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Das Internet ist kein Medium

Jeff Jarvis beschreibt im Guardian sehr schön, was das eigentliche Problem von Yahoo – und nicht nur von Yahoo – ist:

After all, 15 years ago, it was Yahoo that first organised the web for us. Its original ambition seems quaintly naive today: human editors cataloguing every site worth visiting and deciding which were the hot ones we should visit. Back then, we, and Yahoo, thought the web was a medium, like TV, that we experienced together. Yahoo never quite broke out of that thinking. It still treats its site as a destination we have to go to with walls around it to keep us in. It just introduced a new homepage to some fanfare. Homepages are so 1999.

Und schneidet Google-News-Mann Josh Cohen dagegen:

„Letting go is core to the internet.“

Nein, das Internet ist kein Medium. Es ist eine Plattform, die auch das Darstellen kann, was für uns in der Vergangenheit Medien waren.

Und am Ende ist dieser Kampf um die Suche im Internet vielleicht einer, der seine Bedeutung schon verloren hat verlieren wird. Das nächste große Ding ist das Live Web. Vermutlich. Und da sieht selbst Google bisher nicht gut aus.

Microsofts Angst vor Chrome OS

Microsoft, der Betriebssytem-Monopolist, hat offenbar Angst vor einem Neuling. Anders ist es kaum zu erklären, dass der Konzern den von Google angekündigten Windows-Konkurrenten Chrome OS als lächerlich abtut. Wenn aber nun Microsoft Googles Bestrebungen tatsächlich ernst nimmt, dann ist das gut. Denn dann bringt Google den Markt für PC-Betriebssysteme, der bisher zu etwa 90 Prozent plus x aus Microsoft, ein bisschen Mac OS und noch weniger Linux besteht, tatsächlich in Schwung. Also in einen Schwung, den er zuletzt vermutlich nach dem Flop von OS/2 mitte der 1990er Jahre verloren hat (der Linux-Hype ein paar Jahre später spielte sich ja vor allem auf den Covern von Computerzeitschriften und meinem Compaq-Notebook ab).

Erstaunlich an der Kommunikation von Microsoft ist aber nicht, dass der Konzern Chrome OS klein redet, obwohl das ein Jahr vor dem geplanten Marktstart ja noch gar nicht geht. Wirklich umgeworfen haben mich die Argumente, mit denen die Herrschaften aus Redmond, genauer Windows-Manager Bill Veghte, das neue Windows 7 anpreist:

„Die Nachfrage nach Windows 7 unter den Microsoft-Kunden überfordere derzeit fast die Kapazitäten von Microsoft.“

Welche Kapazitäten denn, bitte? Die Programmierer, die eben noch das erste Service Pack fürs Weihnachtsgeschäft zusammenschrauben (wobei Ausgabe 7 zum ersten Mal in der Windows-Geschichte ja keine Beta-Version sein soll), haben ja nicht mehr zu tun, nur weil viele Menschen auf den Nachfolger des Flops Windows Vista warten. Oder sind die Server, von denen eine Testversion schon jetzt geladen werden kann, dauerhaft überlastet und es gelingt dem größten Software-Hersteller der Welt nicht, ein paar Rechner zusätzlich aufzustellen? Oder hat Microsoft zu wenige Exemplare bei den DVD-Produzenten bestellt, weil ein Betriebssystem auch 2009 ja auf einem physischen Datenträger ausgeliefert werden muss? Sieht ja sonst nicht „wertig“ aus, und was aus dem Netz kommt kost‘ ja nix und is auch nix, wie wir wissen.

Weiter kommuniziert Microsoft:

„Mehr als 80 Prozent der IT-Entscheider in Unternehmen planen nach Angaben von Veghte innerhalb von 36 Monaten auf die neue Plattform umzusteigen.“

Und? Ist das erstaunlich? Die meisten dieser armen IT-Manager machen seit acht Jahren mit Windows XP rum, weil sie es mit Vista nicht ausgehalten haben. Da gibt es vermutlich einen Rieseninvestitionsstau, der eigentlich ein Innovationsstau ist.

Windows, Mac OS, Linux. Mir ist es fast schon egal. Läuft doch eh (fast) alles im Browser. Und da kommt der Schnellste auf dem Mac von Apple, unter Windows ist es Chrome (auch wenn Apple hier aufgeholt hat, doch Safari unter Win fühlt sich seltsam an). Also warum nicht auch Chrome OS? Mir ist nur eines wichtig: Konkurrenz. Und die kommt.