ren die Folge. Nachrichtenagenturen ginge ihr tradiertes Gesch&#228;ftsmodell verloren. Sie m&#252;ssten eigene Portale aufbauen und ihre Inhalte an den Endkunden verkaufen &#8211; gegen Geb&#252;hren oder Werbeeinblendung. Gemeinsam ist Autoren- und Agenturportalen ein Sch&#246;nheitsfehler: Es gibt kein Finanzierungsmodell. Der Werbekuchen jedenfalls d&#252;rfte zu klein sein. Und Bezahlinhalte funktionieren bisher nur bei Fachinformationen.</p>
<p>Mit den Bezahlschranken sind wir auch wieder bei Jarvis angekommen, der aus der Link-&#214;konomie ein paar Schl&#252;sse zieht, unter anderem diesen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;The first is that you have to have your content open to the world. If you’re not searchable, you will not be found. So talk of going behind pay walls I think is dangerous because you potentially lose audience, you lose discovery. And you have unlimited competitors out there that will be free.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Die Botschaft ist eindeutig: Lass die Schranke herunter und Du bist tot. Ob das auch f&#252;r Inhalte auf dem Handy gilt? Ich vermute, dass das so ist. In Deutschland l&#228;uft die Diskussion allerdings in die entgegengesetzte Richtung (als Pars pro toto sei <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hombach-fordert-paid-content-initiative_100022663.html">WAZ-Chef Bodo Hombach an dieser Stelle angef&#252;hrt</a>). </p>
<p>Die Notwendigkeit, die Nachrichtenticker abzuschalten, pr&#228;zisiert Jarvis mit seinem &#8211; fast schon zum Mantra gewordenen &#8211; Rat:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Do what you do best and link the rest.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Gemeint ist damit nichts anders als: radikale Spezialisierung. Brauchte in der analogen Medienwelt noch jede Zeitung Kinokritiken, so reichen heute ein paar Kinoportale aus. Und braucht es wirklich von 190 (so viele Verlage und Sender sind Gesellschafter der dpa) und mehr Medien Leitartikel oder Kommentare zur Politik in Berlin? Jeden Tag? In der Link-&#214;konomie reichen vermutlich ein paar Dutzend, um Pluralit&#228;t zu gew&#228;hrleisten. Denn es kann ja jeder, der will, seine Meinung ins Internet schreiben. In einer Link- und (wir kommen zum &#252;bern&#228;chsten Jarvis-Argument) Stream-&#214;konomie hat sogar jeder (fast) die gleiche Chance, Geh&#246;r zu finden. Gro&#223;e Medienmarken haben auf Twitter und Facebook kein Abo f&#252;r die Link-Verbreitung. In einer Stream-&#214;konomie wird jede Geschichte zur &#8220;Bild&#8221;-Zeitung, die sich ja auch jeden Tag am Kiosk aufs neue verkaufen muss (nur dass es in sozialen Medien nicht einmal die Gewohnheit gibt, jeden Tag Links von diesem oder jenem Medium zu verbreiten.</p>
<p>Ok, das klingt erst Mal aussichtslos. Doch das ist es nicht, sagt Jarvis. In den USA funktioniert auch jenseits der &#8220;Huffington Post&#8221; einiges, zum Beispiel lokale Berichterstattung:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We found that hyperlocal sites, sites covering a small town – fifty thousand people – were bringing in between $ 100.000 and $ 200.000 advertising revenue.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Auch in Deutschland gibt es erste Versuche in diese Richtung, etwa Hardy Prothmann mit seinem <a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a> und <a href="http://www.fussball-passau.de/">fussball-passau.de</a>. Ob sich diese Modelle tragen: offen.</p>
<p>Folgen wir Jarvis, dann ist das Heddesheimblog die Zukunft:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;(&#8230;) we have to rethink what we are as media companies and that is very hard, because the future is a bunch of very small companies. And we have used to be very big. And I am not sure if it’s possible to go from big to small. It’s very painful. There’s a lot of jobs lost in that process.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Zu sehen ist davon in Deutschland bisher kaum etwas. Nur eine handvoll Sites. Nun ja, und die Entlassungen bei der WAZ, die sind nat&#252;rlich schon real.</p>
<p>Als w&#228;re das alles noch nicht schlimm genug, die Medien haben noch ein weiteres Problem, sie &#228;chzen unter der ganzen neuen Konkurrenz:<br />
<blockquote><em>&#8220;I don’t know what the numbers are for sites in Germany, but in the U.S. most news sites get about 12 page views per user per month. That is criminally low. Facebook gets 12 page views per user per day.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Jarvis vergleicht damit nat&#252;rlich &#196;pfel und Birnen. In der analogen Welt hat ja auch keiner gefragt, wie viel Zeit die Menschen mit ihrer Zeitung und anderen Arten von Papier verbracht haben. Und dennoch ist es Teil des Problems. Denn wenn es Medien nicht schaffen, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, dann haben sie verloren. Wer grad bei Facebook chattet, der liest keine Nachrichten (also allenfalls die, auf die ihn gerade seine Freunde hinweisen).</p>
<p>Auch die Produktionsmethoden von Journalismus haben, folgt man Jarvis, ihr Verfallsdatum bereits &#252;berschritten. Als Grund nennt er die hohe Aufmerksamkeit, die Social-Media-Sites wie Facebook bekommen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;We really are about process. Journalism and news is a process that doesn’t begin and that doesn’t end. When you think like that, I think you open up your world to collaboration.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das klitzekleine Problem: Journalisten (die meisten jedenfalls) sind bisher als Einzelk&#228;mpfer bekannt. Allenfalls bei den wirklich gro&#223;en Medien entstehen Texte in Zusammenarbeit. Auch diese Teams sind jedoch noch sehr weit weg von der Zusammenarbeit, die Jarvis meint: Er sieht den ganzen Journalismus als Prozess. Journalisten machen in beta. Kaum vorstellbar. Im Perfektionsland Deutschland noch ein bisschen weniger. </p>
<p>So, das sind die Dinge, die mir in Jarvis Keynote aufgefallen sind. Alles in allem sind wir von der Vision des st&#228;ndigen Deutschlandreisenden Jeff Jarvis noch sehr weit entfernt. Und: Es ist nur eine Vision. F&#252;r die meisten Argumente fehlt der Beweis, dass die Mechanismen wirklich funktionieren, vor allem der &#246;konomische Beweis fehlt. Den wird uns die Geschichte liefern.</p>
<p>Das w&#228;re die ganze Keynote:</p>
<p><object width="400" height="300"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7471576&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="300"></embed></object>
<p><a href="http://vimeo.com/7471576">Jeff Jarvis: &#8220;Google is not an enemy, Google is a model&#8221;</a> from <a href="http://vimeo.com/user1191984">Carta</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
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		<title>Posterous &#8211; ein zweiter Blick ins Schnipselalbum</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 14:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Nutzer]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal brauche ich ein bisschen l&#228;nger, das gebe ich ja zu. Bei Twitter waren es sich zwei oder drei Anl&#228;ufe innerhalb eines Jahres bis ich verstanden hatte, was den Charme des Microbloggings (f&#252;r mich) ausmacht. Und dann ver&#228;nderte sich meine Online-Welt: Seitdem hat Twitter dem Google Reader den Rang abgelaufen und ist zur Nummer eins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal brauche ich ein bisschen l&#228;nger, das gebe ich ja zu. Bei Twitter waren es sich zwei oder drei Anl&#228;ufe innerhalb eines Jahres bis ich verstanden hatte, was den Charme des Microbloggings (f&#252;r mich) ausmacht. Und dann ver&#228;nderte sich meine Online-Welt: Seitdem hat Twitter dem Google Reader den Rang abgelaufen und ist zur Nummer eins geworden.</p>
<p>Seit einiger Zeit nun wird eine <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/07/30/die-posterous-sau-im-dorf/">neue Sau durchs Dorf getrieben</a>: <a href="http://posterous.com/">Posterous</a>. Und ich brauche wieder etwas l&#228;nger. Nach meinen ersten Gehversuchen Ende Juli hatte ich &#8211; im Kern &#8211; geurteilt: braucht kein Mensch. (Zu einem &#228;hnlichen Schluss kam vor ein paar Tagen der gesch&#228;tzte <del datetime="2009-10-11T11:28:08+00:00">Twitter-Kritiker</del> <a href="http://www.blog-cj.de/blog/?p=2528">Halbdigitale Christian Jakubetz</a>.) Vor allem fand ich die Idee unsinnig, von einem Ort aus alle anderen Dienste in meinem pers&#246;nlichen Social Web zu bespielen (&#8220;bespielen&#8221; ist schlie&#223;lich was f&#252;r PR-Leute).</p>
<p>Es gibt aber auch andere Stimmen. <a href="http://www.ibrahimevsan.de/">Ibo</a>, zum Beispiel. Der Sevenload-Gr&#252;nder <a href="http://twitter.com/Ibo/status/4468180034">twitterte schon im September, er werde fortan Posterous nutzen</a>. Aber warum blo&#223;? Bei Anlauf 2,3 oder so &#8211; da bin ich ungef&#228;hr &#8211; beginne ich zu verstehen. Langsam erschlie&#223;t sich mir der Reiz. Der simple Grund: der Netzwerkeffekt. Posterous ist &#8211; wie Twitter, Facebook und all die anderen Dienste seit Flickr &#8211; eher unspannend, wenn man allein ist  <del datetime="2009-10-11T11:11:57+00:00">auf der Welt</del> im Internet. Sobald aber die eigenen Leute, also die, mit denen ich auf all den anderen Spielpl&#228;tzen im Netz bereits F&#246;rmchen tausche, auch bei Posterous aufschlagen, wird es anregend.</p>
<p>Besonders spannend daran: Posterous ist oder besser wird durch seine Nutzer ganz anders als eigentlich gedacht (also zumindest als ich dachte). Es geht nicht darum, Posterous zur Schleuder f&#252;r die eigenen Fundst&#252;cke zu benutzen, um sie anderswo im Sozialen unterzubringen. Posterous wird vielmehr zum kollektiv erarbeiteten Schnipselalbum. Wir alle bef&#252;llen es &#8211; und aus unseren Posterous wird eine Kollage, die bei jedem anderes aussieht. Schlie&#223;lich folgen wir &#8211; wie bei Twitter &#8211; alle unterschiedlichen Menschen. Das hat Charme. </p>
<p>Ob Posterous allerdings wirklich gro&#223; wird, wei&#223; ich immer noch nicht. Denn es gibt zwei Vor- und zwei Nachteile.</p>
<p><strong>Die Vorteile:</strong></p>
<p><em><strong>Posterous ist einfach zu bedienen.</strong></em> Der geneigte Postero postet &#252;ber den Browser oder einfach per E-Mail, wodurch der Dienst auch mobil wirklich einfach zu handhaben ist.</p>
<p><em><strong>Posterous ist schnell</strong>.</em> Ein Foto mit dem Handy aufgenommen und per E-Mail an Posterous geschickt, nach ein paar Sekunden ist der Moment Leben f&#252;r die Ewigkeit ins Netz geschrieben. Ach ja, f&#252;r sein erstes Posting bei Posterous muss man sich nicht einmal registrieren. F&#252;r das zweite und alle folgenden auch nicht zwingend.</p>
<p><strong>Die Nachteile:</strong></p>
<p><em><strong>Posterous ist kompliziert.</strong></em> Denn irgendwie haben wir uns doch schon an das 140-Zeichen-Dogma mit seiner handvoll Funktionen gew&#246;hnt. Wenn Twitter ein Single-Speed-Bike (Version ohne Bremsen) ist, dann ist Posterous ein Mountain-Renn-Trecking-Zwei-und-Einrad. Posterous ist Blog, Microblog, Reader, Verteiler, soziales Netzwerk und vermutlich noch eine ganze Menge mehr.</p>
<p><em><strong>Posterous ist langsam.</strong></em> Nat&#252;rlich l&#228;sst sich so ein Posterous in Sekunden aufsetzen und ist damit schneller als jeder Bloghoster. Doch Twitter kann Posterous niemals schlagen &#8211; und das k&#246;nnte dem Dienst den Ruhm versagen.</p>
<p>Ich wei&#223; daher immer noch nicht so recht, welchen Platz ich Posterous in meinem digitalen Leben zuweisen will. Im Moment h&#228;ngt <a href="http://bjoernsievers.posterous.com/">http://bjoernsievers.posterous.com/</a> irgendwo zwischen <a href="http://twitter.com/bjoern">http://twitter.com/bjoern</a> und <a href="http://bjoern-sievers.de/">http://bjoern-sievers.de/</a> &#8211; und ist damit der Ort f&#252;r alles, was zu lang f&#252;r Twitter und zu wenig differenziert f&#252;rs Blog ist. Aber braucht das alles einen Ort?</p>
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		<title>Wie sich das Netz in mein (Medien-) Leben frisst</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 20:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit hat mich jemand als Nerd bezeichnet. Das war nicht negativ gemeint, sondern eher anerkennend. Vor allem war es wohl Ausdruck von Erstaunen. Wir hatten bereits ein paar Stunden &#252;bers Netz geplaudert und was es so mit Medien, Kommunikation und am Ende unserer ganzen Gesellschaft machen k&#246;nnte. Und in diesen Dingen bin ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit hat mich jemand als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nerd">Nerd</a> bezeichnet. Das war nicht negativ gemeint, sondern eher anerkennend. Vor allem war es wohl Ausdruck von Erstaunen. Wir hatten bereits ein paar Stunden &#252;bers Netz geplaudert und was es so mit Medien, Kommunikation und am Ende unserer ganzen Gesellschaft machen k&#246;nnte. Und in diesen Dingen bin ich vermutlich wirklich ein bisschen nerdig, zumindest kann ich kaum aufh&#246;ren zu reden, wenn ich erstmal in Schwung bin.</p>
<p>Nun bin ich kein Programmierer, mein HTML ist in etwa so gut wie mein Italienisch, ich kann es ein bisschen lesen, kann aber nicht viel mehr als eine Pizza und ein Bier bestellen. Um dann gleich  im Bild zu bleiben: Das Internet ist wie Italien f&#252;r mich. Ich bin da einfach gern, habe es gerne als Teil meines Lebens. Aber nat&#252;rlich ist das Netz ganz anders &#8211; und an dieser Stelle muss der kleine Text aus dem Bild fliegen: W&#228;hrend ich nur entweder in Italien oder in Deutschland oder woanders sein kann, bin ich st&#228;ndig im Netz und ist das Netz st&#228;ndig bei mir. Es erobert mein Leben St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck, jeden Tag ein bisschen mehr und inzwischen auch mein &#252;briges Medienleben (ja, das gibt es auch noch).</p>
<p>Schuld daran ist unter anderem Twitter. Ich frage mich inzwischen, wie ich das TV-Duell zwischen Merkel und Schr&#246;der vor vier Jahren ausgehalten habe. Denn Twitter gab es damals noch nicht (der Dienst wurde im M&#228;rz 2006 gegr&#252;ndet, <a href="http://twitter.com/bjoern">mein eigener Account</a> existiert seit Mai 2007, verstanden habe ich das Ding so vor einem Jahr). Vermutlich war das Duell damals wirklich eines und dadurch einfach unterhaltsamer, denn der Schr&#246;der war schon immer auch ein wenig lustig, also auf jeden Fall lustiger als der Steinmeier. Den habe ich zusammen mit Merkel nur so 15 Minuten ohne Twitter ertragen. Dann habe ich einen der Rechner aufgeklappt, die hier immer so rumliegen &#8211; und es wurde wenigstens ein bisschen witzig (wenngleich nicht unbedingt niveauvoller, aber das muss ja nicht immer sein).</p>
<p>Fernsehen ohne Twitter, das wird immer schwieriger. Was ich auch nicht mehr so gut kann, ist Zeitung lesen ohne das Netz. Eben habe ich immerhin das Dossier der &#8220;Zeit&#8221; geschafft. Offline. Irgendwo im Feuilleton war dann aber Schluss. Ich setzte gerade an, um &#8220;Die Anti-Gitarren-Gitarristin&#8221;, ein St&#252;ck &#252;ber die US-amerikanische Jazz-Gitarristin Mary Halvorson, zu lesen &#8211; und da war Schluss mit offline. Der Autor <del datetime="2009-10-09T19:45:10+00:00">machte den Fehler</del> war so freundlich, die <a href="http://www.myspace.com/maryandjess">MySpace-Seite von Halvorson</a> zu erw&#228;hnen. Und da bin ich dann hin. Denn noch lieber, als &#252;ber Jazz zu lesen, h&#246;re ich ihn.</p>
<p>Ich f&#252;rchte, f&#252;r die &#8220;Zeit&#8221; war es das f&#252;r heute Abend. Denn jetzt habe ich ja obendrein &#252;ber das Netz ins Netz geschrieben &#8211; und werde mich im Anschluss sicher verlieren in den Weiten des Virtuellen, die so viel und immer mehr von meinem realen Leben sind.</p>
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		<title>Fytch &#8211; die Meta-Ebene f&#252;r Kommentare</title>
		<link>http://bjoern-sievers.de/2009/08/18/fytch-die-meta-ebene-fur-kommentare/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 13:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Sievers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[Fytch]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[User Generated Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal stolpere ich &#252;ber Dinge, die liegen so nahe, dass ich mich frage: Warum erst jetzt. Fytch ist so ein Ding. Der Dienst zieht eine Meta-Ebene f&#252;r Kommentare ins Netz ein. Statt unter einem Artikel von &#8211; sagenwirmal &#8211; FOCUS Online seine Meinung zu hinterlassen, postet man den Kommentar bei Fytch, wobei der Text mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal stolpere ich &#252;ber Dinge, die liegen so nahe, dass ich mich frage: Warum erst jetzt. <a href="http://fytch.com/">Fytch</a> ist so ein Ding. Der Dienst zieht eine Meta-Ebene f&#252;r Kommentare ins Netz ein. Statt unter einem Artikel von &#8211; sagenwirmal &#8211; FOCUS Online seine Meinung zu hinterlassen, postet man den Kommentar bei Fytch, wobei der Text mit dem kommentierten Artikel verbunden wird. </p>
<p>Wie das geht, erl&#228;utert dieses Video:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Pvs4Je-8JDE&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Pvs4Je-8JDE&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Das Ganze hat derzeit noch einen kleinen Haken: Eine nicht repr&#228;sentative Untersuchung, die ich soeben in Eigenregie angestellt habe, legt den Verdacht nahe, dass ich Deutschland bisher kaum jemand fytcht (das Verb wird es deshalb vermutlich nicht vor 2011 in den Duden schaffen). Die Leser der &#8220;New York Times&#8221; fytchen dagegen munter vor sich hin (wobei ich auch einige Test-Fytches entdeckt habe). Wirklich leben wird Fytch erst &#8211; wie all diese modischen Internetdingse -, wenn alle Twitterer auch fytchen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkeffekt">Netzwerkeffekt</a> und so.</p>
<p>Ach ja, was noch wichtig ist: Eines der Argumente f&#252;r Fytch, die in dem Video vorgebracht werden, gilt nicht f&#252;r alle Websites. Wer Fytch nutzt, der kann &#252;berall kommentieren, ohne sich auch &#252;berall anmelden zu m&#252;ssen. Das stimmt. Und das ist toll. Denn anmelden ist immer etwas nervig. Deshalb verlangt FOCUS Online von Kommentatoren ja auch keine Anmeldung. Zum Beispiel.</p>
<p>(Gefunden bei <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/fytch-uberall-kommentieren/">Dirk von Gehlen</a>.)</p>
<p><em>Update:</em> War ja klar, dass ich der Letzte bin, der merkt, dass es so etwas schon lange gibt: <a href="http://www.blerp.com/"> blerp</a>, n&#228;mlich.</p>
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